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Zu scharf um wahr zu sein

Zu scharf um wahr zu sein

OT: She's Out of my League
ROMANTIC-COMEDY: USA, 2010
Regie: Jim Field Smith
Darsteller: Jay Baruchel, Alice Eve, TJ Miller, Mike Vogel

STORY:

Eine 5 bekommt niemals eine 10. So ist es nun mal. Und der dürre Kirk (Jay Baruchel) ist gerade mal so eine 5. Frisch getrennt von seiner zickigen und im Freundeskreis verhassten Freundin, begegnet er jedoch der hinreißenden Molly, die - man kann es kaum glauben - sich in den überfreundlichen, etwas schüchternen Sicherheitsbeamten so mir nichts dir nichts verknallt. Doch kann eine 10 eine 5 daten ohne dass es dabei zu vorhersehbaren Komplikationen kommt? You tell me.

KRITIK:

Großer Gott, ist das dämlich. Alleine bei der Inhaltsangabe hätten alle Warnsignale auf Rot schalten müssen. Und eigentlich bin ich ja auch selbst Schuld wenn ich mir so einen Mist ansehe. Aber das hat man nun davon und ich kenne auch kein Mitleid mit jenen Menschen, die sich den Film angetan haben und die Dämonen unter diesen Zuschauern, die den Film auch noch weiterempfehlen, denen Strecke ich imposant den Mittelfinger entgegen.

Wo wir auch schon bei der einen witzigen Szene dieses Films wären: der sympathische und sympathisch spielende Jay Baruchel zeigt nach einen halb Stunden American-Pie-Loser seiner Familie endlich wo der Hammer hängt und was er von diesen Trupp dämlicher Idioten wirklich hält um sich dann theatralisch mit gehobenen Stinkefinger zu verabschieden - nur um dann zu merken, dass er sein Flugzeug nicht mehr verlassen kann und die nächsten paar Stunden doch neben den soeben Beschimpften verbringen muss. Herrlich. Schaut es euch auf YouTube an, gibt's sicher. Und dann geht beruhigt schlafen, oder ließt ein Buch oder guckt TOKYO GORE POLICE, irgendwas, doch beschäftigt euch nicht mehr mit diesem Film (der mal wieder einen überaus tollen deutschen Titel angedichtet bekommen hat).

Vielleicht tue ich diesem Film ja auch unrecht, vielleicht ist er ja eigentlich gar nicht so schlecht und meine Hasskritik wächst aus der angestauten Langeweile, die nun irgendein Ventil benötigt. Aber: einen Film zu machen den es schon 1000 mal gab, dessen Spannungsablauf sich in keinster weise von jeder anderen y-beliebigen Romcom unterscheidet, dieses Machwerk dann auch noch als originell und neu zu verkaufen, da man den Blödsinn mit ein paar Pups- und Peniswitzen schmückt, das ist schon irgendwie dreist. Und dann ließt man noch überdurchschnittliche Kritiken auf den verschiedensten Seiten und Foren um einen halbwegs differenzierten Blick auf das Ganze zu bekommen (der Grund, warum ich mir den Film eigentlich angesehen habe - und weil das pubertierende Bubenkino in Amerika à la Apatow oder Will Ferrell ja hochkonjunktur hat), sieht sich vielleicht noch den Trailer an, muss bei der einen oder anderen Szene sogar schmunzeln; da denkt man sich schnell, naja was soll's. Außerdem, wer weiß, vielleicht hat man es hier ja mit einer wirklich gescheiten und originellen Liebeskomödie zu tun. Und den Hauptdarsteller mag man seit TROPIC THUNDER auch.

