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Violent Professionals

Violent Professionals

OT: Milano trema: la polizia vuole giustizia
ACTION: ITALIEN, 1973
Regie: Sergio Martino
Darsteller: Luc Merenda, Richard Conte, Silvano Tranquilli, Antonio Casale

STORY:

Commissario Caneparo gerät auf der Suche nach den Mördern seines Freundes und Kollegen an eine Gruppe von Anarchisten, die das Land ins Chaos stürzen und so zu einer neuen Ordnung kommen wollen. Undercover kämpft er sich bis in die höchsten Kreise der Mailänder Politik vor und hinterlässt dabei eine leichengesäumte Scneise.

KRITIK:

Damals in den legendären 70ern, als in Amerika grimmige und brutale Cop-Thriller wie "Dirty Harry”, "Seven Ups" oder "French Connection" en vogue waren, sprang die italienische Filmindustrie kurzerhand den dahinbretternden Zug auf und produzierte ihrerseits eine schier unübersehbare Zahl von Polizeifilmen, die ihren amerikanischen Pendants in Punkto Spannung ebenbürtig waren, in ihrer Darstellung von hemmungsloser Gewalt diese jedoch oft weit übertrafen.

Sergio Martino reihte sich 1973 in die Schar der kompetenten örtlichen Regisseure ein, die kurzerhand zu Spezialisten für die filmische Umsetzung von wahnwitzigen Autoverfolgungsjagden, brutalen Raubüberfällen und ohrenbetäubenden Schießereien wurden. Sein "Milano Trema" hat das alles. Das und den genretypischen Bullen, der, um das "Gesetz" aufrecht zu erhalten, den Richter, Geschworenen und Henker in Personalunion verkörpert. Auftritt: Luc Merenda. Eisenhart und - als willkommene Abwechslung zu Merli, Nero und Konsorten - mal ohne den poliziesco-typischen, quasi standardinventarisierten Schnauzbart unter der Nase. Dafür mit hübscher Föhnfrisur.

Der Plot dreht sich um Inspektor Caneparo (Merenda), der ein kriminelles Netzwerk Mailands undercover infiltriert, um an die Hintermänner zu kommen, die unter anderem die Ermordung seines Freundes und Vorgesetzten auf dem Gewissen haben. Er zieht dank seiner Kampf- und Fahrkünste die Aufmerksamkeit der Gangster auf sich, lässt sich als Fluchtfahrer anwerben und arbeitet sich die kriminelle Hierarchieleiter hinauf bis zum großen Boss, gespielt von einem ausgemergelten Richard Conte.

Das Script von Ernesto Gastaldi macht nicht immer Sinn, aber die Action ist erste Riege mit einigen der besten Auto-Crash-Szenen die in diesem Genre je gedreht wurden und ziemlich kaltschnäuzigen Mordszenen. Wehrlose Kinder und unbeteiligte Passanten werden genauso hingemetzelt wie die bösen Jungs und ein versöhnliches Happyend ist nirgends in Sicht. Die brillante Eröffnungsszene, in der Caneparo zwei ausgebrochene Schwerverbrecher jagt und stellt ist da sprichwörtlich. Die Gangster ergeben sich schließlich und werfen ihre Waffen weg, doch im Wissen, dass sie gerade eine halbe Familie liquidiert haben, ballert Caneparo sie trotzdem über den Haufen. Der anwesende Reporter fassungslos zu einem Carabinieri: "Mein Gott. Haben Sie DAS gesehen?". Lapidare Antwort: "Wenn der Commissario geschossen hat, war’s auch nötig!". Die ganze Sequenz hat sauber nix mit dem Rest der Handlung zu tun, ist aber ein feiner Appetithappen für das folgende Hauptgericht und zeigt uns unmissverständlich, wess Geistes Kind Commissario Caneparo ist.

Der Soundtrack der begnadeten De-Angelis-Brüder ist einer der einprägsamsten, die ich im Italo-Crime-Genre kenne und mein Lieblingstrack untermalt mit eingängigem Italo-Feelgood-LaLaLa eine sonnendurchflutete Szene in der Mailänder Einkaufsstrasse, in der der Arbeitstag von Caneparos Chef sehr abrupt und eher unschön endet, zusammen mit seinem Leben.

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FAZIT:

Es gibt gute Cops und böse Cops. Und dann gibt's da noch die völlig enfesselten Bullen à la italiana! Luc Merenda räumt Mailand auf! Zurück bleiben jede Menge Leichen, Schrott und verbrannte Erde.

WERTUNG: 7 von 10 sauber geföhnten Seitenscheiteln
TEXT © Monezza
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