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Jurassic World - Das gefallene Königreich

BLOCKBUSTER: USA, 2015
Regie: Colin Trevorrow
Darsteller: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Irrfan Khan, Vincent D'Onofrio

STORY:

Der einstige Park ist ein Schlachtfeld! Drei Jahre nachdem der neu eröffnete Park von den Dinosauriern zerstört wurde, haben die Urzeitriesen sich ihren Lebensraum komplett zurückerobert. Das Paradies Isla Nublar ist in der Hand der Dinosaurier, die dort ungestört leben. Doch die nächste Bedrohung kündigt sich bereits unter der Erdoberfläche an: Der auf der Insel befindliche Vulkan zeigt neue Aktivitäten und droht auszubrechen. Dinosaurierbändiger Owen (Chris Pratt) und die ehemalige Parkleiterin Claire (Bryce Dallas Howard) setzen alle Kräfte in Bewegung, um die Geschöpfe der Urzeit vor der erneuten Ausrottung zu schützen. Die Evakuierung der Tiere wird zum Wettlauf gegen die Zeit. Doch die Mission birgt noch weitere Überraschungen und wird von einer Verschwörung überschattet.

KRITIK:

Die Dinos sind nicht zu bändigen. Als Steven Spielberg 1993 mit Jurassic Park die Urzeitechsen zum Leben erweckte, setzte er einen Meilenstein der Filmgeschichte in jeglicher Hinsicht. Der Film, der auf dem Roman DinoPark basiert, stürmte die Kinocharts und spielte weltweit 915 Millionen US-Dollar in die Kinokassen. Erst als 1997 Titanic erschien, wurde der Park vom Thron des erfolgreichsten Filmes aller Zeiten gestoßen.

Während Vergessene Welt: Jurassic Park 1997 an den Erfolg anknüpfen konnte, blieb der dritte Teil Jurassic Park 3 aus dem Jahr 2001 hinter den Erwartungen zurück. Es schien, als hätte die Reihe seinen Zenit überschritten und die Kinogänger keine Lust mehr auf das Echsengetümmel. Vielleicht lagen die vergleichsweise niedrigen Einspielsummen auch daran, dass sich Spielberg vermehrt der Sci-Fi-Orgie Krieg der Welten zuwendete. Doch jedes gute Franchise benötigt eine kleine "Verjüngerungsspritze", etwas Ruhe und einen Hauptdarsteller, der kurz zuvor unerwartet die Beliebtheitsskalen durchbrach, um wieder an alte Erfolge anknüpfen zu können.

14 Jahre Abstinenz, eine Mischung aus neuer Story und liebevoller Hommage sowie ein gut aufgelegter Chris Pratt, der zuvor mit Guardians of the Galaxy zum Leinwandliebling mutierte, waren das Geheimnis der neuen Trilogie. Die Dinosaurier beherrschten wieder die Leinwand und sorgten bei Kinobesuchern und Kritikern für Lobeshymnen. Eine Box-Office-Gesamtsumme von 1,6 Milliarden US-Dollar weltweit spricht eine eindeutige Sprache.

Ein schweres Erbe für den zweiten Teil der neuen Trilogie. In Summe hat es Regisseur J.A. Bayona geschafft, ein gutes Stück Popcorn-Kino auf die Beine zu stellen. Allerdings kam die große Erwartung, die der spanische Regisseur mit seinem wundervollen Meisterwerk "Sieben Minuten nach Mitternacht", welches Kritiker in Verzückung versetzte, erschuf, irgendwo auf der Insel abhanden. Ein großer Auftakt und ein spektakuläres Feuerwerk stimmen auf die zweistündige Dinojagd ein, doch was folgt, ist eine zähe Mission, an deren Ende geldgierige Offiziere und Millionäre mit Minderwertigkeitskomplex stehen.

