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Bittersweet Life

Bittersweet Life

DRAMA/ACTION: KOR, 2005
Regie: Kim Ji-woon
Darsteller: Lee Byung-Hun, Shin Min-A, Kim Young-Cheol

STORY:

Sun-woo erledigt für seinen Boss die Drecksarbeit. Doch den Auftrag, die junge Geliebte seines Bosses zu observieren und samt ihrem Lover ins Jenseits zu befördern, bringt der introvertierte Einzelgänger doch nicht übers - vermeintlich - eiskalte Killer-Herz. Sun-woo gibt den beiden eine Chance: Wenn sie sich trennen, schenkt er ihnen das Leben. Was seinen Boss gar nicht freut. Der lässt Sun-woo brutal foltern und lebendig begraben. Doch unser Held überlebt ... und der Rachefeldzug kann beginnen ...

KRITIK:

"Je älter wir werden, desto größer wird unsere Ungeduld", spricht der böse Gangsterboss einmal in diesem Film. Womit er mein Problem mit diesem Film kompakt auf den Punkt gebracht hat.

Es dauert nämlich exakt 45 Minuten, bis dieses Rachedrama in die Gänge kommt. Nun mögen Kenner des asiatischen Thriller-Kinos einwenden, dass gemächliches Erzähltempo, ruhige Bilder, lange Gesprächspausen und melancholische Musik durchaus genreüblich sind. Und absolut notwendig, um emotionale Verbindung zu den Hauptfiguren herzustellen.

Das ist natürlich richtig. Und nach der zu lange geratenen Exposition bietet Bittersweet Life dann aber alles, was man am koreanischen Actionkino schätzen- und liebengelernt hat. Nirgendwo sonst auf der Welt werden derartig ästhetische Bullet-Ballets zelebriert. Ein Hauch von John Woo liegt in der Luft: Klassische Musik wird von Schüssen überhallt, blutüberströmte Körper fliegen durch die Luft, während Glas splittert und edle Dekors zu Kleinholz verarbeitet werden.

Der Film spielt großteils bei Nacht, Großstadtlichter spiegeln sich in dunkeln Autoscheiben, der Regen prasselt in Strömen herunter, Wasserdampf steigt auf. Sehr atmosphärisch, das Ganze, ein Fest für Zuseher mit Sinn für Ästhetik.

Dennoch: Wirkliche Begeisterung will sich nicht und nicht einstellen. Obwohl sich das Drehbuch um Melancholie und Poesie satt bemüht, hat mich der Film leider kein bisschen berührt. Das ist fatal: Gerade das Rachekino braucht starke Emotionen, um die nicht-rationalen Taten des Protagonisten nachvollziehbar zu machen. Da helfen auch weltbeste Actionsequenzen nicht weiter...

Bittersweet Life Bild 1
Bittersweet Life Bild 2
Bittersweet Life Bild 3
FAZIT:

Hochästhetischer und hochambitionierter koreanischer Rachethriller, der aber an seiner Überlänge leidet und in emotionaler Hinsicht leider nicht wirklich überzeugt. Die Actionszenen sind aber furios und auch erstaunlich hart. Für Fans des Korea-Kinos natürlich ein Muss, obwohl die Qualitäten von Oldboy (immer noch DIE Referenz in Sachen koreanisches Actionkino) nicht erreicht werden.
Für den Director's Cut im schicken Steelbook gilt natürlich Kaufpflicht.

WERTUNG: 7 von 10 blutigen Kopfschüssen
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Dein Kommentar >>
Miki | 23.10.2012 11:38
Mann muss verstehen das die Koreaner es langsam angehen lassen, und die Explosion meisst erst später kommt, mich hat der Film berührt und ist einer meiner absoluten Lieblinge, für mich eine glatte 10/10
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