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Bloody Camp

Bloody Camp

OT: Helga, la louve de Spilberg
FRAUENGEFÄNGNISFILM: FR, 1977
Regie: Patrice Rhomm
Darsteller: Malisa Longo, Richard Allan, Dominique Aveline, Alban Ceray

STORY:

Der Diktator Steiner überantwortet seiner Schergin Helga die Burg Spilberg. Dort soll sie Delinquentinnen wegsperren und ihre sadistische Ader ungehemmt ausleben. Doch als Elisabeth Vogel, Tochter eines großen Revolutionärs, eingeliefert wird, wendet sich das Blatt.

KRITIK:

Laut der OFDb wurden BLOODY CAMP – FOLTERKAMMER DES GRAUENS  und Jess Francos ILSA-Verschnitt GRETA – HAUS OHNE MÄNNER beide im selben Jahr, nämlich 1977, erschienen. Die IMDb hingegen listet für BLOODY CAMP das etwas spätere Datum 1978, was ich für um ein vielfaches wahrscheinlicher halte. Denn die Macher von BLOODY CAMP müssen Francos Frauenlagerfilm gesehen haben, bevor sie begannen ihre Version davon umzusetzen.

GRETA – HAUS OHNE MÄNNER hängte sich ja bereits an den ILSA-Mythos ran und fuhr sogar Dyanne Thorne in ihrer Paraderolle auf – der Alternativtitel lautet schließlich auch ILSA – THE WICKED WARDEN. BLOODY CAMP hingegen ist die Kopie der "Kopie". Die Parallelen zu Jess Francos Film sind überaus gravierend und wären nicht mal mit allen zugedrückten Augen zu leugnen. Ein als Irrenanstalt getarntes Gefängnis in einer Burg, in dem in Wahrheit weibliche Delinquenten weggesperrt und sexuell missbraucht werden. Eine irre, sadistische blonde Herrin, die sich die Gefangenen zu ihrem persönlichen Vergnügen ins stille Kämmerlein holt und eine Damsel in Distress, die letztlich sowohl die Schreckensherrschaft beendet, als auch die anderen Gefangenen befreit.

Da allerdings enden die Parallelen schon. Denn während GRETA ein fieser, fast schon grimmiger Frauenknaster ist, der mit einem heftigen Ende aufwartet, ist BLOODY CAMP vor allem eine unglaubliche Schnarchnummer. Malisa Longo gibt sich als Oberaufseherin Helga durchaus Mühe, sieht nicht schlecht aus und gibt sich als möglichst überzeugendes Dyanne Thorne-Double redlich Mühe. Aber so ganz reicht es einfach nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass ansonsten nicht viel passiert, was überhaupt der Rede wert wäre.

BLOODY CAMP fährt eine nicht nett anzusehende Vergewaltigung auf und zwei Damen und ein Herr werden von Helga mit der Peitsche malträtiert – interessanterweise schlägt sie sogar richtig zu, gestellt ist in diesen Szenen nichts. Ansonsten gibt es eine Bestrafung von drei Unruhestifterinnen die eher Haarewaschen denn Strafe genannt werden sollte. Ganz generell machen sich zahlreiche Mädels immer wieder nackig, aber hübsch ist kaum eine von ihnen.

Am unterhaltsamsten ist BLOODY CAMP daher in den Momenten in denen man zahlreichen Schauspielern und Statisten ansieht, dass sie gar nicht so genau wissen was sie da tun oder warum. Diese Momente können aber bei weitem nicht Wett machen, dass sich gerade der Mittelteil zieht wie Kaugummi – und in der Tat bin ich zwei Mal weggepennt, obwohl ich nicht mal wirklich müde war. Erst zum Finale macht BLOODY CAMP dann etwas Spaß, vor allem weil es so gehetzt und unausgegoren wirkt, als wäre es wenige Stunden vorm Kinostart des Films gedreht und geschnitten worden. Hippies laufen mit Gewehren durchs Bild, Schnitte passen hinten und vorne nicht, und die reingeschnittenen Archivaufnahmen aus irgendeinem Kriegsfilm sehen nicht mal annähernd aus, als wären sie für diesen Film entstanden.

Dass BLOODY CAMP dann auch noch das garstige Finale aus GRETA – HAUS OHNE MÄNNER eins zu eins geklaut, aber unglaublich lächerlich umgesetzt hat, setzt dem ganzen Schmarrn dann noch die Krone auf.

In diesem Sinne: „Du wagst es mich zu beleidigen? Du wirst schon noch sehen wer hier Herr im Hause ist!“

Bloody Camp Bild 1
Bloody Camp Bild 2
Bloody Camp Bild 3
Bloody Camp Bild 4
Bloody Camp Bild 5
Bloody Camp Bild 6
FAZIT:

BLOODY CAMP – FOLTERKAMMER DES GRAUENS ist ein Beitrag zum Frauengefängnisfilm, den man sich getrost sparen kann. Interessant vielleicht filmhistorisch als eklatant dreiste Kopie von Jess Francos GRETA – HAUS OHNE MÄNNER, dem Original aber in jeder Hinsicht unterlegen. Malisa Longo als Helga gibt sich Mühe, aber sich Mühe geben reicht halt nicht immer. Das herrlich talentbefreit heruntergekurbelte Actionfinale ist schon ganz unterhaltsam, aber bis dahin muss man sich halt durch den restlichen Film kämpfen. Das ist es dann auch nicht wert.

WERTUNG: 3 von 10 Erschießungsbefehlen die sofort ausgeführt werden.
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