Das Drehbuch von Derek Connolly und Colin Trevorrow, die bereits den ersten der Teil der neuen Reihe schrieben, ist offensichtlich unter dem Arbeitstitel "Mehr ist mehr" entstanden. Mehr Dinos, mehr Action, mehr Figuren, mehr Nebenstories, mehr Handlungsverläufe, die sich spätestens in der zweiten Hälfte des Filmes verlieren. Angelehnt an den 1995 erschienen Teil der Reihe wird die Geschichte von Owen und Claire auf das Festland verlegt. Prinzipiell ein cleverer Schachzug, da die ungewohnte Umgebung und die beidseitige Gefahr für Mensch und Tier Potenzial für eine ordentliche Spannungskurve birgt. Doch wenn die Kamera zum wiederholten Male einen Raptor im Unterholz zeigt, der vor einer Wohnsiedlung lustlos brüllt, wird zwar Spannung geschürt, aber nicht vollends ausgespielt.

Der Film jongliert mit vielen Erwartungen, zieht an der Spannungsschraube, aber lässt diese durch etliche "gerade noch geschafft"-Momente wieder abfallen. Eine Methode, die aktuell viele Blockbuster mit sich bringen, anstatt auf das Drehbuch zu vertrauen und unerwartete Situationen zu kreieren. Sicherlich müssen nicht alle Figuren in bester Game of Thrones-Manier abdanken, doch die schiere Anzahl an Szenen, in denen Owen und Claire dem Tod entgehen, wirkt teilweise schon fast übertrieben.

Nahezu unglaubwürdig gestaltet sich die Auktion im herrschaftlichen Landsitz. Der Fantasie sollen keine Grenzen gesetzt sein, im Kino darf geträumt werden. So weit, so gut. Doch ein Hauch von Realismus sollte auch im Blockbuster-Genre herrschen. Wie kann es also sein, dass Urzeitechsen mit einer beispielhaften Größe von 13 Metern in einem zweistöckigen Kellergeschoß versteckt werden? Die dargestellten Größenverhältnisse entsprechen nicht der Realität. In dem Fall hätte der große Kniff der Andeutung ausgereicht, um die Verwahrung der gewaltigen Dinosaurier glaubwürdiger zu erscheinen lassen. Wer 10 Cloverfield Lane gesehen hat und sich wünscht, die Tür wäre nie geöffnet worden, wird sich an den schmerzenden Effekt erinnern.

Dem Erfolg des Franchise wird der sehr durchwachsene Teil Das gefallene Königreich jedoch keinen Abbruch tun. Die Dinosaurier nehmen ihren rechtmäßigen Platz auf allen Kanälen ein. Sie sind dank der neuen Auflage der Dinofilme überall zu finden, was die insgesamte Popularität der Franchise widerspiegelt. Beispielsweise taucht der Dinofan im themengebrandeten Slot Game Jurassic Park von Betway in die Welt des Parks ein und versucht, mit verschiedenen Walzen die Dinosaurier, Zahlen und Symbole in der passenden Kombinationen zu arrangieren und Bonus-Features freizuschalten. Die bekannten Gesichter der Figuren und der Look des Filmes geben besonders Fans die Möglichkeit, sich im Kosmos der Isla Nublar zu bewegen. Hier muss niemand die Insel verlassen! Die Vielfalt des Merchandise ist damit aber noch lange nicht ausgenutzt. Spielzeuggigant Lego hat sich sogar die Mühe gemacht, die gesamte Welt der Dinos in kleine Steckbausteine zu zerlegt, um die Geschichten detailgetreu nachspielen zu können. Wer sich lieber komplett mit Haut und Haar in das Abenteuer stürzen möchte, kann einen der neuen Freizeitparks besuchen. In Orlando, Singapur und Osaka werden aktuell verschiedene Attraktionen und Welten erbaut, die für aufregende Erlebnisse und echten Nervenkitzel sorgen. Achterbahnen und Ride-Throughs im Dinopark versetzen bereits jetzt die Fans in Aufruhr. Der Markt rund um und das Interesse an Jurassic Park sind ungebrochen, was auch ein weniger zufriedenstellender Teil des Franchise definitiv nicht ändert.

FAZIT:

Der Fluch des zweiten Teils hat auch die Dinos erwischt. Der faszinierende Auftakt vernichtet nicht nur die Insel, sondern auch die Hoffnung darauf, dass die Menschheit aus ihren Fehlern gelernt hat. Was bleibt, ist die Vorfreude auf den 2020 angekündigten letzten Teil.

Gast-Review von Melina

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