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The Zero Boys

The Zero Boys

ACTION/SLASHER: USA, 1986
Regie: Nico Mastorakis
Darsteller: Daniel Hirsch, Kelli Maroney, Nicole Rio. Joe Estevez

STORY:

Die Zero Boys, ein Trio von heldenhaften studentischen Freizeit-Soldaten, haben eben ein Paintball-Tournier für sich entschieden und machen sich mit ihren fönwellengeschmückten Groupies auf ins kalifornische Hinterland. Doch die romantische Feierstunde bei Kaminfeuer und Dosenbier nimmt ein abruptes Ende, als mörderische Hinterwäldler die Szenerie betreten und zur Menschenjagd blasen. Da trifft es sich gut, dass die Boys auch im Urlaub stets ihre Uzis griffbereit haben ...

KRITIK:

Neben dem berüchtigten Exploitation-Kracher DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS zählt THE ZERO BOYS zu den bekanntesten Filmen von Nico Mastorakis, seines Zeichens griechischer Hollywood-Exilant, Independent-Filmmogul, Musiker, Romanautor und auch kurzzeitiger TV-Macher im Solde der griechischen Militärjunta. Ein bewegtes Leben, wie man so schön sagt.

THE ZERO BOYS ist dieser Tage auf Blu-ray erschienen und hat mir das Nostalgie-Herzerl übergehen lassen. Alles an diesem Film atmet die Eighties: Die Fönwellen. Die Musik (Hans Zimmer!). Vor allem aber die ausgesprochen hübsche Lichtsetzung und der dekorativ wabernde EVIL DEAD-Gedächtnis-Trockeneisnebel, in dem man sich sofort wie zu Hause fühlt. Nico Mastorakis mag zwar weder ein großer Geschichtenerzähler noch ein Spannungs-Maestro sein, aber wie man das Wort Atmosphäre buchstabiert, das weiß er.

Ähnlich wie Charles Band, Albert Pyun, James Glickenhaus oder Lloyd Kaufmann war auch Mastorakis ein Low Budget-Auteur, der die meisten seiner Filme selbst schrieb und produzierte. Man schrieb die Achtziger. Der Video-Boom machte es möglich, dass die Bosse der kleinen, unabhängigen Studios kreative Narrenfreiheit genossen und die Vorstadt-Videotheken mit experimentellen Genre-Mixturen beglücken durften.

In THE ZERO BOYS wird der Backwood-Slasher-Film mit dem Eighties-typischen Haudrauf-Actionkino kurzgeschlossen, meterlanges Mündungsfeuer, Explosionen und blaue Neonblitze inklusive. Ähnliche Exzesse wie in DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS sollte man sich aber nicht erwarten. Die wären im Kontext dieses Films auch irgendwie deplatziert. Auch wenn Snuff-Movies thematisiert werden - übrigens ein Novum für die Achtziger - bleibt der Härtegrad vergleichsweise gemäßigt. Was kein Nachteil sein muss. Stichwort Imagination und Kopfkino.

Wer die Genre-Beiträge dieser Dekade liebt, sollte die Blu-ray auf die Einkaufsliste setzen. Als Bonus gibt es ein amüsantes "Selfie"-Interview von und mit Nico Mastorakis, in dem der Regisseur Fragen an sich selbst richtet. Ein amüsanter und aufschlussreicher Blick in the mind eines Genre-Auteurs.

The Zero Boys Bild 1
The Zero Boys Bild 2
The Zero Boys Bild 3
The Zero Boys Bild 4
The Zero Boys Bild 5
FAZIT:

Drei passionierte Paintball-Spieler geraten in die Fänge mörderischer Hinterwäldler. Da hilft nur eins: Uzis durchladen und auf alles schießen, was sich bewegt. Experimenteller Eigthies-Mix aus Slasher und Survival-Action, "nett" inszeniert von Exploitation-Routinier Nico Mastorakis. Zur Freude der Fan-Gemeinde endlich auf Blu-ray.

WERTUNG: 7 von 10 Köpfen im Kühlschrank
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