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Die Vgel

Die Vögel

OT: The Birds
HORROR: USA, 1963
Regie: Alfred Hitchcock
Darsteller: Rod Taylor, Tippi Hedren, Jessica Tandy, Suzanne Pleshette

STORY:

Das verwöhnte Millionärstöchterchen Melanie (sozusagen eine Paris Hilton der frühen Sechziger) trifft beim Vogelkauf den smarten Anwalt Mitch Brenner. Trotz anfänglicher Reibereien scheint Mitch mächtig Eindruck auf Melanie gemacht zu haben, denn gleich am nächsten Wochenende setzt sich die junge Frau ins Cabrio und fährt zum kleinen Küstenstädtchen Bodega Bay, wo der Traumprinz zusammen mit seiner Mutter und der kleinen Schwester in einem schönen Haus am Meer residiert.
Und natürlich lassen die ersten zarte Bande zwischen Mitch und Melanie nicht lange auf sich warten, doch das Techtelmechtel wird jäh unterbrochen, als die Natur anfängt verrückt zu spielen. Angriffslustige Vögel stören den Kindergeburtstag von Mitchs kleiner Schwester (welche übrigens von der damals 14-jährigen Veronica Cartwright dargestellt wird, die später als Lambert in ALIEN und neben Donald Sutherland in DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN zu sehen war) und verletzen einige Kinder. Doch dies war erst der Anfang. Denn von der Krähe bis zur Möwe rotten sich unsere "gefiederten Freunde" zusammen, um dem Mensch den Krieg zu erklären… -

KRITIK:

50 Minuten lang müssen wir ausharren, einen (obgleich der Film aus dem Jahr 1963 stammt) tapsig-spießigen 50er Jahre-Balztanz zwischen Tippi Hedren und Rod Taylor über uns ergehen lassen, bevor der Mentor der "Drei ???" und Ritter Ihrer Majestät Sir Alfred Hitchcock alle Register seines Könnens zieht und DIE VÖGEL zu dem Tierhorrorklassiker werden lässt, als der er heute noch verdientermaßen gilt.

Dann wartet ein genialer Regieeinfall nach dem anderen auf uns. Unvergessen die Szenen als sich die Vögel - unterbrochen von einigen Kameraschwenks auf die in der Nähe rauchenden Tippi Hedren - auf dem Kinderspielplatz sammeln. Erst eine Krähe, dann drei, dann fünf und urplötzlich sind die gesamten Klettergerüste von unzähligen schwarzen Leibern besetzt. Weitere Höhepunkte sind logischerweise die Vogelattacken. Angesichts des Filmalters sind die in ihrer technischen Umsetzung recht gelungen. Und seien wir mal ehrlich: Die realistische Darstellung eines angreifenden Vogelschwarms stellt auch eine moderne Special Effects-Abteilung vor knifflige Aufgaben; und dass obwohl diese - anders als Hitchcocks Techniker damals- auf die Wunderwaffe CGI zurückgreifen kann. So gesehen ist das Resultat, welches seinerzeit von Hitchcock und seinen Trickexperten erzielt wurde, absolut bemerkenswert und vor allem effektiv.

Doch in der meiner Meinung nach erschreckendsten Szene des Films bekommen wir das Flattervieh gar nicht zu Gesicht. Wir sehen dort eine Handvoll verängstigte Menschen hilflos in einem verbarrikadierten Haus sitzen, während draußen vor den vernagelten Fenstern urplötzlich eine Kakophonie aus Vogellauten und Flügelschlägen losbricht. Hier hat der Meister wahrlich ein Alptraumszenario erschaffen und einer anderen Raffinesse, nämlich jene völlig auf Musik zu verzichten und den Score ausschließlich aus Vogellauten bestehen zu lassen, ihr Klimax verpasst.

Die Vögel Bild 1
Die Vögel Bild 2
Die Vögel Bild 3
Die Vögel Bild 4
Die Vögel Bild 5
FAZIT:

Oldie but goldy! In der Kategorie Tierhorror schafften es bislang nur DER WEISSE HAI und die Ameisen der PHASE IV Hitchcocks VÖGEL zu überflügeln.

