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Alice im Wunderland

Alice im Wunderland

OT: Alice in Wonderland
FANTASY: USA, 2010
Regie: Tim Burton
Darsteller: Mia Wasikowska, Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Anne Hathaway, Crispin Glover

STORY:

Seit ihrem ersten Besuch im Wunderland ist viel Zeit vergangen: Alice ist mittlerweile 19, soll quasi zwangsverlobt werden und hat ihren Besuch in der traumartigen Unterwelt längst vergessen. Gerade als sie vor versammelter Gesellschaft den Heiratsantrag eines Lords mit eklatanten Verdauungsproblemen aufgezwungen bekommt, taucht ein weißes Kaninchen auf - und Alice wäre nicht Alice, würde sie die Chance zur Flucht nicht ergreifen und einfach dem Kaninchen nachlaufen. Die Fahrkarte ins Wunderland ist gelöst.

KRITIK:

Eigentlich wäre das Setting ideal für den großen Meister der schrägen Fantasiewunderwelten, Tim Burton. Man könnte sich gar keinen besseren für eine Verfilmung dieses Stoffs vorstellen.

Doch "Alice im Wunderland" fühlt sich von Anfang an einfach nicht richtig an. Eine Art Sequel mit der nunmehr am Ende ihrer Teenager-Zeit angelangten Alice, die vom Wunderland so wirklich gar nichts mehr weiß … ein ziemlich auf den Kopf gestellter Wunderland-Cast, bei dem zentrale Figuren fehlen (nicht so schlimm) und andere wiederum einer Art "Remix" unterzogen wurden (sehr schlimm) … ein Wunderland das nach einer feurig-blutigen Machtübernahme der Herzkönigin, pardon, der "roten Königin" mehr ein Schreckensland ist … all das wirkt arg konstruiert zu Gunsten eines Sequels, das man wohl doch besser als Neuverfilmung anlegen hätte sollen.

So dürfte es am Ende weniger Tim Burton geschuldet sein, dass "Alice im Wunderland" auf ganzer Linie ein Flop ist, als einer grauenhaften Story und Drehbuchvorlage. Und eventuell noch am aktuell freudig metastierenden Krebsgeschwür der Filmbranche - 3D.

Natürlich gibt der finanzielle Erfolg von "Alice" den Studios recht - und grundsätzlich kann man ihnen ein gewisses Bemühen, das Kinoerlebnis wieder vom expandierenden Heimkino abzuheben, nicht absprechen. Doch im Endeffekt hat man damit nur die Büchse der Pandora geöffnet: einerseits nutzt sich das 3D-Erlebnis ziemlich schnell ab. Was im ersten Film noch beeindruckt, wird mit jedem weiteren schnell zur Gewohnheit. Vielmehr sogar zur nervigen Gewohnheit: es fängt bei diesen unsäglichen Brillen an und hört bei dem anstrengend-ermüdenden "Erlebnis" auf, das 3D für die Augen ist. Was HD-Digitalprojektion an Schärfe gebracht hat, macht 3D wieder matschig. Geisterbilder und Doppelkonturen sind nach wie vor ein erhebliches Problem bei 3D. Und wer schon vor vielen Jahren 3D im Wiener IMAX erlebt hat, der Kinogott sei seiner Seele gnädig, dem wird das neue Film-3D auf den Kino-Minileinwänden schon gar nicht mehr beeindrucken.

Zusätzlich bedeutet 3D eine weitere "Vereventisiserung" des Kinos, entsprechend ungut ist das Publikum in den tollen Megaplexxen. Für die Filmkunst an sich hat hier kaum jemand was übrig, der Film wird bestenfalls daran gemessen obs ordentlich Action gab, die 3D-Effekte cool waren oder wie toll ein Schauspieler ausgesehen hat. 3D sorgt dafür, dass die Distanz des Publikums zum eigentlichen Inhalt eines Films noch weiter vergrößert wird, es schult das Publikum sogar darauf, auf ganz andere Dinge zu achten.