Tja, wie gesagt, das hab' ich nun davon. Von einem durchaus sympathischen Jay Baruchel mal abgesehen hat der Film aber nun wirklich nichts zu bieten, die Witze sind alt und waren bei AMERICAN PIE 2 schon nicht mehr lustig, die Charaktere sind austausch- und verwechselbar und man zweifelt sowieso keinen Augenblick daran, dass Mister Nobody die wundertolle Molly am Ende zu sich ins Bett nehmen darf. Oder ins Flugzeug. Die Story und deren weitere Entwicklung ist so dünn, dass es mir direkt peinlich war, die Inhaltsangabe (siehe oben) niederzuschreiben. Von Vorhersehbarkeit mal ganz abgesehen: das dramatische Moment ergibt sich kurz vor Schluss, als sich Molly und Kirk natürlich das erste mal wirklich in die Haare kriegen und selbst da besteht das "spannende" Wortgefecht inhaltlich aus der Tatsache, dass der schlacksige, frisch rasierte (ja, dort) Normalo es nicht fassen kann, dass eine 10 sich mit ihm einlässt. Banal. Beinahe schon hirntote Dialoge.

Baruchel ist wirklich auch das einzige was man sich an diesem Film ansehen kann und ab und an bringt er auch liebenswerte und lustige Satzfragmente oder stottert seiner Ex ein Liebesgeständnis vor die Füße. Das war's dann aber auch schon mit den komödiantischen Höhepunkten, der Rest der Besetzung sagt ab und zu ein paar mal "Fuck-You!", damit man sich im amerikanischen Kino etwas vom Mainstream abhebt und ansonsten wird wie gewohnt in Hosen abgespritzt, die Hoden von einem anderen Mann werden glattrasiert und man wundert sich darüber, dass die hübsche Molly keine Unterwäsche trägt. Ein bisschen derb, aber bitte nicht zu viel. Auch die restlichen Ereignisse, die beim Publikum kein Fremdschämen verursachen wollen sind von der Stange: Probleme mit der Ex, Probleme mit den Schwiegereltern, Probleme mit dem Ex und Probleme mit dem Hund der Freundin, der sich an dem frisches Ejakulat erfreut, wo wir wieder beim Fremdschämen wären, sofern man sich hier nicht schon vor Langeweile und Unoriginalität in der eigenen Kloschüssel ertränkt hat.

Und sonst? Das war es dann auch schon, Happy-End mit Flug gen Sonnenuntergang (geht es noch kitschiger? Film, du machst es mir nicht leicht dich nicht zu hassen), Abspann und Ende. Einziger Gedanke? "I want my money back!" Und in diesem Fall auch meine Zeit und die paar Gehirnzellen, die in den letzten 100 Minuten abgestorben sind. Vielleicht wundert man sich noch für wen und wieso ein solcher Film gemacht wurde. Was wollte man damit eigentlich bezwecken? Real-Life-Szenario? Romantische Filme für Männer, die sich nicht schämen müssen, wenn sie sich den Film angucken, da er ja vor "Männerwitzen" nur so strotzt? Die Antwort ist, so wie auch dieses Machwerk: irrelevant.

Zu scharf um wahr zu sein Bild 1
Zu scharf um wahr zu sein Bild 2
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Zu scharf um wahr zu sein Bild 5
FAZIT:

Unoriginell, fade und vorhersehbar. Witze aus der letzten Dekade, eine Story aus dem letzten Jahrhundert, ein Ende, wie immer. Am besten ignorieren und warten, bis endlich mal wieder eine ansehbare "romantische" Komödie in die Videothek geflogen kommt.

Für die drei guten Lacher und einem Schauspieler, der einem leid tut gibt's von mir knappe

WERTUNG: 3 von 10 Mittelfinger im Flugzeug
Dein Kommentar >>
Nic | 08.02.2011 17:21
der titel hat recht ;)
6/10
Federico | 09.02.2011 00:56
Bitte, bitte begründe diese Wertung.
Johannes | 09.02.2011 13:16
We don't have to explain - it's Nic. ;)
Nic | 09.02.2011 13:45
da braucht man nur vergleichen wer noch so in der 6er lade is, und hat die antwort ;)
Federico | 09.02.2011 15:47
New Moon?^^
>> antworten


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