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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Cameron

Cameron

OT: Cameron's Closet
HORROR: USA, 1988
Regie: Armand Mastrioanni
Darsteller: Scott Curtis, Cotter Smith, Mel Harris, Tab Hunter

STORY:

Der kleine Cameron ist ein goldiger Knopf mit besonderen telekinetischen Fähigkeiten. Doch das Kind ist nicht nur in der Lage, Murmeln schweben zu lassen und (ohne Hände!) mit Plastikbuchstaben süße Worte wie "Hello, Ben!" zu formen, sondern kann auch (unbeabsichtigt!) Dämonen beschwören. Einer hockt jetzt in seinem Wandschrank und beginnt damit, Camerons Familie und die örtliche Polizei zu dezimieren ...

KRITIK:

Das rührige CMV-Label aus Berlin. Seit vielen Jahren entreißt es mit beeindruckender Unermüdlichkeit einen 80er Jahre-Videothekenhorrorflick nach dem anderen - darunter auch so manche Perle - den Klauen der Vergessenheit und veröffentlicht sie liebevoll auf DVD.

Aktuell haben sie CAMERON geborgen: Ein aus PSI-, Dämonen-, Besessenen- sowie Kinder- und Wandschrankhorror-Versatzstücken zusammengebautes B-Movie aus amerikanisch-britischer Co-Produktion. Dank der kruden Bluteinlagen und herrlich-schmodderigen DEMONS- Gedächtnismasken aus der Hand von der Effect-Eminenz Carlo Rambaldi könnte man aber meinen, dass dieser Film mit den letzten Ausläufern der italienischen Horrorwelle der 80er zu uns herüber geschwappt ist.

Ich kenne CAMERON noch aus grauer VHS-Vorzeit (und persönlichen Milchbübchentagen) und damals hatte er mir wohl zugesagt. Jedenfalls ist er in angenehmer Erinnerung geblieben.

Beim Wiedersehen im Heimkino gestern Nacht musste ich das alte Urteil etwas revidieren.

CAMERON hat neben seinen oben angesprochenen Highlights Rambaldi'scher Maskenarbeit dann doch einige Szenen und vor allem Dialoge, die ihn eigentlich für die ebenfalls CMV-eigene Trash Collection prädestiniert hätten. In einer Szene hängt der Junge Cameron kreischend unter der Kinderzimmerdecke und wird mittels dämonischer Telekinese unerbittlich in Richtung des großen, scharfflügeligen Deckenventilators gezogen. Als Mutter ins Zimmer stürmt und das Grand Malheur erblickt, ist ihre erste Reaktion: ein erschrockener Ausruf - "Mein Gott, wie kommst du denn da hoch?"

Jede natürliche Elternreaktion in einer solch zugegebenermaßen ungewöhnlichen Notsituation wäre wohl das vorläufig vollständige Akzeptieren der Umstände. Es wäre absolut scheißegal, wie das Kind an die Zimmerdecke gekommen ist; es würde nur zählen, dass sich momentan das Kind am falschen vertikalen Ende des Zimmers in gefährlicher Nähe zum scharfflügeligen Deckenventilator befindet ...

Noch lächerlicher wirken da die kümmerlichen Rettungsversuche der Mutter. Sie hüpft Mitleid erregend tapsig mit empor gereckten Armen unter verzweifelten "Ich kann dich nicht erreichen!"-Rufen auf der Stelle, wo sich doch selbst der dümmste Affe einen Stuhl krallen würde, um an eine ausser Reichweite an der Decke hängenden Banane zu gelangen.

Solche Albernheiten gibt es leider einige und die sorgen ebenso wie die durch Mark und Sehnerv gehenden 80er Jahre-Haarschnitte der schon etwas chargierenden Besetzung dafür, dass man CAMERON heute über weiten Strecke nicht mehr wirklich ernst nehmen kann.

Doch in der zweiten Filmhalbzeit wird dann endlich was für die Habenseite und vor allem für den Body Count getan. Ermordete kehren als Dämonen wieder, Rambaldis Blut- und Latexarsenal kommt zum Einsatz und ganz zum Schluss hat ein Polizist in einer NIGHTMAREesquen Parallellwelt seinen herrlich-trashigen Ringkampf-Showdown mit einem kleinen, pelzigen Kinderwerwolf.

Das kann man sich als geneigter Zielgruppennerd durchaus antun, muss man aber wohl nicht.

Cameron Bild 1
Cameron Bild 2
Cameron Bild 3
Cameron Bild 4
Cameron Bild 5
FAZIT:

Irgendwo zwischen DER EXORZIST, TEUFELSKREIS ALPHA, NIGHTMARE ON ELM STREET, NIGHT OF THE DEMONS und ÜBERFALL IM WANDSCHRANK angesiedelter 80er Jahre-Horrorflick aus amerikanisch-britischer Co- Produktion, der dank Carlo Rambaldis kruden Bluteinlagen und Dämonenmasken eher wie ein Relikt aus der auslaufenden römischen Horror- Hightime wirkt, aber in der Trash Collection definitiv besser aufgehoben wäre. Auch wenn CAMERON in qualitativer Hinsicht kein Überflieger ist; schön, von CMV, dass sie den Film liebevoll und uncut (SPIO/JK- geprüft) auf DVD unters Volk bringen. Wenn man die über weite Strecken schwache erste Filmhälfte überstanden hat, wird man vom mit kruden Ableben und fiesen Masken garnierten Endspurt zumindest teilentschädigt.

WERTUNG: 5 von 10 Möwen am Himmel
TEXT © Christian Ade
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