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Taxi Driver

Taxi Driver

DRAMA: USA, 1976
Regie: Martin Scorsese
Darsteller: Robert de Niro, Jodie Foster, Albert Brooks, Harvey Keitel

STORY:

Martin Scorseses frühes Meisterwerk zeigt die trostlose Welt des traumatisierten Vietnam-Veteranen Travis Bickle, der seine Schlaflosigkeit zum Beruf macht und nächtens Taxi fährt: Sein Hass die Gesellschaft kulminiert in gewalttätigen Phantasien, die er schlussendlich auch auslebt. Ein Amoklauf, wie ihn die Filmgeschichte bis dato nicht gekannt hatte, kündigt sich an ...

KRITIK:

Wann immer eine Liste der "besten Filme aller Zeiten" auftaucht, ist die Wahrscheinlichkeit, TAXI DRIVER in den vorderen Rängen zu finden, ziemlich hoch.

Martin Scorseses wahrscheinlich berühmtester Film markierte den Höhepunkt des "New Hollywood", als junge wilde Regisseure die verkrusteten Strukturen der Traumfabrik aufbrachen und für kurze Zeit ein anderes Kino etablierten.

Ungeschminkt, schonungslos, schmerzhaft und wahrhaftig waren diese Filme, die auch kommerziell große Erfolge verbuchen konnten: Mit einem Schlag war Schluss mit der verlogenen Spät-Sechziger Doris Day-Idylle: Die Helden des New Hollywood waren Outlaws, Traumatisiere, Dysfunktionale, Verlierer, Gangster, Mörder und Amokläufer - Figuren also, die so gar nicht zum edlen American Dream passten.

Die zutiefst pessimistische Weltsicht dieser Filme traf den Nerv der Zeit (Vietnamkrieg, Studentenproteste, Rassenunruhen) - und dank ihrer über jeden Verdacht erhabenen künstlerischen Fähigkeiten schufen Scorsese und Co. ewige Meisterwerke, vielleicht die besten Filme aller Zeiten.

So, genug geschwafelt. Film ab! Genießen Sie die hypnotische Kamerarbeit von Michael Chapman und Bernard Herrmann traumhaft-schwelgerischen Saxophon-Score. Sehen Sie Robert de Niro in seiner Lebensrolle als traumatisierten Amokäufer Travis Bickle. Sehen Sie eine blutjunge Jodie Foster als Teenage Whore und Harvey Keitel als Straßendealer.

Und schalten Sie bitte um Himmelswillen auf Originalfassung - in der deutschen Synchronisation hat die Sprachverniedlichungs-Polizei nämlich heftigst zugeschlagen: "Each night when I return the cab to the garage, I have to clean the cum off the back seat. Some nights, I clean off the blood" wurde zu "Jede Nacht muss ich den Rücksitz meines Taxis sauber machen" ...

Taxi Driver Bild 1
Taxi Driver Bild 2
Taxi Driver Bild 3
Taxi Driver Bild 4
Taxi Driver Bild 5
FAZIT:

Die Menschen sind schlecht. Und Travis Bickle mag es nicht, wenn man mit ihm spricht. Dann sieht er rot. Und wir sehen das (blut)roteste Rot der Filmgeschichte. Im vielleicht größten Meisterwerk von Martin Scorsese. Einer, wenn nicht DER Klassiker des New Hollywood. Eine schlimmere Bildungslücke als TAXI DRIVER nicht gesehen zu haben ist kaum mehr vorstellbar.

P.S.: Aufgrund der zahlreichen Protest-Postings erfährt Travis hiermit sein wohlverdientes Höchstnoten-Upgrade.

WERTUNG: 10 von 10 gelben Taxis
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Dein Kommentar >>
Gregor | 23.10.2010 12:50
Deine Review trifft den Nagel gleich mehrfach auf den Punkt:
1. Der beste Scorsese: Yeah!!
2. (Ein)Höhepunkt des New Hollywood: Aber hallo!!
3. Eine unverzeihliche Bildungslücke, den Film nicht gesehen zu haben: Mit solchen Äußerungen bin ich persönlich ja relativ zurückhaltend, aber in diesem Fall muss man das tatsächlich so sagen!

Aber WIESO dann wieder nur 9 von 10 Punkten???
Harald | 23.10.2010 14:52
um Kommentare zu provozieren :)
Gregor | 24.10.2010 20:17
Nix als Neger, Homos & Perverse in diesem verdrecktem Rattennest!!!
>> antworten
Bernie | 23.10.2010 01:07
Heute lockt das kein Kind mehr hinter dem Sofa hervor....
Sowas zu lesen tut fast weh. DAS als Kritikpunkt anzubringen ist schon unsinnig. Als wäre der Film erst 2 Jahre alt. Da kann ich auch sagen "Bei INDY sind Nazis...ey die gibts doch garnich mehr..." Blödsinn. TD seh ich immer gern wieder wenn er im TV läuft. Und ich schau mir selten Filme OFT an.

8/10... und das ist bei mir SEHR GUT
>> antworten
Lukas | 23.08.2008 10:27
Schon fast unverschämt, dass der keine 10 Punkte bekommt! Ein perfektes Meisterwerk!
>> antworten
Monika | 12.02.2007 01:32
von all den vielen meisterwerken des martin scorsese eines der größten!
hypnotische bilder und das (blut)roteste bot, das je im kino zu sehen war.

apropos new hollywood: ich kann nur empfehlen, sich "easy riders, raging bulls" zu gemüte zu führen! selten so ein spannendes "sachbuch" gelesen, bzw. verschlungen.
ghostdog | 13.10.2009 14:39
Relativ überbewerteter Streifen, der z. T. recht langweilige Passagen enthält. Daß Travis (De Niro) durch den Krieg traumatisiert ist, wird genauso wenig herausgearbeitet, wie das angeblich so heruntergekommene N. Y. gezeigt wird.
Hier hätte man deutlich mehr rausholen können. Harvey Keitel ist in seiner Rolle als brutaler Lude sehr gut. De Niro habe ich schon oft wesentlich besser gesehen. Das Ende mit der Schießerei mag evtl. vor 30 Jahren schockiert haben. Heute lockt das kein Kind mehr hinter dem Sofa hervor.
TAXI DRIVER ist nicht absolut schlecht. So gut wie manche behaupten, ist er aber ganz sicher nicht. Den Kultstatus hat er auf keinen Fall verdient.
Randle P. McMurphy | 15.04.2010 14:56
Kann ich so jetzt nicht stehen lassen.
Vieles Außenrum ist nur Staffage für
den Kern der Geschichte.
Es ist uninteressant was Travis zu dem
gemacht hat was er ist - nur wie die Würfel
fallen ist von Bedeutung.

9/10 Blutlachen auf dem Rücksitz
>> antworten


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