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The Rocky Horror Picture Show

The Rocky Horror Picture Show

GRUSICAL: USA, 1975
Regie: Jim Sharman
Darsteller: Tim Curry, Susan Sarandon, Barry Bostwick, Richard O'Brien

STORY:

Eine nächtliche Autopanne führt den biederen Brad und seine Verlobte Janet geradewegs ins Schloss des transsexuellen Außerirdischen Dr. Frank N. Furter. Just in dieser Nacht will dieser seiner bizarren Dienerschaft den künstlichen Menschen Rocky präsentieren; einen goldbeschlüpferten Muskelmann, den Furter fürs eigene Bett erschaffen hat. Doch die Enthüllung des Retorten-Adonis war erst der Anfang einer völlig schrägen Nacht voller Strapsen, Sex und sauguten Rock 'n' Roll. Einer Nacht, die Brad und Janets Leben für immer verändern wird…-

KRITIK:

Muss man über THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW überhaupt noch große Worte verlieren? Ich denke (und hoffe!) mal nicht. Denn das mit Abstand beste, schrägste und bizarrste Grusical auf unserer Mutter Erde sollte jeder halbwegs Film- und Musikbegeisterte kennen, denn es herrscht seit nun mehr 37 Jahren.

Das Licht der Welt hat das von Richard O'Brien (der im Film übrigens das bucklige Schlossfaktotum Riff Raff spielt) geschriebene Stück als schrilles Musical erblickt, welches vor allem in England und den Staaten große Triumphe feierte. Die Verfilmung (mit vielen Gesichtern aus der originalen Bühnenbesetzung) folgte ein Jahr später und die ist nicht wie viele andere Leinwandadaptionen am großen Maßstab der Vorlage zerbrochen, sondern hat den Spaß locker-flockig aus den Theatern in die Kinos transportiert.

Fortan stiegen in den Lichtspielhäusern Rocky Horror Picture Partys. Ein Kult, der von den Zuschauern nach einem festgelegten Zeremonial aktiv mitgestaltet wurde. Der Sage nach waren dies große, schrille Events; mit viel Grölen, Tanzen und Reiswerfen und mit einem Strapsen-Dresscode für Frauen … und Männer!

Nun hat der Verfasser dieser Zeilen in den Heydays der ROCKY HORROR PICTURE SHOW bedauerlicherweise noch als Quark beim Bäcker gestanden und durfte diese legendären Feste nie hautnah miterleben. Worüber er aber auch ein bisschen froh ist, weil ihm Strapsen nicht so stehen.

Dennoch bin ich auch persönlich in den Genuß der mitunter grotesken Auswüchse der Verehrung für diesen Film gekommen. Ein Klassenkamerad aus der Realschule beispielsweise - Hi, Jerry! - konnte lange vor DEUTSCHLAND SUCHT DAS SUPERTALENT und diesem lächerlichen Mr. Methan ein Stück aus der grandiosen Songpalette der ROCKY HORROR PICTURE SHOW - nämlich die Schlussstrophe von "Sweet Transvestite"- mitsingen und -FURZEN! Und ich erinnere mich noch gut daran wie zu meinen Sturm- und Drangzeiten in den Indie-Diskotheken (und abseits von Jerrys Blähungen) kein Abend ohne den "Time Warp" verging. Womit wir bei der Musik wären. Und die ist vom Opener "Science Fiction, Double Feature" bis zum finalen "Super Heroes" anbetungswürdiges Futter sowohl fürs Tanzbein als auch für den Ohrwurm.

Ein blutjunger, aber bereits ziemlich übergewichtiger Meat Loaf segnet unsere Rock'n'Roll-Seele mit "Hot Patootie". Eine blutjunge Susan Sarandon (als Janet) intoniert mit ihrem lasziv-ekstatischen "Touch-a, touch-a, touch-a, touch me, I wanna be dirty!" den Abschied von den zugeknöpften Sechzigern und das Hallo an die offenherzigen (und offenblusigen) Siebziger, während der grandiose Tim Curry bestrapst und arschwackelnd und mit ordentlich Pfeffer in der Stimme all die Hits aus dem transsexuellen Transsilvanien schmettert.

