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Arturo Sandoval - Die wahre Geschichte einer Legende

Arturo Sandoval - Die wahre Geschichte einer Legende

OT: For Love or Country: The Arturo Sandoval Story
MUSIKFILM: USA, 2000
Regie: Joseph Sargent
Darsteller: Andy Garcia, Mía Maestro, Gloria Estefan, David Paymer, Charles S. Dutton

STORY:

Athen Anfang er 90er: Mitten in der Nacht erscheinen zwei Männer auf der amerikanischen Botschaft. Einer der beiden, der kubanische Musiker Arturo Sandoval bittet um Asyl. Die ganze Nacht über muss er sich einem Kreuzverhör aussetzen. Der Mann von der Botschaft will nicht so ganz glauben, dass ein Musiker, der von der Regierung immer gefördert wurde, plötzlich politisches Asyl benötigt. Arturo beginnt aus seinem Leben zu erzählen. Seine Karriere, seine große Liebe und den Traum von der Freiheit.

KRITIK:

In den ersten Minuten von "For Love or Country" fühlt man sich in einen Konzertmitschnitt hineinversetzt. Jazzige Klänge, Musiker die sichtlich mit Spaß und Herzen bei der Sache sind und ein begeistertes Publikum. Als die Musiker sich dann auch noch ihre gegenseitige Anerkennung zeigen, ist der Eindruck wohl perfekt. Aber so soll es wohl auch sein bei einem Musikfilm.

"For Love or Country" erzählt lose die Lebensgeschichte des aus Kuba stammenden Jazz- und Fusionmusikers Arturo Sandoval (Andy García). In Rückblenden werden einzelne Situationen seines Lebens abgehackt. Inwieweit Wahrheit und Fiktion im Film miteinander vermischt worden sind, kann ich nicht beurteilen. Allerdings hat man oft das Gefühl, dass der Film Dinge auch beschönigt. Jetzt nicht unbedingt was die Lebensgeschichte von Sandoval betrifft, sondern im Allgemeinen. Selbst der letzte Hinterhof, auf dem an allen Ecken und Enden Wasser herunterrinnt, sieht irgendwie schön, um nicht gerade zu sagen romantisch aus. Dreck oder Armut findet man selten. Und wenn, dann werden diese Dinge lediglich angedeutet. Wenn Arturo und ein anderer Mann beispielsweise Witze über einen Physiker, der sich sein Geld als Taxifahrer verdient, reißen.

Aber vermutlich hätten wirklich düstere Szenen sowieso nicht in den Film gepasst. "For Love or Country" hat eher etwas Feelgood-Moviehaftes. Eine schöne und mitreißende Liebesgeschichte, Menschen die oftmals beim Tanzen und musizieren sind. Und natürlich mitreißende Musik. Also Depri-Stimmung kommt sicher nicht auf.

Es zeigt sich, dass "For Love or Country" primär ein Unterhaltungsfilm ist. Viel Musik, Liebe und große Dramatik. Der politische Hintergrund gibt dem Werk einen zusätzlichen Reiz. Und ganz nebenbei lernt der geneigte Zuseher auch etwas über die kubanische Musikszene der 70er und 80er Jahre.

Auch wenn im Film der ganze politische Hintergrund meist nur angeschnitten wird, so ist er doch ständig präsent. Allein schon durch die Befragung in der Botschaft, der Sandoval ausgesetzt ist. Aber noch viel mehr in Kleinigkeiten. Ein drohendes Auftrittsverbot, das im Hinterkopf immer mitschwingt, die Gefahr etwas Falsches auf der Bühne zu sagen oder zu spielen und deshalb eingesperrt zu werden oder der sanfte Zwang der Partei beizutreten.

Handwerklich ist der Film auch recht gut gemacht. Und schauspielerisch sowieso. Andy García nimmt man die Liebe zur Musik in jeder Sekunde ab. Der Soundtrack ist auch nicht von schlechten Eltern. Kein Wunder, hat da ja der echte Arturo Sandoval daran herumgewerkelt. Und auch gleich mal einen Emmy dafür eingestreift. Den er dann wohl zu seinen vier Grammys und sechs Billboard Awards gestellt hat.

Arturo Sandoval - Die wahre Geschichte einer Legende Bild 1
Arturo Sandoval - Die wahre Geschichte einer Legende Bild 2
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Arturo Sandoval - Die wahre Geschichte einer Legende Bild 4
Arturo Sandoval - Die wahre Geschichte einer Legende Bild 5
FAZIT:

Mitreisendes, manchmal aber auch zu glatt geratenes, Biopic über Artur Sandovall, das durch tolle Musik und mit einem tollen Hauptdarsteller besticht. Auch wenn sich "For Love or Country" eher als Unterhaltungs- als durch und durch politischer Film entpuppt, ist das Ganze nicht ganz uninteressant. Aber am besten wirkt der Film, wenn man sich einfach von der Musik mitreißen lässt.

WERTUNG: 7 von 10 verpassten Busen
TEXT © Gerti
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