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Assault

Assault

GIALLO & FRIENDS: GB, 1971
Regie: Sidney Hayers
Darsteller: Suzy Kendall, Frank Finlay, Tony Beckley, Lesley-Anne Down

STORY:

Nach der Schule nimmt die 16jährige Tessa eine Abkürzung durch den Wald und wird dort vergewaltigt. Völlig traumatisiert verliert sie ihr Sprachvermögen und kann der Polizei keinerlei Hinweise auf den Täter geben. Kurz darauf wird in dem selben Waldstück ein weiteres Mädchen vergewaltigt und ermordet. Doch diesmal gibt es eine Zeugin: Die junge Lehrerin Julie ...

KRITIK:

ASSAULT aus dem Jahr 1971 ist so etwas wie Britain’s own Giallo. Er hat einen Schulmädchen-in-Angst-Flick. Er hat die aus Martinos TORSO und Lenzis SPASMO bekannte Suzy Kendall in der Hauptrolle. Er hat einen gestörten Vergewaltiger und Mädchenmörder mit Handschuhen und ein genretypisch mit subjektiver Kamera gefilmtes Eröffnungsverbrechen.

Was ASSAULT jedoch fehlt, ist Spannung. Ist Style. Ist Bilderkraft. Ist dieses herrlich morbide Zusammenspiel von Eros und Thanatos, welches das gewisse Etwas der italienischen Murder Mysteries ausmacht. Was ASSAULT auch nicht hat, ist ein atmosphärischer Score. Keine morbide Klassik, keine psychedelischen Jam Sessions. Stattdessen scheint die Filmmusik lediglich aus einem einzigen penetranten Stück zu bestehen; welches schon nach dem zweiten Auftauchen auf der Tonspur gnadenlos die Nerven strapaziert.

Dabei lässt sich die Anfangsviertelstunde mit Tessas verhängnisvoller Abkürzung noch relativ gut an. Doch danach breitet sich unerbittlich ein Spannungsvakuum aus und ASSAULT plätschert fortan blutleer auf dem Niveau eines sehr mäßigen TV-Krimis am Zuschauer vorbei. Da lassen selbst die paar wenigen (sehr moderat gehaltenen) Ansätze zum Schulmädchen- Sleaze nicht einmal mehr aufsehen.

Ich muss gestehen, dass ich mir von ASSAULT deutlich mehr erwartet hatte. Schließlich hat auf dem Regiestuhl mit Sydney Hayers alles andere als ein Greenhorn gesessen. Bevor Hayers überwiegend fürs Fernsehen tätig wurde (wo er Episoden für so ziemlich jede geläufige TV-Serie von REMINGTON STEELE bis KNIGHT RIDER über AIRWOLF und EIN COLT FÜR ALLE FÄLLE bis hin zum A-TEAM gedreht hat), hatte er Anfang der 60er mit dem wunderbaren DER ROTE SCHATTEN (mit Anton Diffring als teuflischen Zirkusdirektor) seine Thrillertauglichkeit eigentlich hinreichend bewiesen.

Doch bei ASSAULT mit seinem spannungsarmen Drehbuch konnte auch ein Routinier wie der gebürtige Schotte keine Wunder mehr wirken. Mehr als ein recht vielversprechender Beginn und eine feurige Schlusssequenz mit einem Death by Strommast war beim besten Willen nicht drin.

Allerdings hat die deutsche Titelschmiede wieder kreativ-wahnwitziges Vollgas gegeben und den Originaltitel ASSAULT zum TOD IM TEUFELSGRUND gemacht. Was nur noch vom deutschen Namen für Hayers übernächsten Thriller DIAGNOSIS: MURDER getoppt wurde. Der heißt nämlich bei uns DER SEE DER VERSTÜMMELTEN LEICHEN. Yeah!

Assault Bild 1
Assault Bild 2
Assault Bild 3
FAZIT:

Wie ein Schulmädchen-in-Angst-Giallo von Meister Dallamano im Weichspülgang. Mit verblassten Sleaze und Style und komplett eingegangener Suspense. Zwischen der noch relativ verheißungsvollen Anfangsviertelstunde und dem flammenden Ende auf dem Strommast herrscht routiniert abgefilmte Belanglosigkeit. A Giallo made in Britain, den man wohl besser den Italienern überlassen hätte.

WERTUNG: 3 von 10 verhängnisvollen Abkürzungen
TEXT © Christian Ade
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