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Private House of the SS-Girls

Private House of the SS-Girls

OT: Casa privata per le SS
THRILLER/EROTIK: I, 1977
Regie: Bruno Mattei
Darsteller: Gabriele Carrara, Marina Daunia, Macha Magall, Vassili Karis

STORY:

Hans Schellenberg richtet im Auftrag der SS ein Bordell ein, um ranghohe Verräter in der Wehrmacht durch Sex zu enttarnen.

KRITIK:

Naziploitation gehört ja nicht gerade zu den angesehensten Genres, die die Filmgeschichte so hervorgebracht hat.
Und selbst wenn die eigene Freundin nach dem exzessiven Konsum von WiP-Filmen wie Sasori noch nicht das Weite gesucht hat, so wird sie es spätestens bei Casa privata per le SS tun.

Dabei gehört Bruno Matteis einziger Genrebeitrag noch zum harmloseren Schlag. Im Gegensatz zu Lagerfilmen wie Ilsa - She-Wolf of the SS oder SS Experiment Love Camp, werden hier keine Lagerinsassen zu merkwürdigen bis abartigen Sexspielchen und Experimenten gezwungen.

Nein, hier wird Sex nur auf freiwilliger Basis - so wird es jedenfalls zu Beginn behauptet, so ganz scheint mir das allerdings nicht der Fall zu sein - von jungen, vaterlandstreuen Frauen "zum Wohle des Reiches" praktiziert.

Zuvor allerdings müssen die aufrichtigen, tapferen Liebeskrieger auf ihren Auftrag vorbereitet und zu gehorsamen Sexmaschinen geformt werden. Dazu wurde von Doktor Jürgen und Frau Inge ein strammes Trainingsprogramm erstellt, das von rhythmischen Turnübungen im Garten über mehr oder minder freiwillige Geschlechtsverkehr mit hässlichen, fetten Männern bis hin zum Sex mit einem deutschen Schäferhund (!) reicht - würde mich nicht wundern, wenn die auserwählte Claudia heißt.

Bei so ziemlich jedem anderen Film würde ich hier eine filmische Aufarbeitung der Unterdrückung der Frau vermuten. Bei Perversions du 3e Reich, so der nicht unpassende französische Alternativ-Titel, ist daran allerdings nicht einmal im Entferntesten zu denken - was wohl auch an der Tatsache liegt, dass sich die Spielzeit ohne entblößte Brüste auf nicht einmal 20 Minuten belaufen dürfte.

Womit wir bei einem der Probleme des Films wären: Fast 95 Minuten Spielzeit sind eindeutig zu lang. 10-15 Minuten weniger hätten SS-Girls wirklich gut getan. Da man nämlich annehmen muss, dass Bruno Mattei durchaus eine gewisse Spannung erzeugen wollte - immerhin nimmt sich der Film erschreckend ernst -, so muss man diesen Versuch für gescheitert erklären.
Dennoch sind die stellenweisen Längen recht gut zu verschmerzen, da sie nicht nur von reichlich Nackt- und Sexszenen - die mit Erotik jedoch so viel zu tun haben wie kalter Kaffee - begleitet werden, sondern auch von Szenen, die in einen immer wieder in Staunen versetzen.

Gerade als man dachte, man hat in diesem Film alles gesehen - ich erinnere an Claudias Liebesnummer mit Kommissar Rex -, setzt Mattei noch einen drauf. Ein gutes Beispiel wäre hier wohl eine Abtreibung zu nennen, die mittendrin abgebrochen wird, um die regulären Untersuchungen durchzuführen, was dazu führt, dass die glückliche Mutter das Kind in Rekordzeit gebären kann und so die schlechteste Baby-Attrappe der Filmgeschichte zu Tage fördert.

Zu Lachen gibt es aber auch viel auf Kosten der schauspielerischen Leistungen der Darsteller - verfeinert durch die spaßige deutsche Synchronisation -, die bei "nicht vorhanden" anfangen und bei "nicht vorhanden" aufhören. Diese Tatsache fällt aber nicht im Geringsten negativ auf, fügt sie sich doch ausgezeichnet in das Gesamtbild dieser Produktion ein, und verleiht ihr einiges an trashigem Charme.

Positiv erwähnen möchte ich noch die ambitionierte Kameraarbeit von Emilio Giannini - der sich unter anderem aus dem Repertoire des Italo-Western bedient - dabei aber leider mit den widrigen Produktionsbedingungen zu Kämpfen hat.

In diesem Sinne: "Na macht schon, ihr könnt den Führer doch nicht hängen lassen!".

Private House of the SS-Girls Bild 1
Private House of the SS-Girls Bild 2
Private House of the SS-Girls Bild 3
Private House of the SS-Girls Bild 4
Private House of the SS-Girls Bild 5
Private House of the SS-Girls Bild 6
Private House of the SS-Girls Bild 7
FAZIT:

Private House of the SS-Girls ist italienischer Nazi-Sleaze mit dem Genrefans, aber auch Freunde von Filmen jenseits des guten Geschmacks durchaus ihren Spaß haben können.

WERTUNG: 4 von 10 schlechten Weltherrschafts-Lachern
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