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Watchmen

Watchmen

FANTASY: USA, 2009
Regie: Zack Snyder
Darsteller: Malin Akerman, Billy Crudup, Jackie Earle Haley

STORY:

In irgendeinem Parallel-Universum hat sich die Zeitgeschichte anders entwickelt. Die USA gewinnen den Vietnamkrieg, Nixon wird viermalig Präsident und ganz normale Menschen verkleiden sich als maskierte Rächer für Zucht und Ordnung. Die Jahre vergehen und so bröselt auch der Lack von den Superhelden. Zumeist führen sie ein Leben als normaler Erdenbürger, mit normalen Berufen und normalen Problemen. Doch eines Tages wird einer von ihnen, der Comedian, brutal ermordet. Rorschach, wohl der Held, der sich am schwersten mit seiner Zwangspension anfreunden kann, vermutet eine Absicht dahinter: Jemand ist gekommen, um die Leute aus der alten Liga abzuschlachten. Nur wieso? Warum jetzt? Und wer könnte es gewesen sein?

KRITIK:

Mit mulmigem Gefühl kroch ich ins Kino, noch schwer traumatisiert vom Pathos von 300. Was würde mich erwarten? Eine weitere Special-Effects-Orgie? Überladenes Comic-Celluloid? Würde es Zack Snyder diesmal hinkriegen, mal was Annehmbares zu schaffen?

Die guten Nachrichten zuerst: Ich würd sagen, der Film ist so um den Faktor 300 besser als 300. Technisch ist er einwandfrei. Es gibt keinen "Comic Stil" im Sinne von 300 oder SIN CITY (auch wenn man das vielleicht erwartet), vielmehr erinnert die Inszenierung an BATMAN: Relativ realistisch, düster und dunkel.

Zudem menschelt es auch immer mehr bei den Superhelden des Kinos heutzutage. Fast alle Charaktere sind vielschichtig, spannend und nachvollziehbar. Besonders die Entwicklung der Figuren am Schluss ist ganz großes Kino. In diesem Fall ist das sogar wörtlich zu nehmen.

Das Hauptmanko des Film ist sicher auf der erzählerischen Ebene zu suchen: Vermutlich versuchte Snyder möglichst viele Facetten und Handlungen des Comic in den Film einfließen zu lassen. - Und dabei hat er sich dann ganz furchtbar verzettelt: So muss die Hauptstory gut eineinhalb Stunden pausieren, da mal erst die Vergangenheiten eines jeden einzelnen Helden erzählt werden müssen. Dabei will ich nicht sagen, dass diese langweilig oder belanglos wären. Nur mutet das Ganze eher wie eine Serie an: Es beginnt eine Handlung, dann ein Höhepunkt, dann Stop, dann wieder nächste Handlung dann ein Höhepunkt, dann Stop. Repetitio non placet semper.

Der gemeinsame Spannungsbogen über all dem fehlt leider. Spätestens wenn Dr. Manhattan anfängt am Mars Städte zu bauen, wünschen sich ungeduldige Menschen wohl einen Platz am Cutter-Tisch.

Watchmen Bild 1
Watchmen Bild 2
Watchmen Bild 3
Watchmen Bild 4
FAZIT:

Noch nie waren Superhelden so menschlich. Und weil Menschen lernen können, konnte es Snyder seit 300 offenbar auch. Cineastischer Superheld ist er deswegen noch keiner, aber vielleicht wird das noch…

WERTUNG: 6 von 10 Hippie-Blumen in Gewehrläufen
TEXT © Andreas Berger
Dein Kommentar >>
Mausekoenig | 01.06.2011 23:47
zuersteinmal sind das alle schweine!!!!
ihc wollte mir den extended cut ansehn, freue mich auf 215min. film und nach 163min. is schluss! -.-

naja, beim ersten mal sehen fand ich den film ganz nett, aber nciht überragend. beim zweiten mal genial. zu dem kritikpunkt der längen muss ich sagen, dass mich grade manhattens phillospohischen monologe auf dem mars schwer beeindruckt haben. ich fand eher, dass es etwas zu viel "kitschige" kampf szenen gab. ganz weglassen muss nciht sein, aber jedesmal 2vs20 wird auf dauer doch etwas öde, zumal es der film garnicht nötig gehabt hätte da er mit wunderbaren charakteren und tollen dialogen viel fesselnder ist als er mit stumpfer brutalität jeh hätte sein könn.

