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Wings of Fame

Wings of Fame

DRAMA: NL, 1990
Regie: Otakar Votocek
Darsteller: Peter O'Toole, Colin Firth, Marie Trintignant, Gottfried John, Andréa Ferréol

STORY:

Man sagt ja, dass es der Traum eines Schauspielers sei, auf der Bühne zu sterben. Der Tod auf der Bühne blieb dem berühmten Mimem Cesar Valentine (Peter O'Toole) zwar verwehrt, aber zumindest hatte er einen publicitywürdigen Abgang, als ihm auf dem roten Teppich einst sein letztes Stündchen schlug. Nach seinem Tod findet sich Valentine zusammen mit seinem Mörder (Colin Firth) in einem mysteriösen Hotel wieder, zusammen mit weiteren unsterblich berühmten Persönlichkeiten. Es ist ein Tummelplatz für Maler, Schriftsteller, großen Feldherren, berühmten Forschern und unvergessen Terroristen. Doch Ruhm ist vergänglich und für die, denen die Nachwelt nicht mehr gedenkt, ist kein Platz im Hotel ...

KRITIK:

Es ist eine interessante Idee, der WINGS OF FAME zugrunde liegt. Nach dem Tode verharren die Verstorbenen in einem Hotel und versuchen die Zeit mehr schlecht als recht tot zu schlagen. Dekadenz und Langeweile soweit das Auge reicht, denn irgendwann wird man selbst des Müßiggangs und der Berühmtheiten, die einem auf Schritt und Tritt begegnen, überdrüssig.

So leben sie Tag ein Tag aus, Jahr um Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt. Die einzelne Abwechselung stellt eine gelegentliche Umquartierung dar, denn der Luxus des Zimmer definiert sich nach der Bekanntheit des Zimmerbewohners unter den Lebenden. So etwas wie Gerechtigkeit gibt es auch anscheinend nach dem Tode nicht.

Und dann gibt es dann auch noch den Tag der Entscheidung. Die hat den Charakter einer grotesken Zeremonie irgendwo zwischen einer schlechten Firmenfeier, in der alle versuchen zwanghaft fröhlich zu sein, und der Entscheidung in einer Castingshow. Auch in WINGS OF FAME wird in einem Showevent entschieden, wer weiterkommt (also bleiben darf) und wer ins Nichts verschwindet. Somit hat der schon etwas ältere Film (dem man das Alter streckenweise auch ansieht) auch durchaus einen aktuellen Bezug.

Tatsächlich ist der Bezug vermutlich weniger aktuell als es den Anschein haben mag. Berühmtheiten standen seit jeher in der Gunst des Publikums, das sie auch schnell wieder fallen lassen konnte. Castingshows haben das Ganze nur komprimiert, für das Publikum vereinfacht. Aber selbst kein kurzlebiger Künstler aus der Retorte zu sein schützt nicht davor dem Vergessen anheim zu fallen. "Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze" wusste schon Schiller.

Was ist nun WINGS OF FAME eigentlich? Eine Parabel über Ruhm und Erfolg? Das vielschichtige Porträt eines Künstlers, der daran verzweifelt dass sein Ruhm auch nicht von ewiger Dauer ist und von Peter O'Toole eindringlich dargestellt wird? Oder der Blick auf die Verletzlichkeit und Eitelkeit der Künstler aus den Augen eines neutralen Beobachters (Colin Firth), der eigentlich nichts mit dem ganzen Treiben am Hut hat? Oder doch ein Statement zu der Castinggesellschaft?

Nun ja, schwer zu sagen. WINGS OF FAME ist von allem etwas. Und funktioniert zudem auch als Meditation über Scheinwelten, die manche sich aufbauen um der Realität nicht ins Auge sehen zu müssen.

Auf jedem Fall aber scheint es sich bei WINGS OF FAME um eine Low-Budged-Produktion zu handeln. Aufwendigen Spezialeffekte und wirklich surreale Szenen sucht man in dem Film leider vergeblich. Antworten findet man im Film auch nicht. Und der Schluss ist auch durchaus gewöhnungsbedürftig.

So wie der ganze Film. Nicht alle werden mit den Seltsamkeiten und dem leisen Humor der immer wieder aufblitzt ihre Freude haben.

Wings of Fame Bild 1
Wings of Fame Bild 2
Wings of Fame Bild 3
Wings of Fame Bild 4
Wings of Fame Bild 5
FAZIT:

Einst gefeierter Bühnen- und Filmstar findet sich nach seiner Ermordung in einem Hotel wieder und muss die schmerzhafte Erfahrung machen, dass Ruhm auch vergänglich sein kann. Vielschichtige, streckenweise etwas merkwürdige Parabel über Ruhm, Vergänglichkeit und der Angst davor in Vergessenheit zu geraden.

WERTUNG: 7 von 10 Autogrammkarten
TEXT © Gerti
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