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Sweet Dreams are made of this:

Das FILMTIPPS-Nightmare on Elm Street-Special

“One, two, Freddy’s coming for you
Three, four, better lock your door
Five, six, grab your crucifix
Seven, eight, gonna stay up late
Nine, ten, never sleep again!”


Wer hätte gedacht, dass es so kommen sollte. Weder Wes Craven, noch Produzent Sean S. Cunningham – jap, der FREITAG DER 13.-Sean S. Cunningham –, noch der Besitzer des damals jungen und eher unbekannten Studios New Line Cinema, Robert „Bob“ Shaye.

Ende der 70er Jahre las Wes Craven in einem Zeitungsartikel über einen jungen Immigranten aus Laos der von schlimmen Albträumen geplagt wurde und daher versuchte nicht mehr zu schlafen. Irgendwann muss aber jeder mal schlafen, wenn er nicht den ewigen Schlaf antreten wollte – denn Schlafentzug ist nun mal tödlich – und so ging er eines Abends wieder schlafen. Die Albträume die er in dieser Nacht hatte, waren jedoch so stark und grausam, dass der junge Mann im Schlaf starb und die Familie am nächsten Morgen seine Leiche im Bett fand. Craven war von diesem Artikel so fasziniert, dass er die Grundidee als Vorlage für einen Horrorfilm nahm, den er schrieb und Inszenieren wollte.

Bereits in den 70ern verdiente er sich erste Credits als Regisseur von Horror- bzw. Exploitationfilmen unter anderem mit DAS LETZTE HAUS LINKS und HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN. So konnte er dann in den 80ern auch Produzent Cunningham und Bob Shaye für das Projekt gewinnen. Da das Studio allerdings noch nicht viel Geld zur Verfügung hatte, war die Finanzierung äußerst schwierig und die Produktion galt als Low Budget – wenn man Craven Glauben schenken mag, sogar Ultra Low Budget. Was man dem Film kaum anmerkt.

A NIGHTMARE ON ELM STREET – MÖRDERISCHE TRÄUME war ein gigantischer Erfolg und verhalf Shaye und New Line Cinema zu Ruhm und Erfolg. Der hatte auch noch während der Produktion das Potential einer Reihe in dem Film erkannt und ließ dementsprechend das Ende nachdrehen, damit es die Möglichkeit einer Fortsetzung bot. Wes Craven war davon selbst wenig begeistert, aber machtlos und musste tun wie ihm geheißen.

So gelang Craven etwas, das zunächst niemand gedacht hätte – mit Freddy Krueger erschuf Craven eine der drei größten Horrorikonen und mit der Nightmare-Reihe – wenn auch unbeabsichtigt – eine der bekanntesten Slasher-Franchises der Filmgeschichte.

In der Folge konnte Shaye sein Glück kaum fassen, klingelten doch mit jeder neuer Fortsetzung die Kassen fürs Studio. Doch Wes Craven wandte sich ab, was angesichts der weiteren Ausrichtung der Reihe wenig verwundert. Zum einen wurden die Filme immer humoristischer und Freddy Krueger immer mehr zum Kasper unter den Slasher-Tüpen – anders als von Craven angedacht –, zum anderen schwankten die Fortsetzung sehr stark was die Qualität betraf.

Einen Tiefpunkt der Reihe stellte bereits der zweite Teil A NIGHTMARE ON ELM STREET 2 – DIE RACHE dar, der wunderbar zeigt, dass MÖRDERISCHE TRÄUME nie als Reihe ausgelegt war und somit kein wirkliches Konzept vorlag. Man probierte aus und war damit zwar an den Kinokassen überaus erfolgreich, schuf aber einen Haufen filmischer Scheiße für den sich heutzutage sogar der Regisseur schämt und entschuldigt.

Schließlich wurde das Ganze mit dem dritten Teil der Reihe A NIGHTMARE ON ELM STREET 3 – FREDDY KRUEGER LEBT wieder etwas strukturierter; glücklicherweise lernten die Verantwortlichen aus dem inhaltlichen Debakel des zweiten Teils und orientierten sich mehr am ersten Teil, auch wenn ein deutlicher Schwenk in Richtung „Klamauk“ auszumachen war.

Diese Richtungsänderung erreicht dann mit A NIGHTMARE ON ELM STREET 4 – jep, ganz richtig, kein deutscher Zusatztitel – seinen spaßigen und unterhaltsamen Höhepunkt mit einer wunderbaren Tuesday Knight als Final Girl.

Abgebogen in Richtung Peinlichkeit ist dann Regisseur Stephen Hopkins, der die wunderbare Vorlage, die der vierte Teil geboten hat, absolut und radikal versemmelt und mit A NIGHTMARE ON ELM STREET 5 – DAS TRAUMA – der Zusatztitel passt wie die Faust aufs Auge – gar schröckliche Erinnerungen an den zweiten Teil aufkommen ließ.

Noch schlechter hat's danach nur noch die ehemalige NIGHTMARE-Produzentin Rachel Talalay gemacht und A NIGHTMARE ON ELM STREET – FREDDYS FINALE inszeniert. Immerhin ist der krude Mix aus depperter Pseudo-Mythologie und handwerklichem Unvermögen sowie bekloppten Nasenbären vor und hinter der Kamera, durch und durch von der Marke „so bad, it’s good“ und damit immerhin ein hirnverbrannter Spaß der trashigen Sorte.

