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Murder in a Blue Light

Murder in a Blue Light

OT: Omicidio a luci blu
GIALLO: ITALIEN, 1991
Regie: Alfonso Brescia
Darsteller: Florence Guérin, David Hess, Joseph Misiti, Brian Peterson

STORY:

In New York geht ein als Polizist verkleideter Killer um, der zwischen den Beinen seiner (bereits toten) Opfer Handgranaten-Attrapen (!) plaziert. Der mit dem Fall beauftragte Sergeant Flanagan (David Hess) tappt im Dunkeln. Doch er ist nicht der einzige, der Nachforschungen anstellt. Auch das Model bzw. die Prostituierte Starlet Dubois/Cherie scheint mit Hilfe der bei ihren Kunden beliebten perversen Rollenspiele etwas herausfinden zu wollen...

KRITIK:

Ja, wenn man sich als unerschrockener Italofan traut, sich auch abseits der bekannten Meisterwerke nach versteckten Perlen umzusehen, sollte man unbedingt die Bereitschaft mitbringen, für diese Leidenschaft wirklich alles zu opfern: wertvolle Lebenszeit (KILLING OF THE FLESH), den eigenen Verstand (MADHOUSE) … und zu guter Letzt dann auch noch die körperliche Unversehrtheit...

… So sah ich mir neulich die wohl bislang grottigste vieler grottiger Giallokopien brennenden Auges an. - Und allein der Gedanke an dieses Erlebnis treibt wieder den Schmerz in meine Netzhaut zurück. - Doch im Gegensatz zu den beiden oben erwähnten Filmen, war dies trotzdem eine Erfahrung, die das Opfer wert war. Denn der bereits in fast völliger Obskurität versunkene Spätgiallo MURDER IN A BLUE LIGHT aka HOMOCIDE IN A BLUE LIGHT ist zwar kein vergessener Klassiker, aber immerhin ein durchaus unterhaltsames Filmchen.

Wie die Inhaltsangabe bereits erahnen lässt, ist die Handlung an sich hier nicht wirklich der Rede wert. Dieser Film ist kein spannender Thriller, sondern ein leichter, seinen ziemlich eigenen Charme versprühender Spaß. Ungewöhnlich ist hier bereits die Besetzung des sympathischen Inspektors durch den Berufspychopathen David Hess (LAST HOUSE ON THE LEFT). Doch der wahre Bonbon ist sexy Florence Guérin (TOO BEAUTIFUL TO DIE), auf die sich folgerichtig auch der Großteil der (kaum vorhandenen) Handlung konzentriert.

Und wir dürfen dieses Italo-Schnuckelchen auch gleich in zwei verschiedenen reizvollen Rollen bewundern: einmal als freches Fotomodell und dann noch zusätzlich bei ihrem temporären Nebenjob als Prostituierte, welche die durchweg außergewöhnlichen Wünsche ihrer Kunden mit Freude erfüllt. Beides ist nicht nur nett anzusehen, sondern sorgt, insbesondere in letzterem Falle, auch immer wieder für kurzweilige Heiterkeit.

MURDER IN A BLUE LIGHT verbindet die relative Eleganz und den lässigen Witz von MYSTERE mit den sleazigen Rollenspielen von PLAY MOTEL. An den qualitativ besseren MYSTERE erinnert auch der streckenweise äußerst funkige Score und das coole Bullen-Nutten-Gespann. Die Handlung ist bei MURDER IN A BLUE LIGHT zwar noch spannungsärmer geraten, doch dafür vermied es der Regisseur cleverer Weise uns Florence Guérins attraktiven Body vorzuenthalten.

Ja von letzterem hätte ich gerne noch mehr gesehen! - Doch wie bereits erwähnt: Was für eine gruslige Kopie! So kann ich über die rein filmischen Qualitäten auch nicht wirklich viel sagen. Über meinen Bildschirm flimmerte jedenfalls kein blaues Licht, sondern nur eine verpixelte grau-braune Soße. Trotzdem möchte ich die starke Vermutung äußern, dass MURDER IN A BLUE LIGHT auch auf inszenatorischer Ebene deutlich stärker, als die meisten anderen Gialli aus den frühen 90er Jahren ausgefallen ist. - Aber bewerten kann ich nur, was ich auch tatsächlich sehe, und das war in diesem Fall leider nicht wirklich viel...

Murder in a Blue Light Bild 1
Murder in a Blue Light Bild 2
Murder in a Blue Light Bild 3
Murder in a Blue Light Bild 4
FAZIT:

Der aus dem Jahre 1991 stammende MURDER IN A BLUE LIGHT ist sicherlich kein vergessenes Genre-Highlight, aber trotzdem ein durchgehend unterhaltsam geratenes, sleaziges Filmchen und auch deutlich besser, als andere bereits auf DVD veröffentlichte TV-Giallo-Gurke aus der gleichen Zeit.

WERTUNG: 6 von 10 vermutlich tatsächlich bläulich schimmernde Lichter...
TEXT © Gregor Torinus
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