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Dracula 2000

Dracula 2000

HORROR: USA, 2000
Regie: Patrick Lussier
Darsteller: Gerard Butler, Christopher Plummer, Jonny Lee Miller, Justine Waddell

STORY:

Als Dracula von einer geldgierigen Verbrecherbande aus seinem Schlaf geweckt wird, macht er sich auf zum Mardi Gras um Van Helsings Tochter zu finden.Diese ahnt noch nicht, dass ihre Visionen bald real werden.

KRITIK:

Der Mythos des bluttrinkenden, sich in eine Fledermaus verwandelnden Vampirs fasziniert die Menschen - ebenso wie die restlichen klassischen Figuren der Horror-Geschichte wie Werwölfe und Mumien - seit ewigen Zeiten.

Im Laufe der letzten Jahrhunderte entstanden so neben zahlreichen literarischen Aufgüssen auch jede Menge filmischer Umsetzungen des Stoffs. Von anspruchsvollen Weltklassikern wie Murnaus Nosferatu bis hin zu etwas eigenständigeren Interpretationen wie Killer Barbies vs Dracula von unser aller liebsten Kino-Misogynist Jess Franco

Klar, dass auch eine Umsetzung des Stoffs für die von Teenie-Slashern geprägte Scream-Generation nicht fehlen darf, dachten sich die Spezialisten von Miramax und Dimension Films und gingen munter ans Werk.

Und was dem 70er Jahre Bahnhofskinoproduzent seine geschändeten Nazi-Nutten-Zombies from Outer Space, das ist dem gewieften Produzenten von Heute der Name eines ganz Großen seines Fachs um die Massen ins Kino zu locken - was erklärt wieso viele Splädda-Kiddies Tarantino für den Regisseur von Hostel halten.

Patrick Lussiers Umsetzung des klassischen Dracula-Stoffes wird also von Wes Craven präsentiert - seines Zeichens ein Urgestein im Horrormilieu - was ziemlich sicher schon einmal bedeutet, dass der gute Mann mit dem Film nichts zu tun hat.

Verantwortlich für Drehbuch zeichnen Joel Soisson und für die Regie Patrick Lussier - der in seiner Karriere unter anderem für den Schnitt bei Scream 3 und Halloween: H20 gesorgt hat - verantwortlich.

Dabei macht er sogar eine recht gute Figur. So gelang es ihm erstaunlich gut die visuellen Motive des Slasherfilms mit dem des klassischen Horrorschockers zu kombinieren - wenn auch einige Motive des Teenie-Slasher, die da wären Sex und Drogen, zu kurz kommen. Dafür liegt der Schwerpunkt eindeutig auf der Spannungserzeugung und Lussier sind einige erstaunlich atmosphärische Szenen und Schockeffekte gelungen. Die Kameraarbeit von Peter Pau ist zwar nichts besonderes dafür jedoch solide und fängt die Handlung oft stimmig ein.

Die Schauspielerriege indes agiert ebenso unerwartet professionell - nebenbei gibt's sogar noch Gastauftritte von Danny Masterson (Die wilden 70er), Omar Epps (Dr. House) sowie Jeri Ryan (Boston Public) zu bestaunen -, vor allem Christopher Plummer ist mit seiner steifen Art fast wie geschaffen für einen deutlich über hundert Jahre alten Van Helsing.Justin Waddell hingegen bleibt als Scream Queen etwas blass - kein Vergleich also mit der kongenialen Jamie Lee Curtis - fällt jedoch keineswegs negativ auf.

Die größte Schwäche des Films - neben Wes Cravens Namen im Titel, der die Erwartungen unterbewusst doch hochschraubt - ist demnach das Drehbuch von Joel Soisson. Von den zahlreich vorhandenen Logiklöchern abgesehen - die wollen wir mal nicht zu stark bewerten, da gab's in der Filmgeschichte schon wesentlich schlimmeres - wird alles einfach viel zu schnell und simpel abgespult.

Die Wandlungen und "Plot Twists" folgen aufeinander ohne sich etablieren zu können - so wird Simons Wandlung von Van Helsings Assistent zum beinharten Vampirjäger zu schnell abgehandelt und wirkt dadurch aufgesetzt. Auch wurden viele Chancen - wie die mögliche Einbeziehung des Mardi Gras ins Geschehen - gänzlich verpasst, wodurch das Gesamtwerk hin und wieder stark an eine TV Produktion erinnert.Ein Pluspunkt jedoch ist die etwas andere Erklärung Draculas' Herkunft.

Dracula 2000 Bild 1
Dracula 2000 Bild 2
Dracula 2000 Bild 3
Dracula 2000 Bild 4
Dracula 2000 Bild 5
FAZIT:

Dracula 2000 ist ein solider wenn auch recht unbedeutender Beitrag zum Sammelsurium des Vampirfilms. Während Regie und Kamera durchaus Atmosphäre und Spannung sowie einige Schockeffekte schaffen, verhindert letztlich vor allem das Drehbuch, dass Lussiers Dracula aus der grauen Masse zahlreicher Horrorfilme hervortreten kann - daran ändert auch Wes Cravens Name nichts. Für handzahme und äußerst kurzweilige Gruselunterhaltung reicht es dennoch.

WERTUNG: 6 von 10 Atheisten (die Gott trotzdem liebt)
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Dein Kommentar >>
Harald | 11.08.2008 09:34
Der Schmalzlocken-Dracula fällt zwar in die Kategorie Haircrimes, aber
"handzahme und äußerst kurzweilige Gruselunterhaltung" triffts recht gut. Auch 6/10.
Nic | 11.08.2008 12:25
ja, ein reiner eye-candy-dracula. muss es auch geben, oder? ;-)
Harald | 11.08.2008 22:14
oder anders gesagt: das Gruseligste im Film war Draculas Frisur...
Johannes | 11.08.2008 22:20
Also, ich hab' ja mehr auf seine knapp bekleideten Begleiterinnen geachtet, denn auf Draculas Haare. ;)
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