WERTUNG: 9 von 10 ausgepickten Augen
TEXT © Christian Ade
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Marcel | 07.03.2010 21:30
Wertung dito! 9 von 10 Vogelattacken

Aber findest du das Balzspiel tatsächlich so altmodisch? Im gleichen Jahr turtelten Audrey Hepburn und Cary Grant in "Charade" doch auch recht keusch (wenn auch nicht weniger charmant), von den noch harmloseren Doris Day Liebeleien will ich gar nicht erst anfangen. Ich finde, dass Tipi Hedren und Rod Steiger schon recht zweideutig daher kommen (etwa die Szene gleich zu Anfang, in der die Liebesvögel zurück in den Käfig gesteckt werden).

Hitchcock war sich des Problems übrigens bewusst, anfangs die Geschichte auf das Liebespaar zu konzentrieren und damit gegen die Erwartungshaltung der Zuschauer Sturm zu laufen: "Wo bleiben die Vögel, her mit den Vögel!" (vergl. Truffaut: Mr Hitchcock, wie haben Sie das gemacht). Mehr zu der Bedeutung des Anfangs kann man in Donald Spotos Biografie über Hitchcock nachlesen.

Musik wird in dem Film nicht nur in der erwähnten Szene ausgespart, sondern generell besteht der Score aus elektronisch verfremdeten Vogelgeräuschen.

Der Vergleich mit "Der weiße Hai" hinkt in meinen Augen. Von einem Hai erwartet man die Gefahr, von Vögeln nicht, erst recht nicht von Krähen und Möwen. Nur die Ameisen in "Phase IV" sind vielleicht damit vergleichbar, vor allem mit dem offenen Ende. Ach ja, Saul Bass, der "Phase IV" inszenierte, gestaltete den Titelvorspann für "The Birds".

Hitchcock hat übrigens überlegt, am Ende die Golden Gate Bridge mit Vögeln bedeckt zu zeigen - ein apokalyptisches Bild sondergleichen. Er hat aber zugunsten des offenen Ende fallen gelassen.
Chris | 07.03.2010 23:05
Danke für die Hintergrundinformationen zunächst mal! Da war mir manches gar nicht bekannt. : )
Das Turteln der beiden fand ich schon etwas bieder, aber nicht unbedingt störend oder langweilig. Ich komme mit langsamen Einstiegen in Horrorfilmen klar und auch das Tempo in DIE VÖGEL ist okay. Andauernde Vogelattacken wären da sicherlich weniger effektiv gewesen. Und den Vergleich Hai mit Vogel finde ich jetzt nicht weithergeholt, sondern eher naheliegend. Schließlich firmieren Hai und Vogel ebenso wie Hund, Katze, Spinne, Grizzly, Wurm, Schnecke oder Krokodi unter dem Banner Tierhorror, wenn sie gegen den Menschen Amok laufen. Und btw.: Ich darf mal den bekannten Haiforscher Erich K. Ritter aus seinem Buch "Haiunfälle" sinngemäß zitieren, der behauptet von einer handelsüblichen Haushaltsleiter gehe eine viel größere Gefahr aus wie von einem weißen Hai. Weil pro Jahr ein Vielfaches mehr Menschen infolge eines unsachgemäßen Gebrauchs einer Haushaltsleiter ihr Leben verlieren als bei einem Haiangriff...
Ergo ist mein Vergleich zulässig. : ))
Marcel | 07.03.2010 23:35
Klar gehört das zum Genre des Tierhorrors. Aber im Gegenzug zu Vögeln sind die üblichen Verdächtigen des Tierhorrors wie Krokodile, Haie, Piranhas, Schlangen oder Spinnen von jeher auch ein Symbol für Gefahr. Vögel dagegen nicht. Bis heute gibt es etwa auch keinen Film von zusammenrottenden und angreifenden Goldfischen, Hoppelhasen oder Meerschweinchen.