"Alice im Wunderland" ist ein besonders abschreckendes Beispiel für 3D: das ganze Spektakel wirkt notgedrungen drübergepappt, einige Szenen sind offensichtlich rein für 3D-Szenen gedreht worden. Die Vorstellung wie die ebenselbe Szene in 2D wirken mag, ist erschreckend.

Aber genug des Lamentierens über Technik. Auch wenn man sich diese Schicht komplett wegdenkt, bleibt wenig, das es an "Alice" zu mögen gibt. Selbst Johnny Depp wirkt seltsam deplatziert, sein Spiel des Hutmachers überzeugt nicht, wirkt zu konstruiert und aufgesetzt. Auch Mia Wasikowska als Alice überzeugt nicht, man nimmt ihr nicht ab, dass das die neugierige, verträumte Alice sein soll.

Bleibt einzig Helena Bonham Carter in der Rolle der roten Königin. Die grantelnd-jähzornige Königstussi spielt sie mit voller Inbrunst, der riesige Kürbiskopf steht ihr ausgezeichnet. Immer wenn sie auf der Leinwand zu sehen ist, wird man sich des Potentials bewusst, den eine Geschichte wie "Alice im Wunderland" kombiniert mit Tim Burton haben könnte. Doch selbst diese Szenen werden häufig durch die Präsenz des Herzbuben getrübt, den Crispin Glover derart schlecht mimt, dass es schon weh tut. Selten gab es in Filmen, die nicht zur Kategorie eines B-Movies zählen, einen weniger überzeugenden Bösewicht.

Tim Burton wiederum versucht, die inhaltliche Leere mit prächtigen Bildern aufzupeppen. Keine leichte Aufgabe, immerhin muss das Wunderland ja wie ein zerstörtes Paradies aussehen. Irgendwo da muss er vom Pfad abekommen sein und hat sowohl bei Charakteren wie auch Wunderland das Maß aus den Augen verloren.

"Überzeichnet" ist noch milde ausgedrückt, das Ganze ist derart über das Ziel hinausgeschossen, dass es offensichtlich wie eine computergenerierte Welt aussieht, nichts natürliches mehr hat. Und auch eine Art paradoxe, surreale Parallelwelt braucht irgendwo noch ein wenig Natürlichkeit - vor allem bei "Alice im Wunderland". Die Welt, die Tim Burton hier geschaffen hat, kann zu keiner Zeit das Gefühl schaffen, dass sie wirklich etwas wundervolles werden könnte, selbst wenn sie von der Macht der roten Königin befreit wird.

Spätestens wenn die Story immer offensichlticher in Richtung eines Action-Adventure-Films kippt, verlässt einem jeder Glaube, dass der Film aus seiner anfänglichen Langatmigkeit ausbrechen könnte. Der Actionaufguss ist genauso unnötig wie das anfängliche "Ist es die richtige Alice oder nicht?"-Spiel, das Ende entbehrt schließlich ohnehin jedweder Logik.

Was Tim Burton dazu gebracht hat, dieses Drehbuch zu verfilmen, ist für mich das größte Wunder an diesem unbeschreiblich faden Filmerlebnis.

Alice im Wunderland Bild 1
Alice im Wunderland Bild 2
Alice im Wunderland Bild 3
Alice im Wunderland Bild 4
Alice im Wunderland Bild 5
Alice im Wunderland Bild 6
FAZIT:

"Alice im Wunderland" ohne Humpty Dumpty - allein das sagt ja schon alles über den Zustand dieses Projekts. Hätte die ganze Charakterschieberei irgendeinen tieferen Sinn, es wäre ja gar kein Thema. Aber am Ende bleibt man genauso darüber im Ungewissen, inwiefern es für dieses fade Effekt- und Actionspektakel nötig war, den Wunderland-Cast zu verdrehen und anzupassen, wie über die Antwort zur zentralen Frage zu diesem Film überhaupt: was zum Teufel hat das alles eigentlich mit "Alice im Wunderland" zu tun?

Mit Sicherheit und mit Abstand das mieseste Burton-Projekt. Eine derartige Abstinenz von Handlung, Logik, Fantasie und Schauspielkunst hab ich bei ihm noch nie erlebt.

