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Blue My Mind

Blue My Mind

DRAMA/FANTASY: CH, 2018
Regie: Lisa Brühlmann
Darsteller: Luna Wedler, Zoë Pastelle Holthuizen, Regula Grauwiller, Georg Scharegg

STORY:

Die fünfzehnjährige Mia ist neu an der Schule. Sie findet Anschluss an die Clique von Gianna und ihren wohlstandsverwahrlosten Freundinnen. Man treibt sich herum, klaut im Einkaufszentrum, feiert mit Wodka, bunten Pillen und muskulösen Jungs. Kennt man ja. Doch als Mia einen ungesunden Appettit auf rohen Fisch entwickelt, infolge dessen die Zierfische im Aquarium des Eigenheims immer weniger werden, kündigt sich eine Metamorphose an, die alle Beteiligten in Angst und Schrecken versetzt.

KRITIK:

Am /slash-Filmfestival hat man offensichtlich ein Faible für Meerjungfrauen. 2016 wurde das polnische Meerjungfrauen-Musical THE LURE gezeigt. Der Film war genau so, wie man sich ein polnisches Meerjungfrauen-Musical eben vorstellt, sofern man sich ein polnisches Meerjungfrauen-Musical überhaupt vorstellen kann. Sehr eigen jedenfalls. Genauere Erinnerungen hab ich leider nicht mehr; der Film hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ganz im Gegensatz zum chinesischen Blockbuster THE MERMAID, der 2017 hohe Wellen schlug. Eine euphorische Rezension meinerseits dürft ihr hier nachlesen.

Und nun BLUE MY MIND. Der Film kommt aus der Schweiz, ist also schon vorab mit einem gewissen Exotenbonus ausgestattet. Der letzte interessante Schweizer (Genre-)Film, der sich in unsere Kinos verirrte, war SENNENTUNTSCHI (2011).

BLUE MY MIND beginnt als Coming of Age-Drama. Die hochmobile Kamera ist immer ganz dicht dran an den jungen Darstellerinnen (eine Entdeckung: Luna Wedler). Realismus wird groß geschrieben, aber immer wieder durch albtraumhafte, stark farbgefilterte Bilder gebrochen. Interessant ist auch die Explizität, mit der die Regisseurin zu Werke geht. Es gibt offenherzige Sex-Szenen, bei denen der verunsicherte Mann im #metoo-Zeitalter froh ist, dass der Blick ins Teenager-Schlafzimmer eben ein Blick aus weiblicher Perspektive ist.

Wenn ein Film wie BLUE MY MIND am /slash-Festival gezeigt wird, kann man erwarten, dass irgendwann ein phantastisches Element in die Erzählung tritt. Mia beginnt sich zu verändern, psychisch sowieso, vorallem aber körperlich. Dabei düfte die Regisseurin THE SHAPE OF WATER mehr als einmal gesehen haben, wirken doch bestimmte Einstellungen wie 1:1 von Guillermo del Toros Fantasy-Drama übernommen. Nun gibt es für einen Schweizer Debut-Film gewiss schlimmere Beleidigungen, als mit Guillermo del Toro verglichen zu werden (auch wenn der Vergleich natürlich auf vielen Ebenen hinkt). 

Für ein Debut ist BLUE MY MIND schon ziemlich beachtlich. Ernsthafte Coming of Age-Filme mit Phantastik-Einschlag sind sowieso selten, bzw. eher in der Netflix-Serien-Welt beheimatet. Österreichischer Kinostart ist meines Wissens leider keiner geplant. Eine Empfehlung kann dennoch ausgesprochen werden.

Blue My Mind Bild 1
Blue My Mind Bild 2
Blue My Mind Bild 3
Blue My Mind Bild 4
Blue My Mind Bild 5
FAZIT:

Mia ist 15. Ihr Körper verändert sich. Mit monströsen Konsequenzen. Beachtlicher Debut-Film aus der Schweiz, irgendwo zwischen ernsthaften Coming of Age-Drama und Fantasy-Film.

WERTUNG: 7 von 10 Schwimmhäute zwischen den Zehen
Dein Kommentar >>
dokk | 24.09.2018 17:17
"blue my mind" hatte vor ungefähr einem jahr premiere , gedreht wurde er also im frühling 2017 . da ist sicher nichts von "the shape of water" abgekupfert , der bestenfalls gleichzeitig entstand .
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