Mir ist auch noch nicht klar, zu welcher Gattung unserer schönen Fauna die gemeine Haushaltsleiter zuzuordnen ist. :-)
Chris | 08.03.2010 18:38
Also, die Haushaltsleiter würde ich in die Kategorie "Gebrauchsgegenstandhorror" einordnen: Also zu den Killerkühlschränken, Wäschemanglern, Fahrstühle,Mörderrucksäcke, Telefone... ^^ PS: Und ein paar Arbeitstitel für ein Filmprojekt um eine mordende Haushaltsleiter hätte ich auch schon: VIER STUFEN BIS ZUM TOD, OPERAZIONE HAUSHALTSLEITER, THE LAST HOUSEHALTSLEITER ON THE LEFT, DELIEVER US FROM HAUSHALTSLEITER, HAUSHALTSLEITER JAGT MINI-MÄDCHEN, NACKT UNTER HAUSHALTSLEITERN...^^
Chris | 08.03.2010 18:43
PS: Aber es gibt schmissige Tierhorrorflicks über Schnecken (SLUGS) und Würmer (SQUIRM). Muss die beiden Filme bei Gelegenheit nochmal sichten und was darüber schreiben... : )
Marcel | 08.03.2010 19:03
och... wo du es erwähnst... DAS TEXAS-HAUSHALTSLEITER-MASSAKER. EIN ZOMBIE HING AN DER HAUSHALTSLEITER. DIE HAUSHALTSLEITER DER LEBENDEN LEICHEN. BLUTRAUSCH DER HAUSHALTSLEITERN. NACKTE MÄDCHEN IN DEN KRALLEN LÜSTERNER HAUSHALTLEITER-BESTIEN.
Chris | 08.03.2010 22:46
HAUSHALTSLEITER GESCHÄNDETE FRAUEN; TOTENCHOR DER HAUSHALTSLEITERN; FIVE ACROSS THE HAUSHALTSLEITER; GIRL SLAVES OF HAUSHALTSLEITER; DIE STUNDE WENN DIE HAUSHALTSLEITER KOMMT - nu is aber gut...^^
Nico | 09.03.2010 13:19
*totlach*...
NIGHT OF THE HAUSHALTSLEITER, DR.JEKYLL UND MR.HAUSHALTSLEITER und CANNIBAL HAUSHALTSLEITER nicht zu vergessen...!!

