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Babylon - Im Bett mit dem Teufel

Babylon - Im Bett mit dem Teufel

OT: Babylon
DEUTSCHPLOITATION: DEUTSCHLAND, 1992
Regie: Ralf Huettner
Darsteller: Natja Brunckhorst, Dominic Raacke, Ditte Schupp, Michael Greiling

STORY:

Eine schwangere Frau wird ins Krankenhaus eingeliefert. Sie leidet offenbar unter starken Schmerzen. Als die Krankenschwester Maria des Nachts noch mal eine Visite macht, liegt die Frau mit aufgeplatztem Bauch im Bett… Als Maria am nächsten Morgen den Eltern der Toten die traurige Nachricht persönlich überbringen will, trifft sie zufällig auf den betrügerischen Handelsvertreter Lothar. Der ist nicht nur arrogant und skrupellos, sondern auch ein Womanizer vor dem Herrn. Im Nullkommanichts hat Lothar die stille Krankenschwester für schnellen Sex im Bett und macht sich danach ungalant aus dem Staub. Kurz darauf beginnt Marias Unterleib zu schmerzen: Sie ist schwanger. Doch sie ahnt, dass diese Schwangerschaft keine gewöhnliche ist. Die explodierte Frau kommt ihr in den Sinn. Aus gutem Grund…-

KRITIK:

Der Kollege Mathias hat euch Ralph Huettners letzten Film unlängst vorgestellt. Das war die Dramödie VINCENT WILL MEER, die jüngst bei uns in den Kinos lief. Davor steht eine bewegte und abwechslungsreiche Filmographie: DIE MUSTERKNABEN-Teile, der Helge Schneider-Film TEXAS - DOC SNYDER HÄLT DIE WELT IN ATEM und sogar der Proll-Kalauer VOLL NORMAAAL mit Tom Gerhardt. Kurz davor, nämlich im Jahr 1992, BABYLON.

"Kennst du Babylon? Kennt kein Mensch! Aber ich sag dir eins: Dort ist um diese Zeit mehr los als hier!"

BABYLON also. Die - laut Huettner - "bewusste Provokation". Das ist jener Film, den die arrivierte deutsche Schauspielerin Veronica Ferres aus ihrem Oeuvre gestrichen hat. Auf ihrer offiziellen Internetseite findet sich eine Filmographie. Jedoch fehlt der Eintrag BABYLON. Dabei hat die Ferres dort mitgespielt. Zeigt Titten in der Oper. Cremt in ihrer Funktion als geile Apothekerin andeutungsweise Raackes Schniedel mit einer Salbe ein und hat später noch simulierten Sex mit ihm unter Zuhilfenahme ausgefallener Hilfsmittel… Als Beweisstück A, Hohes Gericht, möge die feine DVD-Neuauflage von Goodmovies gelten. Besagter Kollege - Dominic Raacke - ist mittlerweile ebenfalls ein recht bekannter deutscher Schauspieler geworden, steht aber zu seinen "Jugendsünden". Diese hier hat er sogar mitproduziert.

"Wenn du so gut kochst wie du fickst, dann schleck ich alle Töpfe aus…"

In BABYLON ist Raacke der gewissenlose schmierig-charmante Lothar. Ein unwiderstehlicher Womanizer, der allerdings besonders scharf aus der Hüfte schießt. Denn irgendwie neigen die Frauen nach einem Schäferstündchen mit Lothar zum Explodieren. Und das buchstäblich. Raacke, der einst im berüchtigten Kannibalenschocker CANNIBAL FEROX einen kleinen Part bekleidet hatte und sich auch deswegen nicht schämt, legt eine vorzügliche Performance hin. Das tut auch CHRISTIANE F. Natja Brunckhorst als Schwester Maria, die ebenfalls mit Lothar in die Horizontale geht, bis zu ihrem Verhängnis der Gummi platzt.

Ebenso lässig und easy wie der unaufgeregte Score von Muabre und One Tongue führt uns Huettner durch einen aberwitzigen Plot, der mit viel Ironie, aber auch einer gewissen Boshaftigkeit einen Streifzug durch die Genres unternimmt. Sex und Horror stehen natürlich im Vordergrund. Aber auch Gebiete wie die Groteske, Komödie und das unmelodramatische Krankenhausdrama werden durchkämmt. Die Mischung klingt abenteuerlich, ist aber genial.

Mit BABYLON serviert uns Huettner einen exquisiten Exploitation-Cocktail mit einzigartiger Geschmacksrichtung. Es werden Frauen im Stakkato eines Softpornos abgeschleppt; dann explodieren sie aus heiterem Himmel. DIE WIEGE DES BÖSEN trifft auf deutsche Sexploitation; pechschwarzer Humor auf kleine Fingerzeige zu Cronenbergs frühe Körperhorror-Klassiker. Ganz am Ende mündet das bis dahin fast schon absurde Geschehen urplötzlich in ernsthafte, psychologische Gefilde. Dann wird unter Aussparung des okkulten Aspekts eine Paralle zu Polanskis ROSEMARY’S BABY gezogen. Und dies ist bekanntermaßen der ultimative Film über die Ängste einer werdenden Mutter im Gewand eines satanischen Horrorfilms.

Babylon - Im Bett mit dem Teufel Bild 1
Babylon - Im Bett mit dem Teufel Bild 2
Babylon - Im Bett mit dem Teufel Bild 3
Babylon - Im Bett mit dem Teufel Bild 4
Babylon - Im Bett mit dem Teufel Bild 5
Babylon - Im Bett mit dem Teufel Bild 6
FAZIT:

Huettners einzigartiger BABYLON. Aus dem Jahr 1992. Bis dato vielleicht der letzte wahre Deutschploitation-Flick in der Filmgeschichte…

WERTUNG: 8 von 10 schwedisch aussehende Krankenschwestern
TEXT © Christian Ade
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