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Steven Seagal: Submerged

Steven Seagal: Submerged

OT: Submerged
ACTION: USA, 2005
Regie: Anthony Hickox
Darsteller: Steven Seagal, Christine Adams, William Hope, Nick Brimble

STORY:

Steven Seagal ist ein ehemaliger Geheimagent und aktueller Häftling. Die CIA holt ihn aus dem Gefängnis und verspricht ihm vollständige Rehabilitation, wenn er einen verrückten Wissenschaftler aufhält, der irgendwas mit Gedankenkontrolle macht und mit seinem Nokia Communicator(!) Schläfer-Agenten zu Auftragskillern umprogrammiert. Oder so...

KRITIK:

In INTO THE SUN ging es auf einen mächtig farbenfrohen und peppigen Ausflug ins Land der grell-leuchtenden Werbereklamen und Steven Seagal blühte auf wie eine Rose im Frühling - eine tödliche, handgelenksbrechende Rose. Will heißen, INTO THE SUN ist ein Top-Film und ein wahres Highlight in Seagals schäbiger DTV-Ära. Es war ein kurzer Ausflug nach Japan, SUBMERGED wurde wieder einmal im ehemaligen Ostblock gedreht, den irgendein Irrer als guten Ersatz für Uruguay empfunden hat. Der Produktionsstandort Bulgarien verheißt ja bei Seagal-Filmen eher selten Gutes. Abschreckende Beispiele gibt es mehr als genug - OUT FOR A KILL zum Beispiel, oder der unsägliche THE FOREIGNER, um nur ein paar zu nennen. Und in der Tat, schon einen Film nach INTO THE SUN ist alles wieder beim Alten.

Nicht selten sind die Seagal-Filme aus der Zeit nach 2000 wahre Mogelpackungen, die entweder mehr Action versprechen als sie letztlich bieten, oder aber Steven Seagal anpreisen und letztlich nur ein billiges Double bieten - wobei Seagals Stuntdouble und Stand Ins in der Regel wenigstens besser in Form sind. Es ist also nichts neues, dass man als Freund des Seagal'schen HandgelenkbruchsTM gerne mal übers Ohr gehauen wird. Aber SUBMERGED setzt dem Ganzen jetzt gekonnt die Krone auf.

Das fängt schon damit an, dass SUBMERGED den Eindruck erweckt, als handle es sich um eine Art ALARMSTUFE: ROT 3. Das wäre doch wirklich mal was. A:R 3 an Bord eines U-Bootes - JAGD AUF ROTER OKTOBER trifft STIRB LANGSAM anstatt bloß "DIE HARD ON A BOAT". Der Titel könnte doppeldeutig sein, „Submerged“ heißt schließlich Abgetaucht, was auf zwei Arten ausgelegt werden kann - ein Boot das abtaucht und ein Agent, der verdeckt ermittelt. Das deutsche DVD-Cover verstärkt diese Doppeldeutigkeit sogar noch, indem es den Untertitel "Underwater... Undercover..." trägt. Aha, beide Bedeutungen treffen also zu, denkt man sich. Seagal ist an Bord eines U-Bootes und er arbeitet verdeckt - vielleicht sogar als Koch? Ist er gar Casey Ryback?

Nein, gar nichts davon. Wenn es eins in SUBMERGED nicht gibt, dann ist das ein Koch. Oder ein U-Boot. Gut, ein U-Boot gibt es, aber es dauert schon eine ganze Weile, bevor es das zu sehen gibt - und dann wird es auch noch nach 15 Minuten versenkt. Das ist nicht gerade das, was ich von einem Film erwarte, der SUBMERGED heißt. Andererseits ist das eigentlich genau das was ich von einem Seagal-Film der frühen DTV-Ära erwarte - dass er mich enttäuscht. Anstatt um einen Undercover-Einsatz auf einem U-Boot geht es um... ja, das ist die gute Frage. Die Geschichte ist wieder einmal überkompliziert und dabei noch nicht einmal halbwegs schlüssig.

Was anfängt wie ein Actionfilm mit Guerilla in Uruguay - und ein top Film hätte werden können, nämlich wenn Seagal Guerilla in Uruguay ausgeschaltet hätte -, entwickelt sich schon nach kurzer Zeit zu einem Thriller über Gedankenkontrolle. Da werden Schläferagenten mittels Nokia Communicator(!) und einem Codewort als Auslöser aktiviert und morden für einen durchgedrehten Wissenschaftler, der eher den Eindruck macht, als wolle er morgen den Jurassic Park eröffnen. Wie das mit dem Codewort funktionieren soll, wird selbstverständlich nie erklärt - Arian Lehder tippt einfach was in seinen Nokia Communicator(!) und schon legen die Agenten los. Es ist nicht so, als würden sie eine SMS empfangen oder als hätten sie selbst einen Empfänger implementiert, der Signale von dem Nokia Communicator(!) empfängt. Das passiert einfach so.

