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Die Herrschaft der Ninja

Die Herrschaft der Ninja

OT: Ninja III: The Domination
MARTIAL ARTS: USA, 1984
Regie: Sam Firstenberg
Darsteller: Lucinda Dickey, Shô Kosugi, Jordan Bennett, David Chung

STORY:

Ein schwarzer Ninja (in grauer Kutte) richtet auf einem Golfplatz ein Massaker an. Nachdem er die halbe Polizei von Glendale, Arizona ausgeschaltet hat, wird er schließlich doch noch von den Kugeln des Gesetzes durchsiebt. Der Sterbende schleppt sich davon und sein böser Geist fährt in die zufällig in der Nähe weilenden Aerobic-Trainerin Christie. Die nimmt das Schwert des toten Ninjas an sich und macht da weiter, wo der Ninja vor seinem Tod aufgehört hat. Derweil trifft aus dem fernen Japan Shô Kosugi ein. Der hat mit dem schwarzen Ninja auch noch ein Hühnchen zu rupfen ...

KRITIK:

"You`re not a true ninja fan until you`ve got this movie in your collection."

Dieser Satz beschließt den Klappentext der englischen DVD von NINJA III: THE DOMINATION. Und auch wenn höchstens unter Anglern mehr übertrieben wird als auf den Backcovern von DVDs; diese Worte sind wahr!

Doch leider verhält es sich so, dass du wahrscheinlich leichter Larissa, die schöne Unnahbare aus deiner Dorfdisse in die Kiste kriegst als diesen Film in deine Sammlung.

Die Onlinefilmdatenbank listet auf DVD nur einen deutschen Bootleg und selbst meine angeblich offizielle englische DVD aus dem Hause Bonzai Media Corporation stinkt angesichts einer Bildqualität, die selbst einem hundertmal runtergenudelten Videothekentape die Schamesröte ins Gesicht treiben würde, den festeingebrannten kantonesischen Untertiteln und wegen eines Sounds, der lauter knarzt als Omis altes Hüftgelenk, geradezu nach einem solchen. Bootleg nicht Hüftgelenk.

Die Tatsache, dass ich diese minderwertige, voller technischer Widrigkeiten steckende DVD trotzdem für teures Geld erstanden und mir den Film nicht einfach wie die -flunker, flunker- false Ninja-Fans auf deutsch und in viel besserer Qualität auf youtube angeschaut habe, belegt sowohl meinen an Torheit grenzenden FANatismus, aber auch den hohen Stellenwert, den DIE HERRSCHAFT DER NINJA in meinem Filmherzen genießt. "Excuse me while I kiss the sky", bat Jimi Hendrix einst in "Purple Haze" sein Publikum. Und "Excuse me while I write a nerd review", bitte ich nun euch vorab um Entschuldigung.

Für die -zwinker, zwinker- Objektivitätsfanatiker und "humorlosen Arschlöcher" (you know who you are...) nur soviel: Natürlich ist DIE HERRSCHAFT DER NINJA ein absurder Actionfilm durch und durch. Er scheut sich nicht, seine Martial Arts munter mit dem EXORZIST und "gespenstischen" Trockennebel aus der Küchenkommode zu mischen. Natürlich trägt der Black Ninja Eyeliner unter seiner ansonsten töften Maskierung. Natürlich werden die Gesetze der Schwerkraft ignoriert und aus dem Stand über meterhohe Mauern gesprungen. Natürlich werden zur optischen Verdeutlichung der dämonischen Besessenheit die Augen unseres "All American Girl" Lucinda Dickey immer dann zu Schlitzen geschminkt, wenn der Geist des bösen japanischen Ninjas in sie gefahren ist. Natürlich ist Shô Kosugi schauspielerisch irgendwo zwischen Chuck Norris und Steven Segal zu verorten. Natürlich gibt es Goofs wie den Motorrad-Cop, der zunächst von seinem Vehikel getreten wird und in der nächsten Einstellung trotzdem samt Bike im Bach landet. Natürlich beinhaltet der Score neben einigen stimmigen Synthie-Sounds auch viel schrecklich-schönen 80er Jahre Discopoprockschrott mit Betonung auf schrecklich. Und es gibt Aerobic.

Natürlich darf man all das Genannte scheiße finden. Aber genauso gut, darf man's geil finden. So wie ich. So wie mein alter Kumpel Müller. So wie all die anderen einstigen Halbstarken, die diesen Film in der Videosammlung ihrer Eltern irgendwann in den 80ern entdeckt haben...

Schon allein die erste Viertelstunde ist ein Fall für die Geschichtsbücher des sich hemmungslos den japanischen Assassinenkünsten sowie dem Groschenromanhorror hingebenden B-Movies.

