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The Fog - Nebel des Grauens

The Fog - Nebel des Grauens

OT: The Fog
HORROR: USA, 1980
Regie: John Carpenter
Darsteller: Adrienne Barbeau, Hal Halbrook, Jamie Lee Curtis, Tom Atkins

STORY:

"11:55 - Almost Midnight. Enough time for one more story…", sagt der alte Fischer am Lagerfeuer zu seiner andächtig und ein wenig ängstlich lauschenden kindlichen Zuhörerschaft am Anfang von THE FOG.

Natürlich ist es eine Geistergeschichte, die am nächtlichen Strand von Antonio Bay erzählt wird. Eine von einem Lepraschiff, das vor hundert Jahren aufgrund eines absichtlich falsch gesetzten Leuchtfeuers draußen an den Klippen zerschellt ist.

Heute ist die Nacht vor dem 100. Geburtstag des Küstenstädtchen Antonio Bay, welches damals von den Verschwörern, die das falsche Feuer setzten, gegründet wurde. Und in dieser Nacht ereignen sich seltsame Dinge in der Stadt. Draußen auf dem Meer bildet sich eine unheimliche Nebelbank und drei Fischer verschwinden. Es deutet sich an, dass die Hundertjahrfeier des Städtchens ins Wasser fallen wird. Oder besser ins Aerosol. Oder noch besser in den NEBEL DES GRAUENS. Denn der zieht - glühend und undurchdringlich- übers Wasser nach Antonio Bay und kriecht bald durch die Straßen der Stadt. Und mit ihm kommen die Geister der Besatzung eines vor hundert Jahren gesunkenen Schiffes...

KRITIK:

Denn: Sechs müssen sterben, um den Rachedurst von Captain Blake und seiner ertrunkenen Leprakolonie zu stillen. Unser treuer Leser Nic hat nach Horrortipps zur Einstimmung auf das nahende Samhuinn-Fest gefragt. Da kam mir sogleich der erste Horrorfilm, den meine Augen je erblickt haben, in den Sinn; der mir damals nicht nur schlaflose Nächte bereitet, sondern mich auch zum Gläubigen gemacht hat.

Die Rede ist von John Carpenters THE FOG.

Mit diesem Streifen hat Carpenter vielleicht den letzten wahren amerikanischen Klassiker des urtümlichen Geister- und Gruselfilm geschaffen. Und dies zu einer Zeit, in der er höchstpersönlich dem Genre mit seinem zwei Jahre zuvor entstandenen HALLOWEEN ein anderes Gesicht gegeben hat. Bekanntlich mussten nach Michael Myers die Geister und Dämonen ihr Regiment vorübergehend den maskierten Schlitzern und Psychopathen überlassen.

Vielleicht ist diese Trendwende in den frühen Achtzigern Grund dafür gewesen, dass THE FOG seinerzeit von der (meiner Meinung nach ignoranten) Kritik in der Luft verrissen wurde. Tatsächlich erreicht Carpenter - wie übrigens schon in seinem Slasherfilmmeilenstein HALLOWEEN - auch hier eine beeindruckende Effizienz an Horror und musste dafür in Sachen Gewalt nicht einmal allzu graphisch werden. Das Erfolgsrezept von THE FOG heißt vielmehr Atmosphäre.

Und Carpenter schafft in diesem Film eine wahrhaft fluchbeladene Stimmung. Von der ersten bis zur letzten Minuten ist das Unheil, welches wie ein Damoklesschwert über Antonio Bay hängt, förmlich zum Greifen und sogar auch spürbar, wenn es sich nicht gerade in einer unheimlichen Nebelbank manifestiert.

THE FOG ist schlicht und ergreifend eine filmgewordene Campfire Tale. Von der schaurigen Sorte, versteht sich. Und eine ohne Leerlauf. Ohne Vorgeplänkel und Umschweife ist man mitten in der Geistergeschichte. Dean Cundeys Kamerawinkel sind exzellent gewählt. Auf der Tonspur heult ständig der Wind oder es ertönen unheilschwangere Nebelhörner aus der Ferne. Dazu addiert sich der berühmte Score von THE FOG. Ein eigens von Carpenter komponierter gespenstischer Evergreen mit den gleichen Ohrwurmqualitäten wie das legendäre HALLOWEEN-Hauptthema.

Dann eine ganze Galerie an herrlich gruseligen Szenarien: Mitternächtliches Pochen an der Haustüre. Eine Begegnung mit einem Geisterschiff. Schemenhafte mit alten Sicheln bewaffnete Gestalten im Nebel. Eine Alptraumnacht im Leuchtturm. Schlussendlich ein Großangriff auf die Kirche, in die sich die Hauptprotagonisten vor dem Nebel geflüchtet haben, welcher schöne Erinnerungen an DIE RÜCKKEHR DER REITENDEN LEICHEN heraufbeschwört. Und im NEBEL DES GRAUENS steckt eine High Five an Genreprominenz: Die HALLOWEEN-Veteranen Charles Cyphers und Scream Queen Jamie Lee Curtis, deren leibliche Mutter PSYCHO’s Janet Leigh und Carpenters damalige Real Life-Ehefrau Adrienne Barbeau sowie der gute, alte Hal (MAGNUM FORCE, RITUALS) Halbrook als trinksüchtiger Pfarrer.

Und das Ende? - Ich liebe es. Ungezählte Replays auf dem Videorekorder meiner Eltern habe ich ihm Tribut gezollt.

The Fog - Nebel des Grauens Bild 1
The Fog - Nebel des Grauens Bild 2
The Fog - Nebel des Grauens Bild 3
The Fog - Nebel des Grauens Bild 4
The Fog - Nebel des Grauens Bild 5
The Fog - Nebel des Grauens Bild 6
The Fog - Nebel des Grauens Bild 7
FAZIT:

In einer Zeit, als die gute alte Spukgeschichte im Horrorfilm vor maskierten Psychoschlitzern zurückstehen musste, platzierte John Carpenter diesen prächtig-schaurigen Klassiker des urtümlichen Gruselfilms. Über das Remake aus dem Jahr 2005 hüllen wir allerdings am besten den Nebel des Schweigens…

WERTUNG: 9 von 10 mal Anklopfen mit der Sichel
TEXT © Christian Ade
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Dein Kommentar >>
Marcel | 07.10.2010 10:02
Habe ich mit 15 bei der Erstausstrahlung im TV gesehen und mich arg gegruselt. Unzählige Sichtungen danach folgten, immer schön abends im Dunkeln. Was heute so schön altmodisch ist, war damals allerdings der letzte Schrei, mit perfiden Zombieszenen (im Krankenhaus) und einigen anderen Schocksequenzen, die Carpenter nachträglich drehte, weil die erste Fassung noch nicht gruselig genug war.
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