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The Informers

The Informers

DRAMA: USA, 2008
Regie: Gregor Jordan
Darsteller: Kim Basinger, Amber Heard, Mickey Rourke, Winona Ryder, Billy Bob Thornton

STORY:

Los Angeles Anfang der 80er Jahre: Wir begegnen einer ganzen Anzahl unterschiedlicher Protagonisten auf ihrer Suche nach Geld, Sex und Ruhm. Da sind z.B. der Filmproduzent William (Billy Bob Thornton), seine drogensüchtige Frau Laura (Kim Basinger) und seine Geliebte Cheryl (Winona Ryder). Wir begegen auch Williams bisexuellem Sohn Graham (Jon Foster), dessen Freundin Christie (Amber Heard) und deren gemeinsamen Liebhaber (Germán Tripel). Letzterer ist Gitarrist in der New Wave Band des von Drogen zerfressenen Bryan Metro (Mel Raido). Und dann sind da auch noch ein abgehalfterter und alkoholkranker Playboy (Chris Isaak) und sein ihn verachtender Sohn, oder auch der Kidnapper Peter (Mickey Rourke), der für andere Gangster kleine Kinder entführt ...

KRITIK:

THE INFORMERS basiert auf der gleichnamigen Geschichtensammlung von Bret Easton Ellis und ist ebenso wie AMERICAN PSYCHO eine ätzende Satire auf die Oberflächlichkeit der amerikanischen Gesellschaft der 80er Jahre. Im Gegensatz zu seinem berühmten von Mary Harron (THE NOTORIOUS BETTIE PAGE) verfilmten Serienkillerroman handelt es sich bei THE INFORMERS jedoch um ein Drama in Form eines großen Sittengemäldes im Geiste von Filmen wie Robert Altmans SHORT CUTS (1993) oder Paul Thomas Andersons MAGNOLIA (1999). Allerdings spielte auch hier die literarische Vorlage mit Genre-Versatzstücken in Form eines Vampir-Plots, die jedoch bei der filmischen Adaption nicht berücksichtigt wurden.

Bret Easton Ellis ist mit dieser Verfilmung auch alles andere als zufrieden und auch diverse Kritiker haben den Film fleißig mit Häme bedacht (www.dasmanifest.de). Es ist auch unbestreitbar, dass dieser Film, über den unterschlagenen Vampir-Plot hinaus, mindestens zwei ganz gravierende Schwächen hat: Erstens ist es unübersehbar, dass hier verschiedenen Einzelgeschichten einfach zusammengeschmissen - und nicht wie beim großen Vorbild SHORT CUTS kunstvoll miteinander verwebt - wurden. Zweitens ist THE INFORMERS für einen Film, der den Anspruch hat, das Schicksal gleich eines guten Dutzends an Hauptdarstellern darzustellen, mit einer Laufzeit von gut eineinhalb Stunden ganz eindeutig viel zu kurz.

Und so werden hier die einzelnen Geschichten meist nur kurz angerissen und eine sichtbare Entwicklung der Protagonisten findet in ihnen oft gar nicht statt. Das führt dazu, dass man hier von einer Handlung im üblichen Sinne eigentlich kaum sprechen kann, was sicherlich eine ganze Reihe an Zuschauern als äußerst langweilig empfunden wird. Stattdessen zeigt THE INFORMERS - im Gegensatz zu Filmen wie Robert Altmans Meisterwerk SHORT CUTS - tatsächlich nur (weitestgehend statisch wirkende) Momentaufnahmen und entwirft gerade so ein eindringliches Portrait einer Gesellschaft, die trotz aller äußeren Aufregung im Inneren vollkommen stillsteht.

Weit mehr als AMERICAN PSYCHO weist THE INFORMERS auch über die in den 80er Jahren angesiedelte Handlung hinaus. Auch wenn sich Gregor Jordan ausgiebig der Musik, des Designs und natürlich auch der schrecklichen Frisuren der 80er bedient, so sorgt unter anderem der kalte, moderne Gesamtlook seines Film doch dafür, dass man sich hier, im Gegensatz zu AMERICAN PSYCHO, nicht einfach entspannt zurücklehnt und über die Auswüchse dieser Dekade amüsiert. Stattdessen hat man bei THE INFORMERS viel eher das Gefühl, dass dieser Film im Prinzip ebenso gut in unser heutigen Gegenwart angesiedelt sein könnte.

THE INFORMERS ist das erschreckende Portrait einer Gesellschaft, die sich vor Gier selbst zerfleischt, dabei jedoch ihre innere Leere keineswegs überdecken kann. Alle jagen dem schnellen Sex, Drogen, Geld oder Ruhm hinterher. Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen scheitern an ihrem knallharten Egoismus und all ihre schnellen oberflächlichen Genüsse können nicht einmal sie selbst wirksam davon ablenken, dass ihnen jeder Sinn im Leben abhanden gekommen ist. Da ist L.A. als der Brennpunkt der westlichen "Spaßgesellschaft", die in Wirklichkeit gar keinen Spaß hat, nur der konsequente Schauplatz für ein Drama, welches sich in weniger drastischer Form sicherlich auch bei uns (in der Nähe) abspielt ...

The Informers Bild 1
The Informers Bild 2
The Informers Bild 3
The Informers Bild 4
The Informers Bild 5
The Informers Bild 6
FAZIT:

Der auf einer Geschichtensammlung von Bret AMERICAN PSYCHO Easton Ellis basierende THE INFORMERS ist wie SHORT CUTS auf Koks: kurz, kalt, steril und sehr, sehr böse! - Ansehen!!!

WERTUNG: 7 von 10 abgehalfterte Gestalten aus L.A.´s schöner Glitzerwelt
TEXT © Gregor Torinus
Dein Kommentar >>
Federico | 02.06.2011 18:48
Pf. Keine Vampire.
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Nic | 01.06.2011 21:11
what a waste of actors!
>> antworten


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