Doch zum krönenden Abschluss nahm dann noch einmal Wes Craven höchstselbst das Steuer in die Hand und führte die NIGHTMARE-Reihe mit FREDDY'S NEW NIGHTMARE zurück in den Heimathafen, ohne jedoch die vorangegangenen Filme aus dem Kanon zu streichen – wie’s ein Meister seines Fachs halt so macht, nech.

Oh, und dann wäre da natürlich noch das Aufeinandertreffen zweier Ikonen in FREDDY VS JASON.

Im Übrigen hatte auch Michael Bay mal wieder Lust bekommen ein armes, unschuldiges – naja, fast, immerhin gibt’s ja Teil 2 und 5 – Franchise mit seinen geldgierigen, schmierigen Griffeln anzutatschen und ein Remake in Auftrag zu geben. Das wiederum wird an dieser Stelle nicht besprochen, denn ich bin hart im Nehmen, aber von Bay wurde ich schon zu oft verarscht, als dass ich mir noch eins seiner dämlichen Remakes ansehe – obwohl, zugegebenermaßen das vom BLUTGERICHT IN TEXAS gar nicht mal ganz so schlecht war. Das von FREITAG DER 13. war dafür umso beschissener.

Aber, genug der Prügel für den Krabumm-Michel, kommen wir lieber zu den abschließenden Worten:

A NIGHTMARE ON ELM STREET und das gesamte Franchise ist zwar – für mich – das am wenigsten gute der drei großen Slasher-Franchises, popkulturell betrachtet aber (leider) bedeutender als HALLOWEEN und fast sogar als FREITAG DER 13.

Und auch wenn’s zwei fiese Ausrutscher gibt, so bietet die Reihe doch überwiegend solide Unterhaltung, und besticht weniger durch die Anzahl der Morde als durch deren kreative Durchführung und das alte Plappermaul und Pizzagesicht Freddy Krueger.

So, und wer jetzt noch nicht seine Tableiste mit den einzelnen Kritiken vollgepackt hat, der braucht nicht verzweifeln – hier sind sie noch mal der Reihe nach:

1984 - A Nightmare on Elm Street - Mörderische Träume
1985 - A Nightmare on Elm Street 2 - Die Rache
1987 - A Nightmare on Elm Street 3 - Freddy Krueger lebt
1988 - A Nightmare on Elm Street 4
1989 - A Nightmare on Elm Street 5 - Das Trauma
1991 - A Nightmare on Elm Street 6 - Freddys Finale
1994 - Freddy’s New Nightmare
2003 - Freddy vs Jason

Sweet Dreams are made of this: Bild 1
Sweet Dreams are made of this: Bild 2
Sweet Dreams are made of this: Bild 3
Sweet Dreams are made of this: Bild 4
Sweet Dreams are made of this: Bild 5
Sweet Dreams are made of this: Bild 6
Sweet Dreams are made of this: Bild 7
Sweet Dreams are made of this: Bild 8
WERTUNG: 10/10
Dein Kommentar >>
Mauritia M. | 06.10.2013 19:08
Auch wenn mir nur der erste Teil (bei dem ich als Kind schon alle Dialoge auswendig konnte, so oft habe ich ihn gesehen) gefällt: dieses Special hat Freddy wahrhaft verdient.
>> antworten
Johannes | 06.10.2013 15:35
Danke für die lieben Kommentare. Es freut mich natürlich, wenn sich die ganze Mühe und Arbeit lohnt und den Lesern das Ergebnis gefällt. :)
>> antworten
Tim | 06.10.2013 14:13
Ach herrlich. Freddy Krueger der "Held" meiner Jugend. Meiner Meinung nach der Größte der drei Großen. Klar, Mike Myers ist beängstigender und Jason hat den höheren Bodycount( hab da allerdings auch irgendwie wenig Bezug dazu, da ich die Filme erst spät nach erscheinen gesehen hab und das Ganze doch sehr plump fand) aber die Nightmare-Filme sind gruselig, haben einfallsreiche Mordszenen und Freddy ist einfach nur krass. Mein Liebling ist der 3. Teil. Die Sprüche sind zwar noch nicht auf so nem Niveau wie später, dafür find ich die Effekte echt klasse und das Setting ist echt stimmungsvoll und z. T. sehr gruselig( auch gut Lawrence Fishburne als Pfleger Max der in den Credits noch als Larry Fishburne auftaucht).
Vielen Dank für das tolle Review.
>> antworten
Erich H. | 06.10.2013 12:58
Würdig, Wunderbar - einfach schön und gut, dein Special.
>> antworten
Harald | 05.10.2013 10:32
Wow, unser "Specialist" wird zum Serientäter.
Wunderbare Arbeit, ein großes Dankeschön!
Chris | 05.10.2013 11:06
100% agree! Hab dieses Special auch sehr genossen. Obwohl ich zu
meiner Schande gestehen muss, dass ich vermutlich ein paar
Tausend Horrorfilme, aber nie die komplette NIGHTMARE-Serie
gesehen habe. Obwohl mir der erste Teil sehr gut gefallen hat, hat
es danach nur noch für den dritten und vierten gereicht. Und
natürlich für FREDDY VS. JASON (bei dem ich aber insgeheim Jason
die Daumen gedrückt habe). Schönes Special. Bin gespannt, was du
dir als nächstes einfallen lässt. : )
Harald | 06.10.2013 13:33
Das vor einiger Zeit angekündigte Frauengefängnis-
Special vielleicht? :-)
Johannes | 06.10.2013 15:36
So was in der Art ist auf jeden Fall geplant. Über weitere Specials schweige ich mich aus - macht doch viel mehr Spaß, wenn's eine Überraschung ist, oder?

Du, El Cheffe, erfährst aber, wie immer als erster davon. ;)
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