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Wie man leben soll

Wie man leben soll

KOMÖDIE: A, 2011
Regie: David Schalko
Darsteller: Axel Ranisch, Robert Stadlober, Josef Hader, Bibiane Zeller, Robert Palfrader, Emily Cox, Michael Ostrowski

STORY:

Wie man leben soll, weiß der übergewichtige Kunstgeschichte-Student Charlie (Axel Ranisch) lediglich aus einschlägiger Ratgeber- und Lebenshilfe-Literatur. Im wirklichen Leben sieht's eher traurig aus: Unbezahlte Rechnungen zwingen zur Annahme unglamouröser Jobs, nach dem Trennung von der Jugendliebe herrscht Flaute im Bett, und bei den Jungsozialisten wird zwar fleißig gekifft, doch Versorgungsposten bei der Partei sind rar. Hilft nur noch tagträumen. Oder Taxifahren. Wird Charlie irgendwann wissen, wie man leben soll?

KRITIK:

David Schalko adaptiert den Bestseller von Thomas Glavinic fürs Kino, holt sich schreiberische Schützenhilfe vom Kabarettisten Thomas Maurer und lässt mehr heimische Film- und TV-Prominenz sich vor der Kamera gegenseitig auf die Zehen steigen als zuletzt im unterschätzten Kottan-Film.

Was kann da schief gehen? Eigentlich nicht viel. Okay, zugegeben, Kino ist Schalkos Metier nicht. Der Mann kommt vom Fernsehen. Dort hat er sein Handwerk gelernt, dort hat er - das muss man ihm lassen - dem Format seine eigene Handschrift - der Standard nennt es "Patchwork- Ästhetik" - aufgedrückt und ganz nebenbei den Humor im ORF gerettet. Das ist nicht nichts.

Schade nur, dass Schalkos nervöse, mit vielen zwangsoriginellen Gimmicks aufgepimpte Inzenierung auf Spielfilmlänge nicht so recht funktionieren will: Wie man leben soll ist eine lose Nummernrevue aus mal ziemlich schlechten, dann wieder ziemlich lässigen Studentenwitzen, von denen jede für sich auch als Youtube-Clip funktionieren würde. Ein Kabarettfilm 2.0, sozusagen, der auf Erzählfluss oder Charakter-Entwicklung nonchalant pfeift und nach Wuchteln pro Minute bezahlt werden möchte.

So stolpert unser armes, dickes Würstel von einer Hauptfigur einem Watschenmann gleich von einer Katastrophe in die nächste. Ohne daraus irgendwelche Lehren oder Konsequenzen zu ziehen. Das ist alles recht lustig und dank der ganzen Arbeit, die hier ausstattungstechnisch geleistet wurde, auch nett anzusehen.

Der Film setzt auf die Nostalgie einer Generation, die die Neunziger Jahre studierenderweise in (linken) Wiener WGs verbracht hat. Mit der Nostalgie ist es ja so eine Sache: oft genug haftet ihr etwas Reaktionäres an, geht sie doch häufig mit Verklärung der Vergangenheit und Ignoranz gegenüber der Gegenwart einher. Wer jetzt mit Schrecken an das Trio Infernale des nostalgischen Grauens, auch bekannt als "Wickie, Schleim(beutel) und Piper" denkt, dem kann jedoch Entwarnung gegeben werden. Nostalgie bei David Schalko bedeutet: Nirvana, Moby, Stereolab, Tocotronic.

Der Film atmet also ein gewisses popkulturelles Bewusstsein, was ja nie verkehrt ist. Trotzdem: Die Chance auf eine spezifisch österreichische Version des Herrn Lehmann hat David Schalko leider versemmelt. Schade.
In diesem Sinne: "Ein Krügerl für den Herrn Kunstgeschichte-Studenten!"

Wie man leben soll Bild 1
Wie man leben soll Bild 2
Wie man leben soll Bild 3
Wie man leben soll Bild 4
Wie man leben soll Bild 5
FAZIT:

David Schalkos Adaption des Bestsellers von Thomas Glavinic begleitet einen übergewichtigen Loser in die Subkultur linksbewegter Wiener Studenten-WGs der Neunziger. Gut, böse oder jenseits? Die Antwort gibt's jetzt im Kino.

WERTUNG: 7 von 10 Luftröhrenschnitte
Dein Kommentar >>
Thomas | 19.10.2011 18:10
Also ich fand denn sehr gut.Die Bud Spencer Szene war der Brüller so hätte der Kottan Film sein müssen,obwohl ich denn auch schon gut fand.Warum alle Kritiker nur herummäkeln weis ich nicht, besser als die lamme Enführung der Fr... und sonstiger Kak,Furz Humor aus Amerika war das allemal.
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Federico | 16.10.2011 16:24
Für "versemmelt" wirken 7 von 10 aber ... gütig? Ich werde diesen Film wohl auslassen, owbohl ich Schalko mag, aber von WIE MAN LEBEN SOLL hab ich bis jetzt nicht sonderlich viel Gutes gehört. Und außerdem bin ich nicht umbedingt Glavinic Fan, aber jedem das Seine.
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