Wie dem auch sei, es ist letztlich nicht so, als würde es noch irgendeine Rolle spielen, ob es irgendwie plausibel ist, wie das Ganze funktioniert. Es ist ja nicht so, als würde es danach besser werden. Woher Seagal und sein Team plötzlich das U-Boot haben - vermutlich aufbewahrt für schlechte Zeiten - bleibt ebenso ein Rätsel. Oder auch wieso die einzige Wissenschaftlerin im Team ein Ex-Marine ist, natürlich Expertin im Nahkampf, und eigentlich nur dann Gebrauch von ihren Fertigkeiten macht, als es an der Zeit ist, dem Zuschauer zu erklären, dass sie ein Ex-Marine ist. Und irgendwann kommt dann noch eine sonderbare Firma ins Spiel die irgendwie den uruguayischen Präsidenten ermorden lassen will und Steven Seagal gibt sich als amerikanischer Botschafter aus - ohne dass dessen Frau was zu merken scheint. Naja, wenigstens noch ein bisschen Undercover in dem ganzen "Spektakel".

Wobei das Wort "Spektakel" selbst in Anführungszeichen gesetzt noch zu bombastisch klingt. Das einzige Spektakel ist der erste Auftritt Seagals, der so lässig daher kommt, wie schon lange nicht mehr. Zwar verprügelt er zur Eröffnung keine Kinderschänder und Drogendealer, und wirft auch keine misogynen Zuhälter durch Autoscheiben, aber dafür gibt es mächtig was auf die Ohren - mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn bis Seagal auftaucht ist man schon fast im Lummerland. Und danach war's das dann auch eigentlich fast schon wieder.

Seagal sieht so abgewrackt aus, dass es einem fast wehtut - schlimmer als in OUT FOR A KILL und OUT OF REACH zusammen. Passend dazu bewegt er sich so behäbig wie eine sterbende Seekuh in den Alpen. SUBMERGED bietet kaum Mann-gegen-Mann-Kämpfe und wenn doch mal die Fäuste geschwungen werden, dann sind es die anderen Figuren. Seagal zieht fast schon eine TICKER-Nummer ab und beschränkt sich auf bedächtiges in die Gegend glotzen und Schwitzen. Nur einmal - immerhin im U-Boot - zeigt sein Stuntdouble mittelmäßiges Aikido und etwas später in einer - sinnfreien und langweiligen Actionszene - teilt sein Stuntdouble Schläge mit der Schrotflinte aus. Alles ziemlich lahm.

Im letzten Drittel nimmt SUBMERGED schließlich etwas Fahrt auf und der Actionanteil steigt. Eine rasante Verfolgungsjagd sieht auch verdammt gut aus und wurde für eine DTV-Produktion gut umgesetzt. Allerdings macht das nicht wett, dass der komplette zweite Akt hauptsächlich Langeweile und eine wirre Handlungskonstruktion zu bieten hat. Der Endkampf indes ist eine große Enttäuschung – Seagal erschießt einige böse Schergen und die letzte Konfrontation mit dem großen Bösewicht bietet kaum Aikido – von gutem will ich gar nicht erst reden – und ist schneller vorbei als sie angefangen hat. Immerhin schmeißt Seagal seinen Gegner durch eine Scheibe – wenigstens etwas. Wenn auch nicht viel.

In diesem Sinne: „Keinen Mucks, oder 2000 Söldner werden uns den Hintern kraulen!“

Steven Seagal: Submerged Bild 1
Steven Seagal: Submerged Bild 2
Steven Seagal: Submerged Bild 3
Steven Seagal: Submerged Bild 4
Steven Seagal: Submerged Bild 5
FAZIT:

Fassen wir also zusammen: Es gibt ein bisschen Underwater, ein bisschen Undercover, aber nichts, was einen guten Seagal-Film ausmacht. Die Action ist entweder auf Sparflamme oder extrem sinnlos und langweilig inszeniert – von der Verfolgungsjagd mal abgesehen. Es gibt so gut wie keine Mann gegen Mann-Kämpfe, zumindest nicht mit Seagal. Aikido gibt es also so gut wie keins zu sehen – nicht mal von Seagals Double. Die Geschichte ist absoluter Schwachfug, aber im Gegensatz zu THE FOREIGNER wenigstens nicht auf die ganz nervige Art. Als Seagal-Vehikel mag SUBMERGED überhaupt nicht funktionieren, aber immerhin bietet die billige Inszenierung und die wirre Geschichte ein wenig trashiges Flair. Als niveaulose Trash-Unterhaltung für einen wirklich, wirklich langweiligen Tag gerade noch zu empfehlen. Als Seagal-Film leider ein Griff ins Klo.

WERTUNG: 1 von 10 ehemaligen Liebschaften von Seagal.
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