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The Butcher Boy

The Butcher Boy

DRAMA: IRL 1997, 1997
Regie: Neil Jordan
Darsteller: Stephen Rea, Eamonn Owens, Fiona Shaw

STORY:

Irland in den frühen 60ern. Der Vater des 12-jährigen Francy Brady ist Alkoholiker, die Mutter ein nervliches Wrack. Vor der Hölle des Alltags flüchtet der verstörte Junge in bizarre Phantasiewelten. Doch je mehr die Welt um ihn sich von ihm abwendet, desto gefährlicher wird die Zeitbombe, die in seinem Inneren tickt ...

KRITIK:

The Butcher Boy Dies ist meines Wissens der letzte Film des irischen Regisseurs Neil Jordan (Die Zeit der Wölfe, Interview mit einem Vampir, The Crying Game), der es hierzulande in die Kinos geschafft hat. Die Kritiken waren damals, 1997, eher verhalten bis ablehnend.

Völlig zu unrecht, würde ich mal sagen. Die Verfilmung des Romans von Patrick McCabe ist ein groteskes und zugleich einfühlsames Portrait einer Kindheit im Irland der sechziger Jahre: Vor einer scheinbar idyllischen Kleinstadtkulisse voller freundlicher, gottesfürchtiger Menschen erzählt Neil Jordan eine Coming of Age-Story, die alsbald in eine grimmige Paranoia-Fallstudie übergeht.

Verkohlte Schweineköpfe in einer atomar zerstörten Traumstadt, Außerirdische mit Insektenköpfen und onanierende Priester kreuzen den Weg des zwölfjährigen Francy Brady, der ihm vom kaputten Elternhaus über ein katholisches Erziehungsheim in eine psychiatrische Klinik führt. Kein Wunder, dass unser kleiner Held irgendwann Amok laufen wird ...

The Butcher Boy Neil Jordan kombiniert Motive aus Klassikern wie Amacord (die wehmütigen Erinnerungen an eine lange zurückliegende Kindheit), Einer flog über das Kuckucksnest (die Kritik an einem inhumanen Psychiatriewesen) oder A Clockwork Orange (der jugendliche Deliquent, der zum Opfer seiner feindlichen Umgebung wird) zu einem bizarren und bildgewaltigem kleinen Meisterwerk.

Offenbar haben die Jugendschützer nur die recht harmlosen ersten 20 Minuten dieses Films gesehen, anders lässt sich die Ab 12-Freigabe nicht erklären. Und: Kann ein Film schlecht sein, in dem Sinead O Connor als Gottesmutter Maria erscheint?

FAZIT:

Ein relativ unbekanntes, spätes Meisterwerk des irischen Regisseurs Neil Jordan, der hier virtuos verschiedenste Genres (schwarze Komödie, Coming of Age Drama, Slasher-Movie) zu einem höchst eigenständigen, bildgewaltigen Gesamtkunstwerk vereinigt.

WERTUNG: 8 von 10 Atomexplosionen
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