Ein Black Ninja in grauer Uniform hat den (nicht näher definierten) Auftrag einen gut bewachten reichen Schnösel zu eliminieren. Was folgt, ist eine Rampage uff'm Golfplatz. Mit dem Resultat: 1 totes Zielobjekt, 1 tote weibliche Begleitung, 6 tote Bodyguards und 24 tote Cops. In sage und schreibe 15 (!) Minuten. Müller und ich haben das nachgezählt und abgestoppt. Und da steht uns das Massaker auf der Polizistenbeerdigung und die ausgebildete Tänzerin Lucinda (GREASE 2) Dickey in Personalunion als Unschuldslamm, ninjaeske Attentäterin und wutschnaubende Dämonin während einer waschechten Ninja-Austreibung erst noch bevor...

DIE HERRSCHAFT DER NINJA geht dabei ein solch wahnwitziges Tempo, dass zunächst gar nicht auffällt, dass Genre-Star Shô Kosugi erst nach einer geschlagenen halben Stunde die Bildfläche überhaupt erst betritt. Doch keine Sorge: In der zweiten Hälfte gibt uns der Meister dann endlich einige Kostproben seines Ninjutsu und dies spektakulärer als noch in ENTER THE NINJA.

Auch wenn dieser von Actionfilmroutinier Sam Firstenberg inszenierte Streifen vielen als einer der besten, rasantesten und unterhaltsamsten Flicks der 80er Jahre-Ninjawelle in Erinnerung geblieben ist; heutzutage wirkt die Action dann doch ein bisschen überholt. Ende der 80er, Anfang der 90er hätte ich dafür -so schnell wie David Chung eine seiner Shuriken- die Höchstwertung gezückt; heuer sind es (trotz Nostalgie- und Kultbonus) ein paar weniger, aber dennoch ist DIE HERRSCHAFT DER NINJA nach wie vor ein echtes Liebhaberstück für alle B-Movie-Freunde. In diesem Sinne: "Only a ninja can destroy a ninja!"

Die Herrschaft der Ninja Bild 1
Die Herrschaft der Ninja Bild 2
Die Herrschaft der Ninja Bild 3
Die Herrschaft der Ninja Bild 4
Die Herrschaft der Ninja Bild 5
Die Herrschaft der Ninja Bild 6
Die Herrschaft der Ninja Bild 7
Die Herrschaft der Ninja Bild 8
FAZIT:

Another classic for ya!*

(*if you're a fan of campy fuckin' cult martial arts flicks with ninjas and demonic possession.) 

(PS: Wow, liest sich das cool! Notiz an mich selber: Unbedingt Harald fragen, ob ich meine Fazits künftig immer auf Englisch verfassen darf; vielleicht auch des internationalen Marktes wegen...)

WERTUNG: 8 von 10 zerbröselnden Golfbällen
TEXT © Christian Ade
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Dein Kommentar >>
thomas | 10.03.2012 09:39
Ich finde noch immer die 1000 Augen der Ninja aka Prey for Death am besten darf ich eine Review dazu schreiben?Ansonsten Kosugi und seine Ninja Flicks sind die besten.
Chris | 10.03.2012 09:53
Na denn, ran an die Tastatur! : ) DIE 1000 AUGEN habe ich bislang
leider verpasst. In meiner Sammlung habe ich sonst nur noch DIE
MACHT DER NINJA und THE REVENGE OF THE NINJA (aka DIE
RÜCKKEHR DER NINJA). Zu letzterem habe ich ein Review in der Mache.
>> antworten
Erich H. | 07.03.2012 11:27
Videosammlung? What!?
Scheiße, bin ich alt. Ich sah den noch im Kino. Hüte das Filmprogramm als Beweis.
Jetzt hamma den ersten "Enter the Ninja" und den dritten. Jetzt brauch ma wirklich noch den 2. "Rückkehr der Ninja". Aber gut, Harald hat's versprochen. Und Apropos Firstenberg. Ist jetzt auch mit den AMERICAN FIGHTER zu rechnen? (Nur so frag)
Harald | 07.03.2012 12:51
Sorry, ich hab die Herrschaft mit der Rückkehr verwechselt, Herrschoftsseitn ;-)
American Fighter ... naja, wir wollen's ja nicht übertreiben ;-)
Harald | 07.03.2012 12:53
Aber das NINJA KOMMANDO wär eine Rezension wert.
Schade, dass der Kollege Patrasch seit Jahren pausiert.
Patrasch | 07.03.2012 17:31
Schreibblockade! ;-)
P.S. ja... Ninja Kommando (Ninja in the dragon's den) ist sicher neben "Rückkehr der Ninja" einer der besten...
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