WERTUNG: 4 von 10 weißen Kaninchen
TEXT © Bernhard König
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Bernhard | 02.09.2010 17:54
Habe den Film jetzt nochmal in 2D gesehen und würde der 2D-Variante 5/10 geben ... die ganze Welt wirkt in 2D plastischer und gleichzeitig fantastischer, aber immer wundervoll schön. In 3D wirkt vieles zu überzeichnet und künstlich.

Auch der Soundtrack/Score ist mir beim Ansehen in den eigenen vier Wänden positiv aufgefallen, dass der gar nicht so übel ist war mir im Kino entgangen.

Ist leider mittlerweile eher die Regel denn die Ausnahme dass zu Hause Ton & Bild oft deutlich besser sind als im Megaplex-Kino.
>> antworten
hoyer | 23.06.2010 19:34
Ich war echt mega entäuscht, weil ich sehr viel von dem Projekt erwartet habe. Ich fande es sehr schade das großartige absurde Humor der Bücher überhaupt nicht im Film vorkommt, desweiteren ist die Geschichte absolut langweilig und das Ende(Der Tanz) an Peinlichkeit nicht zu überbieten ich finde es schade das Johnny Depp und Tim Burton sich so schlecht verkauft haben.Positiv war allerdings die Optik in 3d, die mir persönlich gut gefallen hat genauso wie die leistung von Mia Wasikowska und Helena Bonham Carter.Ich hoffe das die Verfilmung von American Mc Gee Spiel irgenwann realisiert wird bis dahin schau ich lieber den disney film aus den fünzigern oder lese die bücher
alice | 23.06.2010 19:36
Find ich fast genauso,ich fand Bonham Carter allerdings gar nicht gut.
Ansonsten stimme zu.
Steffi | 26.08.2010 20:17
ich hoffe auch sehr damit das american mc gee verfilmt wird.
>> antworten
Vinn | 12.06.2010 01:26
Zu beginn dachte ich auch, Burton + Alice, das wird super, dann drang sich der Name Walt Disney in das ganze ein und ich dachte nur, oh mann... das wird nix.
Es wurde auch nix.

Ich warte auf American McGee, das wird die Alice, die ich sehen wollte.
gehofft hatte ich auf eine Beetlejuice/Jack Skelligtion/Sweeney Todd variante von Alice, aber irgendwie kam da nix.
Und ich weiß nicht, ob ich wegen meiner Enttäuschung nicht richtig aufgepasst hab, und es ist auch schon was her, wie ich den Film sah, aber was hatte der KAmpf gegen den Drachen/ Rote Königin letztendlich mit Alicees Sinneswandel zum Schluss zu tun, den Thronanwärter nicht zu ehelichen? mir kams so vor, als hätte sie den Entschluss dazu schon in den ersten 15 minuten getroffen, und das wunderland war der Lückenbüßer
>> antworten
Magnus | 11.06.2010 01:12
Geht wohl eher an die Leute die ihn gesehn haben:

Pro:
-insgesamt sehr gute optische Umsetzung (inklusive der meisten FX und CGI), wohl der einzige Burton-Faktor des Films... nicht in 3D gesehn

-die Story VOR dem "Fall ins Loch": guter Einstieg in die Story (wenn auch etwas zu schnell erzählt), HIER wars auch einigermaßen Lustig

-im Alter von ca 6 bis 12 hätte mich der Film umgehaun, Theorie... aber viel besser warn die Gut/Böse Geschichten früher auch nicht oder?!... ähhmmm nur als Bsp- STARWARS (bin FAN!)... böser Papi macht alles kaputt...?!?! Der liebe Jung klebts wieder zusamm... trotzdem wars... ja... GEIL ;-)

Contra:
-unfassbar UNintressante Geschichte...wenn man über 12 ist, DAS GING GARNICH!... ja ich sage es: DAS HÄTT ICH BESSER GEMACHT, verdammt nochmal... WIR ALLE hätten das besser gemacht!!!...oder?!