was mir immer sehr wichtig ist ist das überspitzen eines scenarios und unkonventionelle folgen aus den handlungen der protagonisten, oder eben unkonventionelle handlungen. dieses "was wäre wenn....", das ist in diesem film beinhae beispiellos gelungen, dickes plus. zu guter letzt noch:
selbstironie, nette anspielunge auf ameerikaneische amerika-klischees, toller soundtrack und rorschach (einfach klasse der typ) 9/10 tiefsinnigen monologen über sinn und unsinn der menschlichen existenz
>> antworten
Stuntgirl | 30.09.2010 20:20
Watchmen ist vor allem im langen director´s cut ein beeindruckender Trip. Für mich ein super Film. Ich kenne allerdings den Comic überhaupt nicht. Bin aber völlig unvoreingenommen ran gegangen und begeistert! 10 von 10
>> antworten
knossos | 24.03.2009 00:03
Der größte Nachteil des Films ist mMn gerade, beinahe sklavisch der Comicvorlage hinterherzulaufen. Besorgt euch den Comic und ihr werdet sehen: Das ist das über 20 Jahre alte Storyboard für diesen Film. Szene für Szene, Heft für Heft, bis auf ein paar Weglassungen.
Was ist aber dieses ach so bahnbrechende Comic letztendlich ? Nun, nichts anderes als eine weitere Aufarbeitung des Vietnam-Traumas, auf einer anderen Ebene zwar, als all die Apocalypses, Deer Hunters und Platoons, aber nichts destotrotz ebenso weinerlich ob der Demontage des amerikanischen Selbstvertändnisses und den Fantasien vom World-Leadership. Die seltsame Leere, die dieser Film in mir hinterlassen hat, steht für die 20 Jahre, die "Watchmen" als Comic im Regal gestanden hat, ohne dass ein Strich oder ein Satz der banalen Entwicklung der Realität Würdigung erweisen konnte. Ich habe schon den Comic nicht besonders gemocht, und den Film, der hier völlig uneigenständig den Comic nachbetet, ebenfalls nicht.
Wer "Wanted" als Comic kennt, konnte im Kino zumindest eine eigenständige Kreation erleben, die sich gottlob weit genug von der (sehr viel jüngeren) Vorlage entfernt, um überhaupt Sinn zu machen. "Watchmen" macht für mich im Kino keinen Sinn, höchstens als alternativer Dreiteiler für altgebliebene am Freitag Abend auf RTL.
Zumal Musik, Darstellertruppe und Technik in etwa auf diesem Level dahindümpeln.
6uellerBpanda | 01.06.2010 12:34
ich stufe das watchmen comic auch "nur" als gut ein. alan moore hat weitaus bessere comics geschrieben - from hell, batman killing joke, swamp thing,... der film selber ist wie fast alle filme von snyder oberflächlich. klare fehlbesetzung. wieso heutzutage alle comicverfilmungen primitiv übersetzt werden ist schade da gerade moores comics weit mehr bieten als nur ein bisschen text mit zeichnungen. nolan hat es mit "the dark night" bewiesen das es auch anders geht.
herauszufiltern gibt es aber haley als rohrschach - er kommt wirklich wie im comic rüber.
>> antworten
Chris | 12.03.2009 16:25
Ganz einfach - Ein Top Film. Nur wenige sind besser und an "Comic-Verfilmungen" fällt mir da schon mal gar nix ein!
Die große Stärke liegt meiner Meinung nach gerade in den hier im Artikel so bemängelten ersten 1,5 Stunden - in denen zwar nichts für die Handlung, dafür aber viel für die Figuren getan wird!
Andere hätten aus dem Stoff mit Sicherheit gleich wieder 3 Matrizen gemacht - Dafür großen Respekt!
>> antworten
Ralph | 08.03.2009 10:49
Auf hohem Niveau gescheitert. Und das leider arg gewöhnliche Finale wird wohl auch ein Director's Cut nicht mehr aus der Welt schaffen können. Trotzdem interessanter, komplexer, vielschichtiger und vor allem intelligenter als vermutlich alle anderen Comicverfilmungen (aber Dark Knight oder Sin City waren trotzdem die besseren Filme).... 7/10 Latexkostümen

Andreas B | 08.03.2009 11:06
grad das finale fand ich gut.

SPOILER
wo einigt man sich sonst auf dialogbasis mit dem boesewicht...
Ralph | 09.03.2009 16:13
Spoiler

Ich weiß, zwar was du meinst, sehe es aber trotzdem nicht so. Das war keine Einigung in meinen Augen, das war Ohnmacht. Ist an sich nicht unrealistisch, aber das Finale wirkte trotzdem müde (meiner Meinung nach)...
Andreas Berger | 09.03.2009 17:21
GROßER SPOILER!!!

hmm, aber dass dann dr. manhatten rohrschach umbringt um die mittel zu heiligen, fand ich doch sehr amusant.

nur: müde ist vermutlich jeder zuseher nach den 3 stunden. vor allem: ich hätte es mit rohrschachs tot enden lassen. dann noch 2 mal einen anderen schluss anzufangen (e.g. geschichte vom liebespaar und dann das mit dem reporter) war wieder mal archetypisch für den film. also zu lang und (zu) unnötig.

übringes: meine freunde sind so schnell aus dem kino geeilt, so dass ich den abspann nicht fertig sehen konnte... gibt's nen "schluss-gag" am ende der kredits?
Ralph | 10.03.2009 12:07
Muss gestehen das Ende der Credits auch nicht abgewartet zu haben, ich hatte nach diesen 3 Stunden auch schon einen erheblichen Bewegungsdrang;-)
Tom | 04.05.2009 17:04
SPOILER

Ich denke gerade darum ging es. Die Helden sind ihrer Aufgaben müde und wollen eine Gesellschaft erschaffen, die sie nicht mehr benötigt. Natürlich scheitert Ozymandias darin. Ich fand das Ende grandios. Rohrschach bleibt als einziger seinen, wenn auch oft verschrobenen, Prinzipien treu und muss sterben.
Movie King | 08.10.2010 09:14
ganz genau so ist das ende auch im comic zu verstehen und kommt auch im film so rüber!
beste, komplexeste und intelligenteste comic verfilmung aller zeiten!
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toxic | 07.03.2009 13:21
Hey, nix gegen 300
Federico | 12.03.2009 12:37
hehe. doch. ich freu mich schon auf den film. und wenn ich nicht enttäuscht werde, verzeih ich snyder den ausrutscher mit seinem spartaner-film.^^
>> antworten
Nic | 07.03.2009 12:29
selbst ohne comic-kenntnisse fällt auf wie schwer sie sich getan haben "die welt und geschichte" der watchmen den zuschauern nahezubringen, so kam leider keine abgerundete/flüssige erzählung raus.
visuelle gestaltung, soundtrack & charaktere überzeugten (mich) jedoch, für genre-verhältnisse. zudem ist der film für seine laufzeit eigentlich nie wirklich langweilig, imho. in jedem fall eine große leistung von snyder.
8/10
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