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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
While she was out

While she was out

HORROR: CAN, 2007
Regie: Susan Montford
Darsteller: Kim Basinger, Lukas Haas, Craig Sheffer

STORY:

Die unglücklich verheiratete Hausfrau Della wurde wieder einmal von ihrem Ehemann schikaniert, bevor sie sich spätabends nochmal aufmacht, um letzte Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Auf dem Parkplatz des Einkaufscenters gerät sie in Konfrontation mit einer Gruppe gewaltbereiter junger Männer, was einen toten Wachmann zur Folge hat. Zeuginnen kann die Mörderbande nicht gebrauchen und so muss Della in einen nahe gelegenen Wald flüchten. Gut, dass sie geistesgegenwärtig genug war, den Werkzeugkasten mit ins Tann zunehmen…

KRITIK:

Ups… Kim Basinger in einem unter anderem von Guillermo del Toro mitproduzierten "Chase-in-the-woods"-Low Budget-Terrorflick?

Okay, ihr letzte große Rolle ist schon etwas länger als 9 ½ WOCHEN her und wir freuen uns ja immer, wenn wir neue alte Gesichter im Genre begrüßen dürfen, obgleich ich der reif gewordenen Kim nach WHILE SHE WAS OUT leider keine große Scream Queen-Karriere prophezeien kann, ohne ein verdammt schlechtes Gewissen dabei zu haben.

Aber kommen wir zum Film; der beruht auf einer Kurzgeschichte von Edward Bryant. Bryant gehörte einst zum illustren Kreis der sogenannten Splatterpunks. Unter diesem Begriff firmierten Schriftsteller wie Lansdale, Schow, Skipp und für die Länge einer Kurzgeschichte auch Edward Bryant, die in ihren Büchern ein paar Tabubrüche in Richtung drastischer Sex- und Gewaltdarstellung begangen haben.

Im Bezug auf diesen Film hat dieser Hintergrund gute und schlechte Nachrichten zur Konsequenz.

Zuerst die gute Nachricht für die Gorehounds: Trotz der FSK 16-Freigabe gibt es unter der Handvoll gewaltsamer Ableben in WHILE SHE WAS OUT einen saftigen Kopfschuss und einen herben Radkreuzmord, der aufsehen lässt.

Die schlechte Nachricht: Bryants Kurzgeschichte hat bekanntermaßen schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und die damals sicherlich schockende Thematik wurde mittlerweile schon von hundert anderen Filmen beackert. Zum größten Teil noch schockender.

Und nun die ganz schlechte Nachricht: Im direkten Vergleich mit der jüngsten Konkurrenz im Feld der Wald- und Wiesentreibjagden - EDEN LAKE - unterliegt WHILE SHE WAS OUT in nahezu jeder Disziplin. Zugegeben, die Gegenüberstellung ist etwas unfair; schließlich ist EDEN LAKE ein Godzilla in dem Sujet; aber etwas mehr Thrill und Intensität hätte es bei WHILE SHE WAS OUT schon sein dürfen.

Montford hat solche Momente drauf - wie die Eskalation auf dem Parkplatz, die Kreuzschlüssel- und die Schlussszene beweisen - aber letztendlich finden sich im Resultat zu wenig davon. Auch die Bad Boys sind eher enttäuschend. Ihre ethnische Zusammensetzung (ein Schwarzer, ein Latino, ein Asiate und als Anführer Lukas Haas) ist zwar bunt, aber alles andere als realistisch.

Aber egal ob die Jungs nun schwarz, gelb, grün oder scheckig sind; viel schwerwiegender ist ihre erschreckende Eindimensionalität. Lediglich die Figur des durchwachsen spielende Lukas Haas wandelt sich gegen Ende vom pöbelnden, schießwütigen Proleten zum tief in die Seele des Opfers blickenden Mephisto. Keine glaubwürdige Entwicklung, sagt ihr? Ihr habt recht, aber glaubwürdig ist auch der im Mittelteil des Streifens einsetzende Twist mit der urplötzlich Einzelkämpferqualitäten offenbarenden fünfundfünfzigjährigen Hausfrau nicht. Aber zumindest hat diese Wende nicht nur Stirnrunzeln, sondern die beste Szene des Films - Stichwort: Kreuzschlüssel - mit sich gebracht. Ansonsten kann sich der Genrefreund auf ein Wiedersehen mit Craig (CABAL) Shaeffer freuen. Er spielt Dellas garstigen Ehemann.

While she was out Bild 1
While she was out Bild 2
While she was out Bild 3
While she was out Bild 4
FAZIT:

Vom Ehemann schikanierte Hausfrau wird beim Weihnachtseinkauf von einem Schlägertrupp angegangen und emanzipiert sich in einer Nacht der Gewalt… - WHILE SHE WAS OUT hat ein paar Spannungsmomente und mindestens eine richtig fiese Szene zu bieten, doch vor allem die eindimensionale Figurenzeichnung und die im Vergleich zu anderen Terrorflicks selten mitreißende und eher biedere Inszenierung verhindern das große Mitfiebern. Somit endet Dellas blutiger Weihnachtseinkauf irgendwo im tristen Mittelmaß.

WERTUNG: 4 von 10 Kreuzschlüsselhieben
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
Nic | 13.03.2009 19:02
she should stay at home ;)
6/10
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