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Macumba Sexuale

Macumba Sexuale

SEXPLOITATION: SPANIEN, 1981
Regie: Jess Franco
Darsteller: Ajita Wilson, Lina Romay, Robert Foster

STORY:

Auf der Insel Bahía Feliz gerät ein junges Ehepaar während ihres Grand Canaria-Urlaubs in den okkulten wie sexuellen Bann eines mysteriösen dunkelhäutigen Sukkubus…

KRITIK:

Der gute, alte Jess Franco hat in diesem Jahr (Wir schreiben 2009) den Goya (das spanische Äquivalent zum Oscar) für sein Lebenswerk erhalten. Und der mittlerweile im Rollstuhl sitzende fast 80-jährige Großvater war sichtlich gerührt, als er in Begleitung seiner treuen, uns aus Filmen wie BARBED WIRE DOLLS, ILSA THE WICKED WARDEN oder eben MACUMBA SEXUALE bekannten Ehefrau Lina Romay den Preis in Empfang nehmen durfte - und ihm dabei unter anderem Penelope Cruz stehend applaudierte. Herzlichen Glückwunsch nachträglich auch von filmtipps.at an den Godfather der Sexploitation und Grund für uns, weitere seiner Werke unter die Lupe zu nehmen. Dafür machen wir einen Zeitsprung zurück ins Jahr 1981 und besuchen die idyllische Insel Bahía Feliz.

Exotische, mystische Kulte scheinen Franco zu beeindrucken. War sein Ausflug ins voodooistische Haiti in DER RUF DER BLONDEN GÖTTIN noch von billigem Sleaze und unfreiwilligen, (aber köstlichen) Humor durchzogen, stehen die Dinge bei MACUMBA SEXUALE etwas anders. Lassen wir die Frage, wie sich ein afro-brasilianischer Kult auf Grand Canaria ausbreiten konnte, mal außen vor und stürzen uns ohne große Realitätsansprüche in diesen mysteriösen feuchten Traum, den Franco mit selten erlebter Ambition gestaltet hat.

Der Stil und die traumartige, surreale Atmosphäre wecken Erinnerungen an sein nicht unumstrittenes Meisterwerk VAMPYROS LESBOS, wobei MACUMBA SEXUALE viel mehr in die sexuelle Offensive geht. Der Film wandelt ständig auf einem äußerst schmalen Grad zwischen softem und hartem Sex und überschreitet die Grenzen bei mehr als einer Gelegenheit.

In Kombination mit der mystischen Atmosphäre und den traumartigen Bildern von Juan Soler ergibt dies einen Film, der auf eine seltsame und düstere Weise sehr prickelnd und erotisch daherkommt. Dabei gibt vor allem Francos Frau Lina Romay vollen Körpereinsatz. Doch Star des Films ist ganz klar die sehr präsente, transsexuelle Ajita Wilson, deren Umwandlung allerdings so perfekt geglückt ist, dass man unbedarft nie auf die Idee kommen würde, dass sie mal etwas anderes als eine attraktive, charismatische Frau gewesen sein soll.

Wilson, die nur 37 Jahre alt wurde, offenbart hier sechs Jahre vor ihrem tödlichen Autounfall ein schauspielerisches Talent, welches weit über der bei Pornodarstellern üblichen "Qualität" anzusiedeln ist und dominiert jede ihrer Szenen. Aber auch Jess Franco, der sich einmal mehr eine kleine Nebenrolle nicht nehmen ließ, gibt als Spanner eine überzeugende Figur; was aber nicht verwundert. Der Voyeur liegt ihm schließlich im Blut und in MACUMBA SEXUALE lebt er seine selbst eingestandene Neigung hemmungslos aus.

Schön, dass er dabei mehr Anspruchsdenken als sonst an den Tag legt und so kann auch der geneigte(!) Zuschauer an diesem dunklen, erotischen Bilderrausch partizipieren. Gegen Ende hin wird es zwar etwas langatmig, aber dennoch sollte MACUMBA SEXUALE ein kleines Fest für die Anhänger des verdienten Spaniers sein…

Macumba Sexuale Bild 1
Macumba Sexuale Bild 2
Macumba Sexuale Bild 3
Macumba Sexuale Bild 4
Macumba Sexuale Bild 5
Macumba Sexuale Bild 6
FAZIT:

MACUMBA SEXUALE ist eine Art Hardcore-VAMPYROS LESBOS im Reich der exotischen Kulte. Mystisch, surreal und äußerst sexbetont kommt dieser düster-erotische Bilderreigen daher, der nicht zuletzt wegen der charismatischen und sehr präsenten Ajita Wilson zu den guten Arbeiten des unlängst mit dem Goya prämierten Sexploitation-Papst Jess Franco zu zählen ist.

WERTUNG: 7 von 10 feuchten Tagträumereien mit \"the Godess of Unspeakable Lust\"
TEXT © Christian Ade
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Dein Kommentar >>
Harald | 20.09.2009 22:14
bewegendes Video, fürwahr. Auch wenn mir meine rudimentären Spanischkenntnisse nicht wirklich helfen...
Chris | 21.09.2009 17:33
Dein Spanisch ist ja wenigstens noch rudimentär... Meines praktisch gar nicht vorhanden.^^ Aber da kann man wohl sagen: Bilder sagen manchmal mehr als 1000 Worte...
Sexploitationclips zur Prime time im spanischen Fernsehen -einfach herrlich! : ) Und dann bekommt er, der so oft belächelt und gescholten wurde, am Ende doch noch seine Anerkennung vor einem Millionenpublikum.
Ich gönne es ihm! : )
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