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Tanz um dein Glck

Tanz um dein Glück

OT: Chance pe dance
BOLLYWOOD: INDIEN, 2010
Regie: Ken Ghosh
Darsteller: Shahid Kapoor, Genelia D'Souza, Mohnish Bahl, Vikas Bhalla

STORY:

Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende, aber talentierte Sameer möchte ein Bollywood-Star werden. Er verlässt Delhi, um in der großen Filmmetropole seinen Traum zu verwirklichen. Drei Jahre später hangelt er sich immer noch erfolglos von Casting zu Casting, ist pleite und wird von seinem Vermieter vor die Tür gesetzt. Doch er gibt nicht auf. Mit Schützenhilfe der süßen Choreographin Tina versucht er sich bei "Indien sucht den Superstar". Kurz vor dem Ziel droht ein Unglück Sameer Träume für immer zu zerstören…

KRITIK:

Okay, von einem Innovationspreis ist der Plot von TANZ UM DEIN GLÜCK wohl soweit entfernt wie ich Dancefloor-Spastiker davon ein so guter Tänzer wie Hauptdarsteller Shahid Kapoor zu sein. Und zumindest bei den Bollywood-Fans in Übersee ist der Film schon durchgerasselt. Aber vielleicht war er denen auch nur zu kurz: Mit 117 Minuten hat Ken Ghosh für dieses für seine perversen Überlängen bekannte Genre eher einen Kurzfilm abgeliefert.

Oder ist CHANCE PE DANCE bei seinem internationalen Publikum etwa in Ungnade gefallen, weil es das Drehbuch/ Geschick viel zu gut mit den Protagonisten in TANZ UM DEIN GLÜCK meint?

Und in der Tat: Im Gegensatz zu anderem großen Bollywood-Herzschmerz bleiben Sameer und co. von den wirklich heftigen Grausamkeiten der Liebe und des Schicksals auf geradezu auffälliger Weise verschont.

Bedeutet konkret, dass hier niemand unheilbar an einer aggressiven Form der Maul-und Klauenseuche erkrankt und somit keiner der Beteiligten kurz vor dem ISDSS-Finale noch für eine herzzerreißenden Krankenhausszene ins Siechenbett muss. Des Weiteren wird auch niemand vom Vater verstoßen oder zwangsverheiratet.

Vielleicht liegt darin Ghoshs Fauxpas. Vielleicht hätte er einfach mehr Rauswürfe, Liebeskummer und Tränen einkalkulieren müssen. Denn damit rechnet schließlich auch das am nähesten am Wasser gebaute und sanftmütigste Bollywood-Fangirlie. Die Taschentücher wollen ja schließlich nicht umsonst gekauft sein.

Aber nada: CHANCE PE DANCE ist da eher ein Vertreter der unbeschwerten, weniger theatralischen Unterhaltung. Kein Film zum Mitweinen.

Doch obwohl der Film von seiner ersten bis zu seiner letzten Tanzeinlage ein einziges Klischee ist; nett unterhalten tut er trotzdem. Vielleicht nicht unbedingt die Allgemeinheit, aber ganz sicher doch die Fans von Shahid Kapoor. Und an weiblichen Verehrerinnen dürfte es dem smarten Burschen, ehemaligen Tanzlehrer und designierten Thronfolger von Sharukh Khan eher nicht mangeln.

Und keine Frage: Man gönnt dem stets freundlich lächelnden Shahid Kapoor auch den Erfolg; sofern er sich am Ende nach vielen Liedern, Tänzen und Enttäuschungen auch wirklich einstellen sollte. Shahid, beziehungsweise seine Rolle Sameer, hat das Herz am rechten Fleck, Talent und Ideale und ist zwar eine eindimensionale Klischeefigur, aber doch irgendwie liebenswürdig. Auf alle Fälle steht Sameer in unserer Sympathieskala viele Welten über diesen geltungssüchtigen, großkotzigen und zumeist auch kleinkriminellen Kandidaten, die die Bühnen unserer hiesigen TV-Talentshows (wie Bakterien) besiedeln.

Und da sich der ganze Film quasi um Shahid Kapoor dreht, ist dass doch schon einmal die halbe Miete. Und Genelia D’Souza, in die sich Kapoor in diesem Film verliebt, tritt einmal mehr den lebenden Beweis an, dass es in Indien wunderschöne Frauen gibt. Nur geht sie neben ihrem männlichen Co-Star ein bißchen unter. Headliner in TANZ UM DEIN GLÜCK ist ganz klar Kapoor.

Tanz um dein Glück Bild 1
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Tanz um dein Glück Bild 6
FAZIT:

TANZ UM DEIN GLÜCK ist naiv, zuckersüß und bedient natürlich jedes Klischee der altbekannten Geschichte eines jungen Mannes, der von ganz unten nach ganz oben will. Die Unterhaltung ist seicht und tut nicht weh. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass das Bollywood-Kino eines Sharukh Khans epischer, prächtiger und farbenfroher ist; Hauptdarsteller Shahid Kapoor tanzt zu teils modernen Musikstücken wie ein junger Gott und gibt eine sympathische Figur ab. Die ganz großen Tragödien bleiben allerdings aus und auch die Lovestory wird diesmal nicht in epischer Breite erzählt. Doch Kapoor-Fans werden sich davon nicht schrecken lassen und dürfen sich schon einmal den 1.Oktober vormerken, denn dann bringt unser Kölner Lieblingslieferant asiatischer und indischer Spezialitäten REM den Film in die Läden.

PS in eigener Sache: Leider muss die Zahlenwertung diesmal ausfallen. Ich habe es irgendwie nicht auf die Reihe gekriegt, diesen Film genreübergreifend und allgemeingültig zu bewerten. Irgendwie haben die Vergleiche mit DAWN OF THE DEAD oder SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS oder IN EINEM LAND VOR UNSERER ZEIT oder TERMINATOR 3 oder SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD oder EMANUELLE immer gehinkt. Und da im Angesicht von INCEPTION jeder Film ohnehin mit einem Nolan-gegebenen Handicap von mindestens 7 Minuspunkten ins Rennen geht, kam ich auf ein Ergebnis von ... Ach, lassen wir das: See me twinkle und lieber Harald - verleihe CHANCE PE DANCE bitte zweieinhalb Bollywoodsterne in meinem Namen. Danke! ; )

WERTUNG: 0/10
TEXT © Christian Ade
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Dein Kommentar >>
Mauritia Mayer | 29.09.2010 07:29
Ein erfrischend unterhaltsames Review; macht Spaß, es zu lesen, auch wenn ich den Film nicht kenne bzw. nie ansehen werde. Bravo, Chris :)
>> antworten
Johannes | 28.09.2010 21:06
Chris? Was... tust... du...?
Ralph | 28.09.2010 21:36
Jaja, mach dich nur lustig. ;-)
Johannes | 28.09.2010 21:42
Ach komm. Von Barn of the naked Dead zu... Bollywood. Ich glaube, wenigstens so ein ganz kleines bisschen darf ich mich drüber lustig machen. ;-)
Andreas | 29.09.2010 02:39
der chris ist eben eine coole sau, die sich in keine schublade stecken läßt! vom blut-beuschel zum asiatischen arthouse zum fishrestaurant zum ... ja, was kommt eigentlich als nächstes??

(ich warte ja immer noch auf das tentakel-hentai special, das ich selbst nie schreiben könnte, weil ich mich viel zu sehr schämen würde und außerdem niemals sowas je gesehen habe...)
Johannes | 29.09.2010 05:52
Na, ich behaupte ja eher, dass da seine Frau mal einen Film gucken wollte... ;-)
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