-das FINALE... war da überhaupt eins? Achja, der mächtige Balrog kämpft gegen Gollum.... doch ohjeee, der mächtige Gandalf geht dazwischen und....IHR wisst was ich meine

-WO BLEIBT DER HUMOR? Nach dem "Fall ins Loch" kann ich mich an keine lustige Stelle erinnern...muss nicht sein bei nem Burton, aber DEM Film hätte es gut getan


Schade. Extremes Potential wurde extrem verschwendet. Allerdings bin ich son dummer Optikjunkie. Daher ein fetter Bonus von 3.
Also:

3 / 10 ..DEPPerte Hüte.. für die Film-Nerds

6 / 10 ..Köpfe AB!.. für die Optik-Junkies
>> antworten
Joe | 19.05.2010 23:32
Moment alle!!!
Kann das sein dass es nur mir aufgefallen ist oder habt ihr alle das Original von Alice im Wunderland nicht mehr präsent??
Das Original war viel musikalischer! Es wurde gesungen und getanzt. Klar ist das nicht mehr das fröhliche Wunderland aber deswegen darf man doch dem Film seine Musikalische Ader nicht nehmen!! Wo bleibt die Musik in dem Film? Und überhaupt... Wo ist der König?? Wo bleiben die Kartensoldaten die sich in der Luft mischen und neu formieren können?? Ich hab das gefühl man hat sich so auf die Spezialeffekte konzentriert dass man vergessen hat die Disney-Magie rein zu packen. Ich war jedenfalls bitter entäuscht. Ein schlichtes Remake der Originalgeschichte mit Originalmusik und modernen effekten wäre das Geld schon eher wert gewesen.
>> antworten
6uellerBpanda | 15.05.2010 18:54
da sehnt man sich ja zu zeiten von nicholson und keaton zurück. schade das burton immer öfter das "visuelle" bevorzugt.
>> antworten
Jacqueline | 07.05.2010 21:37
Gott diese Kritik spricht mir aus der Seele!
Alice im Wunderland in 3D- 1001 Wunder wäre möglich gewesen, ganz neue Ideen und dann Tim Burton als Regisseur-ich dachte ich würde träumen!

Und was wurde draus gemacht?
Ein 08/15 Möchtegern-Action Film mit reizloser vorhersehbarer Story, platten Dialogen und Charakteren die einfach nicht authentisch sein wollen-schlagt mich aber meiner Meinung nach auch ein ganz großes Verschulden von Disney-die wollten garantiert eine "kindgerechte" Verfilmung ohne große Provokationen/Überraschungen >___>

einfach nur grauenhaft-mein erstes Kinotrauma seit Harry Potter 6-hoffentlich tut Tim Burton sowas seinen Fans nie wieder an!

