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Planet der Affen: Survival

Planet der Affen: Survival

OT: War for the Planet of the Apes
SCI-FI/ACTION: USA, 2017
Regie: Matt Reeves
Darsteller: Andy Serkis, Woody Harrelson, Steve Zahn, Amiah Miller

STORY:

Der hochintelligente Affen-Anführer Cesar hat eine persönliche Rechnung mit dem verbrecherischen Colonel McCullough offen. Er verlässt seine Herde, um seinen Feind eigenhändig zu töten.

KRITIK:

Man möge mir verzeihen, dass ich nach dem mittlerweile neunten Film aus dem haarigen Franchise ein wenig den Überblick verloren habe. Für Verwirrte wie mich wurde dem Film eine erklärende Texttafel vorangestellt. Es herrscht also Krieg; die Phase der friedlichen Ko-Existenz zwischen Mensch und Tier ist endgültig zu Ende. Schuld daran trägt ein wahnsinnig gewordener Colonel (sein Name wird nie ewähnt), der das Friedensangebot der Tiere in den Wind schlägt und seinen "Heiligen Krieg" zu Ende führen will. Aber dazu gleich mehr.

Von einem epischen, beinahe biblisch anmutenden Sommerblockbuster war in Vorab-Kritiken die Rede. Von in bestem Sinne langsamen, klassischen Erzählkino. Von sparsamen, aber umso effektiver eingesetzten Effekten. Das stimmt auch alles. Aber vorerst gilt es, einen Kulturschock zu verdauen: Fast nur junge Männer im Saal. Riesige Popcorn-Eimer. Handyleuchten. Lautes Gequassel, Gelächter, während der Werbung sowieso, aber auch bei den Trailern. Für den Film befürchtete ich das Schlimmste und flüchtete in eine der vorderen Reihen, weit weg vom quasselnden, raschelnden, schenkelklopfenden Banausentum. (Ja, mir ist bewußt, wie arrogant sich das anhört.)

Und dann geschieht das Wunder: Der Film beginnt. Die Störgeräusche im Saal verstummen. Der Film reisst auch die notorischen Schwätzer mit. Nach 140 Minuten hätte man die berühmte Stecknadel fallen hören können. Wie gesagt, es herrscht Krieg auf dem Planet der Affen. Der Film beginnt mit einer brachialen Schlachtenszene, in der ein Trupp der US-Army eine Affenkolonie im Dschungel angreift und dabei bis auf wenige Männer aufgerieben wird. Doch der Eindruck täuscht. WAR FOR THE PLANET OF THE APES, im deutschen Sprachraum PLANET DER AFFEN: SURVIVAL betitelt, ist das Gegenteil eines Non-Stop-Actionspektakels. Wie schon zuletzt bei LOGAN und WONDER WOMAN wird auf klassisches, schnörkelloses, temporeduziertes Erzählkino gesetzt. Die Effekte treten in den Hintergrund, oder besser gesagt, in den Dienst der Geschichte. Aber wenn die CGI-Rechner einmal hochgefahren sind, dann bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.

Was WAR FOR THE PLANET OF THE APES darüberhinaus auszeichnet, ist diese atemberaubende Landschaftsfotographie. Eine unglaublich wuchtige, frösteln machende Winterlandschaft spielt die eigentliche Hauptrolle: Regen, Wind, Schnee und Eis. Und dann noch eine alles zudeckende Lawine. Man freut sich direkt, nach dem Film wieder in die Affenhitze (der war aufgelegt :-) hinaus zu dürfen. Blockbuster kontra Hitzewallungen, sozusagen.

Der erzählerische Fokus liegt mittlerweile bei den tierischen Darstellern. Erst in der zweiten Filmhälfte tritt mit Woody Harrelson ein menschlicher Gegenspieler auf. Aber was für einer: Dieser glatzköpfige Warlord heißt zwar nicht Kurtz, sondern McCullough. Aber davon abgesehen könnte man ihn jederzeit für eine Reinkarnation von Marlon Brando halten. Dabei ist sein Charakter diffiziler und tragischer angelegt, als man es vermuten würde.

