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Workingmans Death

Workingmans Death

DOKUMENTARFILM: A, 2005
Regie: Michael Glawogger
Darsteller: -

STORY:

Fünf Bilder zur Arbeit im 21.Jahrhundert. So lautet der Untertitel zu Michael Glawoggers Doku über körperliche Schwerstarbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen, aufgenommen in der Ukraine, Indonesien, Pakistan, Nigeria und China.

KRITIK:

"A Working Class Hero is something to be" hat John Lennon gesungen, vor ungefähr 30 Jahren. Gut möglich, dass es damals noch einen stolzen Arbeiterstand gegeben hat, eine Arbeiterschaft im Brechtschen Sinne: Organisiert, selbst - und klassenbewusst, politisch wach und kämpferisch. Heute, im 21. Jahrhundert passt wohl eher ein Tocotronic-Zitat: "Die Ausbeutung des Menschen erreicht eine neue Qualität".

Das könnte wohl auch das Fazit dieses Films sein.

Die "Bilder zur Arbeit im 21.Jahrhundert", die der österreichische Filmemacher Michael Glawogger auf die Leinwand bringt, sind jedenfalls heftig. Brutal. Unfassbar. Der pure Wahnsinn, eigentlich. Zum Beispiel Ukraine: In einem stillgelegten Kohlekraftwerk bauen Bergleute weiterhin Kohle ab. Aus einem Schacht mit kaum 40 cm Höhe, wo einen schon beim Zusehen die Platzangst packt. Sollte die "Mausefalle", wie solche Stollen genannt werden, auch nur ein paar Zentimeter einsinken, bedeutet das den sicheren Tod …

Oder Pakistan: Mit völlig unzureichenden Mitteln werden in einem ehemaligen Hafen verrostete Schiffwracks zerlegt - gefährliche Schwerstarbeit, bei der der Tod ständiger Begleiter ist.

In dieser Tonart geht es weiter: Indonesische Arbeiter tragen 100 Kilo schwere Schwefel-Stücke vom Gipfel eines Vulkans ins Tal. Nigerianische Schlachter töten Tiere im Akkord, auf einem riesigen Freiluftschlachthof, wo der Boden wörtlich in Blut getränkt ist.

Kein Film für Zartbesaitete, also.

Die Bilder sind wirklich spektakulär. Der nervös-fiebrige Soundtrack des Avantgarde-Jazzers John Zorn verstärkt noch die Wirkung; die Musik macht diese bildgewaltige Doku zu einem expressiven Kunstwerk.

Die Aufnahmen vom schwefeldampfenden Vulkan könnten glatt aus dem Herr der Ringe stammen, und gegen die Bilder vom nigerianischen Open Air-Schlachthof verblassen ach-so-grausige Splatterfilme wie Braindead zu harmlosem Kasperltheater. Denn das ist die Realität. So sieht körperliche Arbeit in weiten Teilen der Welt aus. Muss man gesehen haben.

Workingmans Death Bild 1
Workingmans Death Bild 2
Workingmans Death Bild 3
Workingmans Death Bild 4
FAZIT:

Spektakuläre Doku über körperliche Schwerstarbeit im 21. Jahrhundert. Die Musik von John Zorn macht diese bildgewaltige Doku zu einem expressiven Kunstwerk.

WERTUNG: 9 von 10 Schwefelbrocken
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toxic | 06.02.2011 21:25
Ich schließe mich der Kritik vollkommen an. Wahnsinn. Muss man gesehen haben.
9 von 10 Bon Jovis
>> antworten
Andreas Berger | 06.05.2007 01:10
the world is not beautiful -
therefore it is...

(kino no tabi - kinos reisen)
Andreas Berger | 06.05.2007 16:31
ps: und nun hat er endlich auch verdientermaßen den deutschen filmpreis bekommen:
http://derstandard.at/?id=2869010
>> antworten
Ralph | 05.05.2007 14:43
Allein die Nigeria-Szene ist echt ärgstens!! So habe ich mir die Hölle als kleines Kind wohl vorgestellt..... Diesen Film muss man sich anschauen, man wird seinen Augen kaum trauen.
>> antworten


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