Trotz allem:
Helena Bonham Carters Darstellung war ein Lichtblick-von ihr ja auch nicht anders zu erwarten-und die weisse Königin zauberte mir(herrlich überspitzt dargestellt)wenigstens ein Schmunzeln ins Gesicht ;)
>> antworten
Randle P. McMurphy | 13.04.2010 11:37
Was für ein Aufruhr in der Krabbel-Gruppe.
Ja - der Film ist eine glänzende seelenlose (3-D) Hülle.
Wer wie ich eine an American McGees "Alice" orientiertes oder von dem PC-Spiel inspiriertes auf 3-D portiertes-nicht-jugendfreies-Erwachsenen-Kino erwartet hat ist zu Recht entäuscht worden.
Rausgekommen ist weder Fisch noch Fleisch und da dürfte die Orientierung an der Masse der Zielgruppe einiges dazu beigetragen haben.
Schade um die vergebene Chance und 5/10 Spucknäpfe.
>> antworten
Karl | 06.04.2010 15:00
Schon möglich,dass der Film als Film nicht interessant ist. Mich haben aber das 3D und die zauberhaften Farben in den Bann gezogen. War eine Art visueller Trip. Vielleicht, weil's mein erster 3D Film war.
>> antworten
Ralph | 22.03.2010 17:57
Also Leute, ich weiß nicht. Alice war jetzt sicher kein Meisterwerk, hat auch sicher keine besonders originelle Geschichte zu erzählen gewusst und diese auch noch etwas herzlos heruntergespult, und Tim Burton ist kein Terry Gilliam, das wissen wir, ABER: Der Film hatte durchaus seine starken Seiten. Die ersten zehn Minuten waren einfach ein Leckerbissen von einer Gesellschaftssatire, Johnny Depp und seine freakigen Freunde wussten auch zu überzeugen und auch die beiden Königinnen waren jede eine Klasse für sich. Die Figuren waren liebevoll ausgearbeitet, natürlich nicht so sehr wie es sein sollte, aber in akzeptablen Maße. Und ich muss gestehen, wenn man in noch etwas konservativen Südkorea verweilt, wo die berühmte gläserne Decke noch nicht einmal unsichtbar ist, sondern gesellschaftlich anerkannt, dann ist die Schlusspointe ja beinahe schon subversiv. Ich dachte mir nur: Ja, Frauen steht auf, kämpft für eure Freiheit und Gleichberechtigung. Tja, andere Länder, andere Gewichtung der Aussage. Und auf den 3D schnickschnack hab ich verzichtet. Alles trotz allem ein genüßlicher Kinoabend. 7/10
>> antworten
Federico | 22.03.2010 07:27
Woher kommt eigentlich der Glaube, man habe es bei Tim Burton mit einem Meisterregisseur zu tun? Das nag natürlich Geschmacksache sein, aber seit BIG FISH hat der werte Herr keinen einzigen brauchbaren Film abgeliefert (zur Erinnerung, da waren CHARLIE, also Fear&Loathing für Kinder, CORPSE BRIDE, eine dreiste Kopie seiner selbst und SWEENY TODD, das pseudo-goth Grusical). Ein gewisser Terry Gilliam produziert hingegen fabelhafte, bezaubernde, optisch ansprechende und tiefsinnige Filme - und geht neben Burton völlig unter. Und wieso?
Damit die Kasse klingelt; weil was wollen die Massen heutzutage mehr sehen als einen Burton mit Depp in der Hauptrolle. Zugegeben, Johnny Depp macht seine Arbeit selbst in seelenlosen Piratenfilmen recht gut, doch dieses mal ist er am Boden der Tatsachen hoffentlich (!!!!) angekommen. Wenn sich Depp diesen Film ansieht und hinter den Tonnen von (übrigens grottigen) CGI und Make-Up sein Gesicht erkennt, sieht er dann, dass er nichts, als eine Marionette von Cumpouteranimationen und Massenanforderung geworden ist? Wie freaky kann Johnny Depp dieses mal sein? Wie bunt wird es Tim Burton dieses mal treiben? Und wie 3D wird es nun?
Einen Großteil der Schuld kann man natürlich auf den 3D Hype schieben, aber es wäre anderen hartarbeitenden Filmemachern gegenüber unfair, Burton weiterhin als Großmeister, fantasievoll oder innovativ zu beschreiben. Die liebevollen und detaillierten Arbeiten à la MARS ATTACKS oder BEETLEJUICE sind passé, serviert wird uns nur noch aufgewärmter Mainstream Rotz, der nach allen Regeln der Erwartungshaltung des Massenpublikums spielt.
Mal ganz abgesehen von den Punkten die ich schon ausgeführt habe kommt noch dieses wahrlich dumme - und es ist nichts anders, es ist nicht irgendwie klischeehaft, unausgegoren, überzogen, nein es ist DUMM - Drehbuch, das einem Werte vermittelt (bzw. den Kindern, die sich diesen Graus ansehen), die zu Walt Disneys Lebzeiten en mode waren und wohingegen die Spartaner aus 300 eine liberale Moral besitzen. Die rote Königin verbannen, weil sie hässliches ist? Sie NICHT töten, sondern verbannen und ihr für das restliche Leben alle sozialen Kontakte zu verbieten? Um das Abenteuer aufrecht zu erhalten, wird Alice eine Kolonialherrin unter männlicher Obhut? Nennt mich energisch oder überkorrekt, aber mit political corectness hat sowas nicht mehr zu tun, sondern eher mit subtiler, schleichender Kapitalismuswerbung, bei der im Vergleich das matchogemetzel 300 liberaler wegkommt.