Nerd-Fact: Nach KONG: SKULL ISLAND ist dies bereits die zweite APOCALYPSE NOW-Hommage in diesem Jahr. Wieder mit Affen.

Planet der Affen: Survival Bild 1
Planet der Affen: Survival Bild 2
Planet der Affen: Survival Bild 3
Planet der Affen: Survival Bild 4
Planet der Affen: Survival Bild 5
Planet der Affen: Survival Bild 6
FAZIT:

Mit WAR FOR THE PLANET OF THE APES kommt die haarige Endzeit-Trilogie zu ihrem Abschluss: Episches, fast schon biblisch anmutendes Erzählkino. Atemberaubende Landschaftsaufnahmen und ebensolche Effekte. Altes Testament trifft auf Apocalypse Now und Woody Harrelson macht den Marlon Brando dazu.

WERTUNG: 8 von 10 Kreuzigungen
Dein Kommentar >>
Bernhard | 08.08.2017 22:42
Vielleicht sollte man ihn sich solche Filme einfach in der OV anschauen, um dem Kindergarten zu entkommen. ;)

Schöne Review, hat mir richtig Lust gemacht. Ich glaube der ist am Wochenende dran. Bin gespannt.

Harald | 09.08.2017 00:05
Danke!
OV ist auch keine Garantie für eine störungsfreies Kinoerlebnis. Mir wurde erzählt, dass es da eben Amis sind, die den Mund nicht halten können.
Ralph | 09.08.2017 10:43
Ja. Die sind da.
Bernhard | 10.08.2017 17:20
Was? Wir haben Amis in Wien? Und die dürfen auch noch ins Kino?

Zeit für ein "temporäres" Einreiseverbot.

Aber ich glaube euch einfach nicht und werde mal wieder die OV versuchen ... im Kino schau ich ja nicht so oft OV, aber wenn, waren die Kinosääle meist leer ...
>> antworten
Jan N. | 08.08.2017 21:40
Ich muss zugeben, die Neuverfilmungen mit Andy Serkis haben mich beide so positiv überrascht, das ich mit diesen im Kino ansehen werde. Gerade der letzte Film war in seiner Story sehr überzeugend.

Achtung Spoiler!
Natürlich endet die erste Begegnung zwischen Affen und Menschen damit, das ein Mensch einen Affen vor lauter Schreck erschießt und natürlich gibt es auf beiden Seiten Menschen/Affen, die der anderen Seite misstrauen und ihre eigenen Spezies gegen die andere aufwiegeln. Der Affe Caesar und Malcolm der Mensch versuchen beide ihr bestes um einen Konflikt zu vermeiden, aber irgendwann ahnt man einfach das sie scheitern werden, weil die Masse Mensch/Affe einfach dumm ist. Die erste Begegnung nach Jahren lief einfach von Anfang an schief und sie können es nie wieder korrigieren.

Für mich war es dann auch irgendwann völlig unerheblich, dass es in diesem Film zur Hälfte um Menschen ging, denn das Verhalten der Affen war ebenfalls nur all zu menschlich, so dass ich mich nach Ende des Film fragte, ob es nicht so ziemlich jede Spezies hätte sein können, egal ob irdisch oder außerirdisch, die Psychologie des Schicksals sorgt einfach dafür, dass solche Begegnungen eher schief gehen als das sie gelingen, wie eine griechische Tragödie.
Jan N. | 08.08.2017 21:46
Ohh, ich habe gerade bemerkt, dass es auf dieser Seite auch eine Kritik zu dem Film ?Planet der Affen: Revolution? gibt.
@Harald Ladstätter

Die fiel ja weniger positiv aus.

filmtipps.at/kritiken/Planet_der_Affen__Revolution/
Jan N. | 08.08.2017 21:49
Ja toll.. und jetzt habe ich gesehen, dass die Kritik von Federico Spinetti ist und nicht von Harald Ladstätter.
Tut mir leid!
Ich sollte mir angewöhnen, erst richtig zu lesen und dann erst zu kommentieren.
Harald | 09.08.2017 00:06
Kein Problem. Der geschätzte Kollege Federico ist meist viel strenger als ich. Das darf er aber auch sein, er begründet seine oftmals harten Urteile sehr ausführlich.
>> antworten


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