Dazu addieren sich Diskothekenhits wie der bereits erwähnte "Time Warp" und fertig ist ein bunter Strauß geiler Melodien. Die Musik ist es auch, die all die schönen Elemente dieser herrlich-absurden Handlung zusammenleimt. Die liebvoll persiflierten und verehrten B-Movie-Motive. Die Travestie. Die Science Fiction. Frankenstein und Rock 'n' Roll. Und über all dem ertönt das damals noch so wunderbar unschuldige und ungezwungene Hohe Lied der freien Liebe. In diesem Sinne: "Show me something green and sexy!"

The Rocky Horror Picture Show Bild 1
The Rocky Horror Picture Show Bild 2
The Rocky Horror Picture Show Bild 3
The Rocky Horror Picture Show Bild 4
The Rocky Horror Picture Show Bild 5
FAZIT:

"And Madness takes its toll…" - Als der Mensch das Wort "Kultfilm" prägte, muss er wohl an die aberwitzige ROCKY HORROR PICTURE SHOW gedacht haben. Sex, Frankenstein und Transvestites from outer space. Eine mit genialen Songs gespickte Hymne auf B-Movies, die sexuelle Befreiung und den Rock 'n' Roll!

WERTUNG: 10 von 10 Runden auf Meat Loafs Motorrad
TEXT © Christian Ade
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MUSICAL: USA, 2010
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ROADMOVIE: AUS, 1994
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DRAMA/KOMÖDIE/MUSICAL: CAN, 2003
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GRUSICAL: USA, 1974
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Dein Kommentar >>
Marcel | 04.04.2011 11:37
Ein Film, dessen Faszination ich zwar verstehe, aber nicht teile, sondern nur anstrengend finde. Will aber kein Spaßverderber sein, als Happening ist das sicher auch kein "Film" mehr im eigentlichen Sine. Unabhängig davon: ich habe selten Untertitel gesehen, die schlechter übersetzen als hier. Das reicht von einer deutlichen Freiheit bei der Übersetzung, die man sicher treffender und genauer hätte sein können, über skurile Übersetzungsfehler (Widow-Party wird nicht zur Witwenparty, sondern zur Spinnenparty, da hat sich jemand das "Black" vor der Widow wohl noch hinzugedacht) bishin zu inhaltlichen Änderungen, die den Film sinnentstellen:
Die ganzen Anspielungen auf mehr oder weniger bekannte Horror/Sci-Fi-Klassiker in ScienceFiction/DoubleFeature werden etwa nahezu komplett ignoriert und durch andere, erfundene Sätze ersetzt. Von "Forbidden Planet" hat man wohl noch nie was gehört, und weil man nicht weiß, wovon gerade gesunden wird, erfindet man halt schnell was anderes. Ganz großes Kino!
Chris | 09.04.2011 08:37
Ja, an die grausigen deutschen Untertitel kann ich mich aus TV-Zeiten
auch noch dunkel erinnern. RHPS funktioniert tatsächlich besser ohne
UT, bzw. mit den englischen.
>> antworten
Hassfilm No. 1 | 06.03.2011 16:52
Beschissenster Film ever!
mausekönig | 12.03.2011 20:16
welch bespielhafte demonstration von offenkundiger ahnungslosigkeit gepaart mit grenzenloser idiotie und vollständig fehlendem verständnis von cineastik.

tut mir leide wenn ich das in solcher klarheit sagen muss, aber wenn dein horizont nicht über hollywood-plastik-produktionen hinaus geht bist du auf dieser website vollkommen deplaziert. guck deine daily soap auf kabel eins und behalt den dünschiss, den dein gehirn zu solchen meinlensteinen der filmgeschichte fabriziert, für dich. niemandem ist damit geholfen wenn du solche, überalle maßen peinliche, pseudo-coolen komentar schreibst. du wirst auf dieser seite niemanden finden der sich sollchen geistfreien ergüssen deinerseits in irgend einer form anschließen kann, also tu uns allen einen gefallen und setzt dich vor die glotze und guck dir "deutschland sucht den superstar" an. damit wäre dann deinem offensichtlichem geitsigem niveau genüge getan.

vielen dank
>> antworten
Andreas | 05.03.2011 23:13
ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr mir der time warp in meiner studentenzeit auf den sack gegangen ist, weil alle gemeint haben, zu dem müsse man jetzt spontan tanzen und superfröhlich sein, wann immer ein übereifriger dj den gefühlte tausend mal am abend aufgelegt hat.

guter film nontheless
Chris | 05.03.2011 23:46
Och, Andreas, sei doch keine Spaßbremse. Du weißt doch, zum Schluss hat sogar Dr. Everett von Scott getanzt. ; ))
>> antworten


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