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Naked Lunch

Naked Lunch

THRILLER/HORROR/DRAMA: USA, 1991
Regie: David Cronenberg
Darsteller: Peter Weller, Judy Davis, Ian Holm, Roy Scheider

STORY:

Naked Lunch Das Leben kann einem schon schöne Streiche spielen! Vor allem, wenn man als Kammerjäger arbeitet und von dem Pulver, das das Ungeziefer killt, die Finger nicht lassen kann. Und so davon vollgedröhnt ist, dass man die Tierchen nur anhauchen muss, dass sie draufgehen. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die seltsamsten Szenen abspielen.

KRITIK:

Naked Lunch Ein wunderbar abstoßender Film! Der ganz normale Horrortrip eines Mannes, der die falschen Drogen erwischt hat: inklusive Schreibmaschinen, die sich in Käfer verwandeln, homosexuellen Monstern in blutiger Action, eigenartigen Tierchen mit phallischen Auswüchsen, die dann wieder zur Schreibmaschine mutieren.

Und das ist noch lange nicht alles, was die Verfilmung des skandalumwitterten Buchs von William S. Burroughs an Bizarren zu bieten hat.

Naked Lunch Irgendwann offenbart der Schreibmaschinenkäfer, dass die Frau des Kammerjägers eine Interzone-Agentin sei. Es gilt natürlich, sie zu töten. Und der Kammerjäger ist gar nicht so apathisch, wie er wirkt. Ganz clever, wendet er die einzige Methode an, wie man auf jemanden eine Waffe richten kann, ohne dass dieser wegrennt: das gute alte Wilhelm-Tell-Spiel!

Mir scheint, ich verrate jede Menge von diesem Film. Und doch ist die Handlung so unfassbar, dass ich nicht zu viel verraten kann. Nur wer den Film auch sieht, traut seinen Augen. Und ist sich dessen bewusst, dass man gerade den Augen nicht trauen kann.

Cronenberg wagte sich Anfang der Neunziger an die Visualisierung von Halluzinationen im Drogenrausch. Und dies auf so gnadenlose Art und Weise, dass er viele jüngere Filme dieses Genres beeinflusst hat.

FAZIT:

David Cronenberg und William S. Burroughs laden dich zum Lunch. Da brauchst du aber einen starken Magen, mein Lieber!

WERTUNG: 10 von 10 samtweichen Käferlippen
TEXT © Greta
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Videodrome
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PSYCHOHORROR: KANADA, 1982
8/10
Spider
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DRAMA: CAN 2002
7/10
A History of Violence
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THRILLER: USA/CAN, 2005
9/10
Dein Kommentar >>
Federico | 02.12.2010 15:58
EIn guter Film, aber ich denke mit der Wertung und der Lobpreisung wurde etwas übertrieben:
NAKED LUNCH besitzt definitiv Schwächen - die liegen an den oftmals langatmigen Szenen, der unausgereiften Geschichte (zugegeben, ich kenne die Vorlage nur auauf Grund meines Studiums und der ausführlichen Beschäftigung damit, selbst gelesen habe ich sie nie) und den ein oder anderen unpassenden Schauspieler.
Die großen Stärken von NAKED LUNCH bestehen jedoch definitiv aus seiner obskuren Szenerie, dem wunderbar trockenen Schauspiel von Peter Weller (wird unterschätzt, der Mann) und den teils köstlich anstrengenden und absurden (meißt) Monologen... je öfter ich diesen Film sehe, umso leichter fällt es mir auch die Story und die Symbolik dahinter zu erkennen (wirklich "erkennen", "verstehen" an sich, wäre übertrieben). Andererseits nimmt der Film einen ebenso die Lust sich ihn bald wieder anzutun, da - so humorvoll und unterhaltsam er auch sein mag - er trotz allem eine Tour de Force für den Zuschauer ist und sich auch nur dann ganz eröffnet, wenn Laune und Publikum passen (nicht selten habe ich den Film nach einer Stunde abgedreht, weil ich ihn nicht mehr "ertragen" habe).
8 von 10 Kanister Insektenvernichtungsmittel
Bruise | 25.11.2014 15:50
Ein absoluter Geniestreich, sieht man den Film als Interpretation der Metaebene, die das Buch durchzieht.
Wenn man sich dann auch noch mit Burroughs Leben auseinandersetzt, versteht man nochmehr, was Cronenberg hier getan hat. Für einen ExJunkie muss dieser Film unglaublich beklemmend sein, als Sohn eines ExJunkies war er wahrhaft Balsam für meine Seele, da mir diesen Zusammenhang des Wahnsinns, wie er im Film dargestellt wurde, kein Psychologe der Welt hätte erklären können. 10 von 10 nach Liebe lechzenden Arschlöchern
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harald | 01.11.2005 16:45
hübsche kritik, greta, danke. ich hab den film vor - verdammt noch mal, die zeit vergeht - vierzehn jahren auf video gesehen. ist mir als die freudianisch-intellektuelle variante von 'fear and loathing in las vegas' in erinnerung geblieben.
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