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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Greta

Greta

THRILLER: IRL, 2018
Regie: Neil Jordan
Darsteller: Isabelle Huppert, Chloë Grace Moretz, Maika Monroe

STORY:

Wenn du eine grüne Lederhandtasche in der U-Bahn findest, solltest du sie besser liegen lassen. Es kann nämlich sein, dass sie Greta (Isabelle Huppert) gehört. Diese Frau ist eine mit allen Wassern (und Chemikalien) gewaschene Irre. Sie wird dich stalken, wie du es noch nie erlebt hast ...

KRITIK:

"Neil Jordans 'Greta' ist Isabelle Hupperts Bewerbungsvideo als nächster Joker.", schreibt FM4-Filmredakteuerin Pia Reiser auf Facebook. "Also leiwand?", frage ich. Antwort: "Huppert ist super und creepy, den Film hat man aber irgendwie schon recht oft so gesehen". Das könnte man jetzt schon als Fazit so stehen lassen. Aber es stimmt nicht ganz, das mit dem "irgendwie oft so gesehen." Filme von Neil Jordan sind immer interessant und eigentümlich - weil sie von Neil Jordan sind. Auf das Konto des mittlerweile 70-jährigem Iren gehen so unterschiedliche Leinwand-Werke wie MONA LISA (1986), THE CRYING GAME (1992), INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR (1994), THE BUTCHER BOY (1997), THE END OF THE AFFAIR (2001) oder BREAKFAST ON PLUTO (2005).

Egal ob Vampir-Streifen, Coming-of-Age-Drama, IRA-Thriller oder Beziehungs-Melodram: Seine Filme sind immer hochklassig besetzt und auf eine gute Weise altmodisch inszeniert. Beachtliche handwerkliche Fertigkeiten treffen auf ein Gefühl für Eleganz, für sinnliche Opulenz. Symbolismus wird groß geschrieben, mit Traumsequenzen und surrealen Einbrüche in das, was wir Normalität nennen, ist jederzeit zu rechnen.

GRETA ist ein fast schon klassizistischer Thriller, der seinem inneren Brian de Palma freien Lauf lässt. Das sorgt für so manchen Überraschungseffekt, mit dem man eher nicht gerechnet hätte. Zumal frühere Neil Jordan-Filme auf klassische Thriller-Tugenden - du sollst dein Publikum fesseln, beunruhigen und in Hochspannung versetzen - jetzt nicht immer soooo viel Wert gelegt hatten. Dafür hatten sie andere Qualitäten, gewiss.

Anyway, dieser Film hat mich sehr positiv überrascht: Härter, grimmiger und spannender als ich es erwartet hätte. Isabelle Huppert ist erwartbar irre, also irre gut, und Chloë Grace Moretz, die ich seit KICK-ASS auch sehr mag, mag ich auch weiterhin. Die mehrheitlich eher uneuphorischen Reaktionen auf den Film kann ich wie so oft nicht ganz nachvollziehen. Wer die typische Handschrift des Regisseurs mag, kommt sowieso auf seine Kosten. Und alle anderen sehen einen zumindest sehr okayen Psycho-Thriller mit der unheimlichsten Klavierspielerin seit - nun ja, DIE KLAVIERSPIELERIN (2001).

Greta Bild 1
Greta Bild 2
Greta Bild 3
Greta Bild 4
FAZIT:

Chloë Grace Moretz wollte ehrlich sein und bringt Isabelle Huppert ihre "zufällig" in der U-Bahn liegen gelassene Handtasche zurück. Schwerer Fehler! Überraschend grimmiger Psycho-Thriller von Neil Jordan, der hier seinen inneren Brian De Palma von der Leine lässt.

WERTUNG: 8 von 10 Spitzen
Dein Kommentar >>
Roman | 22.06.2019 21:03
fängt toll an, lässt dann ab der Hälfte ganz stark nach.. so 30 Minuten vor Ende hab ich im Kino drauf gewartet, dass er endlich vorbei ist.
Wird zu klischeehaft, unglaubwürdig - manche Szenen wirken schon unfreiwillig komisch, ich erinnere mich daran, als die junge Hauptdarstellerin nichtsahnend aus dem Fenster blickt, und da steht Greta "WROOM BÄMM, BUMM" hat der Kino-Tiefbass gemacht und es sollte wahrscheinlich eine Schockwirkung enstehen. Aber wenn man die gealterte, ca. 170 große Huppert dann dort stehen sieht... ich musste lachen...

Roman | 22.06.2019 21:03
gerade so 6/10
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