und hat sich dieses Mordinstrument der Hölle im Genre etabliert, tauchen dann die ganzen Versus-Filme auf...
etwa Jason vs. THE HAUSHALTSLEITER.. -
Harald | 09.03.2010 21:22
gründen wir eine facebook-gruppe: "kann diese haushaltsleiter mehr fans haben als h.c. strache?"
Chris | 09.03.2010 22:21
Yo! WENN HAUSHALTSLEITERN TRAUER TRAGEN, HAUSHALTOS LESBOS, THE HILLS HAVE HAUSHALTSLEITERN, DER HAUSHALTSLEITERNTÖTER VON BLACKMOOR, AUF BÖSER HAUSHALTSLEITER, SKLAVIN FÜR EINE HAUSHALTSLEITER...(to be continued) ; )
Nico | 10.03.2010 00:06
könnte man ewig fortsetzen.... - man stelle sich zu jedem Titel noch das Filmposter vor.
Ahja... Hannibal Lecter in DAS SCHWEIGEN DER HAUSHALTSLEITER... und in DV-Shacky-Look eine Tour de Force, junge Menschen, die im Wald Glühbirnen wechseln wollen: BLAIR WITCH HAUSHALTSLEITER (mit dem jungen H.C.Strache als NEO). *lach* - - - so Schluß! Ne, geht nicht! Ihr habt mich angesteckt... ROSEMARYS HAUSHALTSLEITER,DELLAMORTE DELLAHAUSHALTSLEITER, UND JACOBS LADDER.... - oh! Verdammt! Hier schwanzt sich die Sache ins Beiß.
Marcel | 10.03.2010 00:38
DIE HAUSHALTSLEITER MIT DER MASKE, DIE TOTEN AUGEN DER HAUSHALTSLEITER, WARUM MUSSTE HAUSHALTSLEITER STERBEN?, ALLEIN GEGEN DIE HAUSHALTSLEITER, DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN HAUSHALTSLEITER, BEI ANRUF HAUSHALTSLEITER, COCKTAIL FÜR EINE HAUSHALTSLEITER, DIE HAUSHALTSLEITER ZUM HOF, EINE HAUSHALTSLEITER VERSCHWINDET, DIE HAUSHALTSLEITER DIE ZUVIEL WUSSTE (ahaaaa... jetzt wirds langsam spannend), YOUR VICE IS A LOCKED ROOM AND ONLY I HAVE THE HAUSHALTSLEITER, DIE HAUSHALTSLEITER VON WIEN, DER SCHWANZ DER HAUSHALTSLEITER (na...), THE GOOD, THE BAD AND THE HAUSHALTSLEITER, FÜR EINE HANDVOLL HAUSHALTSLEITERN, FÜR EIN PAAR LEITERN MEHR, ZWEI HIMMELHUNDE AUF DEM WEG ZUR HAUSHALTSLEITER un nu is gut.
Marcel | 10.03.2010 00:51
ach ja...
EINE STADT SUCHT EINE HAUSHALTSLEITER. DIE 36 HAUSHALTSLEITERN DER SHAOLIN. HAUSHALTSLEITER AUF DER BOUNTY. DU SOLLST MEINE HAUSHALTSLEITER SEIN.
aber vielleicht sollten wir wirklich wieder zurück zum Thema kommen. Ich rede von Vögeln. Nicht von Haushaltsleitern.
Nico | 10.03.2010 09:39
Oh! Geschummelt! Wir waren doch in der Familie des Horrorfilms. -
Die Vögel, ja! Ein toller Film! - Viele tolle Momente... ; und es ist erschreckend was man in Spotos Biographie über Hitch zu diesem Dreh nachlesen kann.
Die haben für diese Szene, in der Tippi Hedren, so ziemlich am Ende des Filmes, den Raum im ersten Stock betreten muss, ja geplant mit Attrappen zu arbeiten, die ihr um die Ohren gejagt werden sollten. - Nunja, am Drehtag kam der Regieassi zu ihr und teilte ihr mit, dass für Hitch das nicht klappte und echt Vögel auf sie im Raum warteten. - Die Arme ging für diese Szene ungefähr ne Woche immer und immer in diesen Raum und immer und immer wieder schwirrten ihr echte aufgescheuchte Vögel auf die zu.
Fies!
Marcel | 10.03.2010 13:03
Ja, stimmt. Die Vögel waren zwar dressiert und sollten an ihr vorbei fliegen, aber nach einer Woche waren die Vögel genauso fertig mit der Welt wie Ms Hedren. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, wurden die Dreharbeiten danach unterbrochen, weil Ms Hedren psychologisch behandelt werden musste. Beim nächsten Film, Marnie, eskalierte die Situation dann zwischen Hitch und der Hedren.

So schade, dass es keine brauchbare DVD-Veröffentlichung gibt, die deutsche ist Vollbild, die amerikanische ist zwar Breitwand, ist aber qualitativ schlechter und zudem nicht anamorph kodiert. Noch übler ist das ja bei Psycho, von dem es bis heute weltweit keine ungeschnittene DVD-Fassung gibt
Nico | 10.03.2010 18:09
Ein ungeschnittenes Psycho? - Was wurde bei Psycho beschnitten?
Marcel | 10.03.2010 23:28
Kann man auf Schnittberichte.com im Detail nachlesen. Grob zusammengefasst: 1. Perkins schaut der Leigh länger durchs Loch in der Wand beim Ausziehen zu.
2. Perkins hat nach dem Saubermachen blutige Hände, die in der Cut-Version kaum zu sehen sind.
3. Beim Mord am Detektiv sticht das Messer zweimal mehr zu.
Chris | 18.03.2010 18:24
Einen hab ich noch, einen hab ich noch: ALS DIE HAUSHALTSLEITERN NOCH SCHWÄNZE HATTEN...Und SCHWARZE MESSE AUF BLUTROTER HAUSHALTSLEITER.(Sorry, konnte es mir nicht verkneifen...)
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