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Puffball

Puffball

DRAMA/MYSTERYTHRILLER: IRL/GB, 2007
Regie: Nicolas Roeg
Darsteller: Kelly Reilly, Miranda Richardson, Oscar Pearce, Donald Sutherland

STORY:

Ein junges Paar erwirbt ein altes irisches Landhaus. Beginnt mit Renovierungsarbeiten. Und bald ist die Frau schwanger. Trautes Heim, Glück allein? Nein, denn die jungen Städter wissen nicht, dass die alten Gemäuer einst Schauplatz einer Tragödie waren. Bald macht das Paar die Bekanntschaft einer Nachbars-Familie, in der eine alte, hexenhafte Großmutter das Sagen hat. Und dann häufen sich mysteriöse Ereignisse, die mit Liffeys ungeborenem Baby in Zusammenhang stehen...

KRITIK:

Na sieh einer an: Nach dreizehnjähriger Pause schwingt sich Nicolas Roeg (79) noch einmal auf den Regiestuhl. Und liefert ein Werk ab, das direkt an seine Großtaten der frühen Siebziger (WALKABOUT, DON’T LOOK NOW, PERFORMANCE) anschließt. Zumindest stilistisch. Nicht aber qualitativ. Doch der Reihe nach.

Wie immer bei Roeg tut man sich schwer, das Ergebnis in eine Schublade zu stecken. Beziehungs-Drama? Mystery-Thriller? Backwood-Horror? Von allem etwas? Oder doch etwas ganz anderes?

Auf seine alten Tage ist der Regisseur offenbar auf den Naturheilkunde-Esoterik-Trip aufgesprungen: Vor einer zugebenen beeindruckenden irischen Naturkulisse werden Zaubertränke gebraut, Voodoo-Flüche aufgesagt und bizarre Hexenrituale zelebriert. So weit, so obskur - und bisweilen unfreiwillig komisch. Vor allem, als ein weißhaariger Donald Sutherland auftritt und esoterischen Schwachfug über einen gewissen "Odin" von sich gibt.

Doch Roeg wäre nicht Roeg, würde er seine Mystik-durchtränkte Weltsicht nicht in qualitativ hochwertigen Cinemascope-Bildern auf die Leinwand zaubern. Rein handwerklich gibt’s wenig zu meckern, PUFFBALL ist eine visuell ansprechende Angelegenheit geworden.

Darüber hinaus hat Roeg offenbar ein Faible für Outdoor-Sexszenen entwickelt. Was ja, wie der Autor dieser Zeilen aus eigener Erfahrung berichten kann, in Irland nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist. Außer man steht darauf, mit dem Hintern im Gatsch zu versinken... Aber unser Pärchen weiß sich zu helfen und wählt u.a. einen kreisrunden monolitischen Stein (Fruchtbarkeits-Symbol?) als Schauplatz ihrer erotischen Zusammenkünfte.

Ja, die zahlreichen Sexszenen sind recht freizügig in Szene gesetzt, entbehren aber auch nicht eines gewissen Altherren-Phantasie-Faktors. Aber das ist ja auch OK so. Schließlich ist Nicolas Roeg ja nicht mehr der Jüngste...

Puffball Bild 1
Puffball Bild 2
Puffball Bild 3
Puffball Bild 4
FAZIT:

Ein ziemlich zwiespältiges Alterswerk einer Regie-Legende: Naturverbundener Mysterythriller oder esoterischer Super-Trash, das ist hier die Frage. Anyway, rein inszenatorisch hat Nicolas Roeg, der mit Filmen wie WALKABOUT und DON’T LOOK NOW Filmgeschichte geschrieben hat, nichts verlernt. Für hoffentlich nicht allzu sehr enttäuschte Fans.

WERTUNG: 6 von 10 Voodoo-Puppen
OK? MEHR DAVON:
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Bad Timing
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