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Operation Overlord

Operation Overlord

OT: Overlord
HORROR/ZOMBIEACTION: USA, 2018
Regie: Julius Avery
Darsteller: Wyatt Russell, Iain De Caestecker, Pilou Asbæk, Jacob Anderson

STORY:

Frankreich, 1944: Eine Trupp amerikanischer GIs bekommt den Auftrag, einen Störsender der Nazis zu sprengen. Dabei stoßen sie auf ein Labor, in dem ein wahnsinniger Wissenschaftler Menschenversuche durchführt, um den unbesiegbaren Soldaten zu erschaffen. Die "Prototypen" sind freilich noch etwas unausgereift, aber von beträchtlicher Kampfkraft ...

KRITIK:

Nazis und Zombies haben viel gemeinsam und gehen gerne miteinander Symbiosen ein. Dabei haben sie es lustig wie in DEAD SNOW oder FRANKENSTEIN'S ARMY, feiern interessante schwarzmagische Rituale wie in Joel Schumachers BLOOD CREEK, oder schauen aus Langeweile der Farbe beim Trocknen zu wie in Jess Francos OASE DER ZOMBIES.

Diese Gefahr besteht in OPERATION OVERLORD - nicht zu verwechseln mit dem Antikriegsfilm OVERLORD von 1975 - definitiv nicht. Der von Sci-Fi-Innovator J.J. Abrams produzierte Nazi-Zombie-Film macht schon in den Anfangsminuten klar, dass hier ein fett budgetiertes, höchst unterhaltsames Action-Horror-Feuerwerk abgefackelt wird, das wie selbstverständlich die Multiplexe dieses Planeten ins Visier nimmt.

40 Millionen Dollar standen zur Verfügung und werden lustvoll in die Luft geblasen: Der Film beginnt mit einer aufwendigen, bildgewaltigen Luftschlacht, die, wüsste man es nicht besser, auch von Steven Spielberg sein könnte. Es kommt, was kommen muss: Das Flugzeug wird abgeschossen, und unsere Protagonisten finden sich, mittlerweile stark dezimiert, hinter feindlichen Linien wieder, wo verbrannte Tote dekorativ an rauchenden Baumstümpfen hängen und am Boden Landminen Körper zerfetzen. Die GIs schlagen sich in ein französisches Dorf durch, wo sie alsbald die Bekanntschaft eines weißkitteligen Arztes machen, der sich für den Dr. Herbert West der SS hält und den hippokratischen Eid ausgesprochen kreativ auslegt.

Der Film gönnt sich kaum eine Verschnaufpause. Man stelle sich auf ausufernde Schießereien im James Ryan-Modus ein, auf Stunts und Explosionen mit sattem Bodycount.

Im letzten Filmdrittel lässt der Herr Doktor seine Monster-Kreationen auf die geschundenen Soldaten los. Da wird der Film dann endgültig zur Leistungsschau der SFX-Maskenbildner und Prosthetics-Techniker. Die Effekte sind - no na - ordentlich, wirken auch handgemacht, wiewohl man sich noch die eine oder andere Zuspitzung gewünscht hätte. Ein halbes Magazin in den Rücken eines Untoten feuern ist ja schön und gut, aber die blutigen Resultate der zerstörerischen Bemühungen hätte man gerne noch länger betrachtet als ein paar Sekundenbruchteile. Da waren die guten alten 80er-Splatter- und Actionkracher von RE-ANIMATOR bis ROBOCOP, bei denen sich OVERLORD großzügig bedient, durchaus zeigefreudiger. 

Interessant ist auch, dass der Film mit beinahe heiligem Ernst an die Sache heran geht, was angesichts des klassischen B-Movie-Sujets fast schon absurd wirkt. Aber hey, wenn ein B-Movie seine Figuren ernst nimmt, ist mir das tausendmal lieber, als wenn es sich in neunmalkluger Ironie oder giftigem Zynismus suhlt.

Operation Overlord Bild 1
Operation Overlord Bild 2
Operation Overlord Bild 3
Operation Overlord Bild 4
Operation Overlord Bild 5
Operation Overlord Bild 6
FAZIT:

J.J. Abrams überrascht mit einem klassischen Nazi-Zombie-B-Movie in fast schon absurd anmutender, überteuerter Hochglanz-Optik. Natürlich kann die 40 Millionen-Produktion "seelenlos", "kommerziell", "Mainstream-Kacke", whatever schimpfen. Dabei verkennt man aber, wie riskant und mutig so ein Projekt in der durchformatierten Kinolandschaft unserer Tage eigentlich ist. Unterm Strich jedenfalls eine interessante und unterhaltsame Frischzellenkur für das nicht tot zu kriegende Sub-Genre. Ganz klar eine Empfehlung, eventuell in Kombination mit der Donnerstags-Demo?

In diesem Sinne: "Ein tausendjähriges Reich verlangt nach tausendjährigen Soldaten!"

WERTUNG: 7 von 10 Sprengladungen
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