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Das Ende einer Affre

Das Ende einer Affäre

OT: The End of the Affair
DRAMA: GB, 1999
Regie: Neil Jordan
Darsteller: Ralph Fiennes, Julianne Moore, Stephen Rea, Ian Hart

STORY:

Während des zweiten Weltkriegs unterhält der Schriftsteller Maurice Bendrix (Ralph Fiennes) eine leidenschaftliche Affäre mit der verheirateten Sarah Miles (Julianne Moore), die sich von ihrem Ehemann, dem steifen britischen Ministerialbeamten Henry Miles (Stephen Rea) nicht einmal ignoriert fühlt. Nach einem Raketenangriff, den Maurice wie durch ein Wunder überlebt, beendet sie die Affäre. Rasend vor Eifersucht engagiert Maurice einen Detektiv, der Sarahs vermeintlichen Liebhabern hinterher spionieren soll. Dabei kommt eine Wahrheit ans Tageslicht, mit der niemand gerechnet hatte…

KRITIK:

Es ist ja nicht so, dass auf unserer kleinen Website nur noch sleazige italienische Schlitzerfilme und sittenwidriger Schmuddelecken-Schund abgefeiert werden. Auch wenn die Einrichtung einer derartigen Rubrik seit langem geplant ist… ;-)

Hin und wider widmen wir uns auch seriöser, richtig kunstvoller Arthouse-Filmkost. Neil Jordan zum Beispiel. Im durchaus eindrucksvollen Œuvre des irischen Filmemachers (MONA LISA, THE CRYING GAME, BREAKFAST ON PLUTO) regieren die verbotenen Leidenschaften und die unbändige Liebe, die sich gegen eine feindselige Welt behaupten müssen.

Wie der Titel schon vermuten lässt, kann das nicht gut ausgehen. Klassisches Melodram also, vom verdienten Kameramann Roger Pratt (Brazil) in eindrucksvolle Neo-Noir-Bilder getaucht, recht freizügig inszeniert (schon mal den nackten Hintern von Ralph Fiennes gesehen?) und erstklassig besetzt. Ralph Fiennes und Julianne Moore geben ihr Bestes, und Neil Jordans Stamm-Mime Stephen Rea darf auch nicht fehlen.

Klar, über den katholizistisch-deterministischen Schlusstwist darf durchaus kontroversiell diskutiert werden. Aber viele der ganz großen Kino-Meister sind, um mit Elliot Blues zu sprechen, im Auftrag des Herrn unterwegs und plündern die katholische Ikonographie mit ihrem Sinn für plakative Symbolik und essentielle Tragödien. Siehe Martin Scorsese, Paul Schrader, Abel Ferrara, Lars von Trier, Nicolas Roeg und eben auch Neil Jordan.

In all deren Filmen geht es doch um Männer und ihre Probleme mit ihrer animalischen Natur, ihren charakterlichen Defekten, ihren destruktiven Gefühlen, ihrem Körper, mit Frauen sowieso. Eine durchaus plausible Theorie besagt ja, der Katholizismus wäre geschaffen worden, um (destruktive) Sexualität und (männliche) Gewalt in den Griff zu bekommen.

Das Ende einer Affäre Bild 1
Das Ende einer Affäre Bild 2
Das Ende einer Affäre Bild 3
Das Ende einer Affäre Bild 4
FAZIT:

Auf Neil Jordan ist Verlass: Ein traumschön bebildertes Melodram, das ausgiebig menschliche, nein, männliche Abgründe auslotet. Exzellente Besetzung, stilvolle Inszenierung, große (und abgründige) Gefühle, bitteres Ende.
In diesem Sinne: "This is a diary of hate!"

WERTUNG: 7 von 10 Beweisstücke
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