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Star Trek - Der Film

Star Trek - Der Film

OT: Star Trek: The Motion Picture
SCI-FI: USA, 1979
Regie: Robert Wise
Darsteller: William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley

STORY:

Eine riesige Raumsonde steuert auf die Erde zu und macht keine Gefangenen. Die Enterprise ist das einzige Raumschiff in Reichweite....

KRITIK:

Mai 2009 wird der neue Star Trek ins Kino kommen. Ein Relaunch, ein Versuch das totgeglaubte Franchise wiederzubeleben, mit jungen Darstellern und einem Budget so Big wie noch nie. Da ist es doch Zeit einmal das Feld von hinten aufzurollen.

Star Trek ist eigentlich primär ein TV-Phänomen. Ein mittlerweile aus fünf Serien bestehendes intelligentes Sci-Fi Franchise mit teils bahnbrechender Dramaturgie, engagierten Inhalten und einem wegweisenden technischen Niveau.

Es gab unter anderem den ersten TV-Kuss zwischen einer Afroamerikanerin und einem weißen Amerikaner (natürlich auch dort unter dem Einfluss einer fremden (außerirdischen) Macht, so wie bei uns junge Liebende in der Literatur, etwa Tristan und Isolde, im Mittelalter nur unter dem Einfluss eines Liebestrunkes auf die Idee kommen konnten sich nicht in den von den Eltern ausgewählten Partner zu verlieben. Alles andere wäre der Kirche bzw. dem puritanischen Amerika der sechziger Jahre zu unmoralisch gewesen. Aber ich schweife ab.

Es gab also einen Russen und einen Japaner und eine afroamerikanische Frau (!) in der Stammbesetzung (als Offiziere auf der Brücke(!)) und das nicht allzu lange nach dem zweiten Weltkrieg, mitten im Kalten Krieg und der Bürgerrechtsbewegung. Kein Wunder, dass sich da große deklarierte Fans finden wie ein Martin Luther King oder ein Stephen Hawking. Und mich natürlich;-)

Im Kino sieht's ein dafür bisschen anders aus, da ist Star Trek, ich muss es zugeben, doch eher eine knapp überdurchschnittliche dem Entstehungsdatum nach immer popcornlastigere Filmreihe, die aber durchaus den einen oder anderen ausgezeichneten Teil hervorgebracht hat.

Somit kommen wir endlich zum vorliegenden Film Star Trek- The Motion Picture.

Die originale Star Trek Serie wurde anfangs eher belächelt. Doch sie entwickelte sich in ihren Wiederholungen zum Quotenrenner. Die Figuren Kirk und Spock wurden zu fixen Größen unserer Popkultur. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis man versuchen würde da, auch mit einem schielenden Auge auf den Erfolg von Star Wars, ein bisschen mehr Geld herauszuquetschen.

Aber meine Güte, in den späten Siebzigern machte man das noch ganz anders als heute. Trotz eines sagenhaften (weil durch technische Probleme überzogenen Budgets) von 44 Millionen Dollar (der bis dahin nach Kleopatra zweit teuerste Film aller Zeiten und wurde erst durch Star Trek 9 aus dem Jahre 1998 (!) in dieser Hinsicht übertroffen) achtete man auf Qualität.

Mit der Regie wurde niemand geringerer als Oscarpreisträger Robert Wise beauftragt. Jawohl, der Regieassistent von Orson Welles (der übrigens seine berühmte Stimme dem Trailer lieh) bei u.a. Citizen Kane und The Magnificent Andersons.

Das Drehbuch eigentlich völlig unkommerziell, weil ohne richtige Action auskommend und die Inszenierung von schwelgend-barocker Üppigkeit und getragener Geduld.

Natürlich als ich den Film mit 11 Jahren zum ersten Mal sah, dachte ich mir, so wie alle Kritiker bei seinem Erscheinen: "Langweilig!" Aber als ich ihn dann vor einigen Jahren wieder sah musste ich feststellen, das ich mich in meinem jugendlichen Übermut schwer verschätzt habe, denn dieser Film ist wahrlich in Würde gealtert. Vor allem durch die Erlaubnis einen Director's Cut zu schaffen konnte man endlich die wunderbare Vision in voller Pracht genießen.

Es ist vor allem wichtig kein klassisches Popcornmovie zu erwarten. Der erste Star Trek geht ganz klar in Richtung Kunstfilm. Jede Aufnahme wird zelebriert, von Jerry Goldsmiths fabelhafter und oscarnominierter Musik untermalt, sei es nun das prächtige Raumschiff Enterprise, wenn es majestätisch durchs All gleitet, oder die liebgewonnen Figuren, der narzistisch-geniale Captain Kirk, der faszinierend-logische Vulkanier Spock oder der schrullige Advokat der Menschlichkeit Dr. "Pille" McCoy.

Man wird, so man zum Staunen fähig ist, mit einem wahren Bilderrausch in eine magische Fantasiewelt hineingezogen, wo der älteste Kampf der Welt, Vernunft/Logik gegen Gefühl/Allzumenschlichkeit, herrscht und wo wir am Ende lernen, dass es das eine nicht ohne das andere geben kann um die Erfüllung zu finden.

Dazwischen lauern allerdings noch Gefahren wie fremde Mächte, Wurmlöcher und pseudowissenschaftliche Dialoge voller faszinierender Fremdwörter, die nicht nur dem Forschungsdrang in Philologen wecken sollten. Wer sind wir? Wo gehen wir hin? Was ist der Mensch? Soll das schon alles gewesen sein?

Diese Fragen stellt Star Trek in seinen besten Momenten. Star Trek-Der Film ist einer davon. Ein rückblickend grenzgenialer Siebziger Jahre Sci-Fi Schinken im Fahrwasser des großartigen 2001- Odyssee im Weltraum ("Es gab nur zwei Arten diesen Film zu sehen. Bekifft reinzugehen, oder bekifft rauszukommen."), der einfach nur eine großartige, philosophische und doch sehr menschliche Geschichte auf eine reife Art erzählt, ohne dem Zwang zu erliegen möglichst viele Explosionen und Actionszenen an möglichst zentralen Stellen des Films unterzubringen. Dieses Niveau konnte Star Trek (zumindest) im Kino leider nie wieder (ganz) erreichen...

Star Trek - Der Film Bild 1
Star Trek - Der Film Bild 2
Star Trek - Der Film Bild 3
Star Trek - Der Film Bild 4
Star Trek - Der Film Bild 5
Star Trek - Der Film Bild 6
FAZIT:

Großartiger Science-Fiction-Kultfilm der uns mit Humor, Herz für seine Figuren und dem Drang zu Philosophieren in wunderschönen Bildern auf eine Reise dorthin mitnimmt, wo noch niemals ein Mensch zuvor gewesen ist. Faszinierend!

WERTUNG: 9 von 10 Brückenoffizieren
TEXT © Ralph Zlabinger
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Dein Kommentar >>
Pit | 04.08.2014 03:02
Wo die alte Serie aufhörte mit Spock u.Kirk.
War ich als Star Trek Fan sehr traurig.
Hoffnung keimte auf und die Wiedersehensfreude der Altstars in einem Kinofilm.(Weinendes Auge vor Freude.)Fantastisches Wiedersehen der Charaktere.
Ich muss zugeben die visuellen Effekte sind beeindruckend.Ist aber auch der Kritikpunkt,es wurde mehr wert auf die visullen Effekte gelegt das das Star trek filling nicht so zur enfaltung kam.
Trotzdem hervoragender Film und jetzt besonders durch zusatzszenen versteht man den Film besser.
Einfach Phantastisch!
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