2 von 10 restlichen Tassen in Tim Burtons Schrank.
a bloodred bird | 22.03.2010 12:09
word!
Bernhard | 22.03.2010 14:44
Meisterregissuer, Meisterwerk, Genie, ... mit Superlativen wird viel zu inflationär rumgeworfen im gesamten Film-Ökosystem, da geb ich dir recht.

Auch bei "Big Fish" sind wir einer Meinung ;)

Charlie hingegen fand ich durchaus (ACHTUNG SUPERLATIV!) genial ... vor allem deshalb, weil der Film dazu steht, einfach ein Unterhaltungsfilm zu sein, ohne jetzt sonderlichen Tiefgang zu bieten. Und deshalb funktioniert er mitsamt seinen schrägen Bildern und Figuren einfach gut.

Sweeney ebenfalls ... es gibt kaum jemanden der sich weniger einen Film ansehen will, in dem nur gesungen wird, als ich ... trotz meiner Vorurteile hat mich der Film, nach erheblichen Anfangsschwierigkeiten, überzeugt.

Andererseits mag ich die viel gelobten Batman-Filme von Burton wiederum nicht sonderlich gerne und bevorzuge Nolans Depri-Batman.

Also ich würde Burton in keinster Weise seine Fähigkeit großartige Filme zu machen absprechen, er ist nur nicht unfehlbar und produziert schon auch gern mal echten Mist ;)

Hier wiederum gibts aber IMHO ohnehin ein erhebliches Missverständnis: ein guter Film hängt, wie ich finde, viel mehr von einer hervorragenden Buch-/Drehbuchvorlage ab als es wahrgenommen wird. Man fixiert sich zu gerne auf den Regisseur.

Denn mal ehrlich: aus der Alice-Story hätte kein "Meisterregisseur" der Welt wirklich einen guten Film machen können.

Ach ja, Corpse Bride fand ich auch schwach.
Matzedelic | 22.03.2010 19:16
Wow, so hab ich das gar nicht gesehen. Wobei die Sache mit der Verbannung der "hässlichen" Königin war schon sehr derb und ist mir auch fast schon sauer aufgestossen.
Jetzt hab ich das Gefühl einen reaktionären Optikblender gesehen zu haben.War ja auch mein erster 3D-Film.
Hm, danke für diese Sichtschilderung.
Thomas | 26.03.2010 19:27
Danke,hatte dieselben Gedanken.
>> antworten
Nico | 21.03.2010 19:28
kann deiner rezension nur zustimmen... - der film ist ein totaler Reinfall und es ist unglaublich, das Tim Burton zu diesem Film auch noch steht.- Was für ein furchtbar-blödes Drehbuch da geschrieben wurde...-
- ich gebe ebenfalls 4 von 10... und die sind für das bisserl production design und den ansatz eine ältere alice zu etablieren.-
>> antworten
Magnus | 21.03.2010 19:23
Also wenn Tarantino "Death Proof" machen darf (meine den öden 2.Akt- jaja Geschmacksache) und ungeschoren davonkommt dann darf Herr Burton auch mal ein "wertloses" Alice rauswerfen.
Gibt immer genug "Fanboys" die ihrem "Regiegott" alles verzeihen.

Ob bald "Alice 2 - The Beginnig of Return to Wonderland" rauskommt... bei dem Kassenerfolg?!?!

Oh seh grad ich hab viel " gemacht. Egal """""" ;-)
>> antworten
Nic | 21.03.2010 18:34
lässt einen zwar etwas kalt, funktioniert aber trotzdem gut mMn.
7/10
natürlich gibts bessere burtons..
webchsuxxe | 21.03.2010 19:03
Und wenn man mal den Burton-Faktor weglässt?
Bleibt ein Produkt für die (3D geile) Masse?
Nic | 21.03.2010 23:20
auch wenn ichs im imax gesehn habe, spielt 3d eigentlich keine große rolle im film. ohne burton wärs natürlich ein anderer film, so braucht man garnicht argumentieren mMn..
>> antworten


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