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State of Mind

State of Mind

OT: The United States of Leland
DRAMA: USA, 2003
Regie: Matthew Ryan Hoge
Darsteller: Ryan Gosling, Don Cheadle, Chris Klein, Jena Malone, Lena Olin

STORY:

Leland ist 16, intelligent, vielleicht ein kleines bisschen zu introvertiert und ein Mörder. Warum Leland P. Fitzgerald, Sohn aus recht gutem Hause, den behinderten Ryan erstochen hat, weiß niemand so genau. Am allerwenigsten Leland selbst. Aber so richtig scheint sich eh niemand für die Wahrheit zu interessieren, obwohl alle irgendwie nach dem Warum suchen. Lediglich der Gefängnislehrer Pearl geht auf den im Gefängnis fehlplatziert wirkenden Jungen ein. Doch Pearl ist weniger an Lee, als an einer guten Story interessiert, und hofft durch Lelands Geschichte endlich den ersehnten Durchbruch als Schriftsteller zu schaffen...

KRITIK:

Der Hauptcharakter aus State of Mind kommt einem schon irgendwie bekannt vor, zumindest vom Typ her: Jung, intelligent, vielleicht etwas komisch und mit einer leicht negativen Einstellung gegenüber der Welt. Wie es in Filmen halt so ist, bekommen solche Typen Freundinnen vom Kaliber einer Jena Malone ab.

Leland P. Fitzgerald ist also ein typischer Indie-Film-Problemteenager, der, wie könnte es auch anders sein, in einer schicken Sonnenscheingegend mit schmucken Häusern, vor denen weiße Zäune stehen, lebt. Diese Idylle wird - Überraschung - genüsslich zerstört, denn hinter den heilen Bilderbuchfamilien tun sich Abgründe auf.

Hauptsächlich geht es aber natürlich um Leland. Aus dem Off führt er in die Geschichte ein und lässt den Zuseher im Laufe des Films an seinen Gedanken und Ansichten teilhaben, sei es nun Gott, der Teufel, Liebe, Gefühle... Und auch um das Warum an sich kreisen seine Gedanken. In kurzen Rückblenden und durch Gespräche mit Pearl dringt man immer tiefer in Lelands Vergangenheit und findet einige wunde Punkte, wie beispielsweise seine verkorkste Beziehung zu seinem Vater, die eventuell mit der Tat zu tun haben könnte. Oder trägt etwa Lelands Exfreundin Schuld, die ihn abserviert hat und pikanterweise die Schwester von Ryan ist?

Doch Antworten sind nicht so leicht zu finden oder um es mit Lelands Worten auszudrücken:

"Ich weiß was die von mir wollen. Sie suchen nach dem Warum. Sie wollen einen Grund. Etwas, das sie verpackt mit einer hübschen Schleife im Garten vergraben können. So tief, als wäre es niemals passiert."

Aber vielleicht gibt es gar keins. Vielleicht ist es einfach nur passiert.

Und auch auf das Schicksal der anderen Protagonisten, derer, deren Leben sich durch Lelands Tat verändert hat, wird immer wieder eingegangen. Ob man nun Pearl beim Versuch sein Leben und seine Beziehungen in den Griff zu kriegen zusieht, oder Zeuge wird, wie Ryans Familie versucht die Trauer zu verarbeiten, der Film legt Wert darauf möglichst viele Aspekte zu zeigen. Natürlich sind alle Nebenstränge relativ kurz gehalten und auf das wichtigste reduziert (vieles wird nur angeschnitten), alles andere hätte den Rahmen des Films, der sich auf den Täter fokussiert, gesprengt.

Schließlich muss auch noch Platz für die Diskussionen über Recht und Unrecht, Richtig und Falsch, die Pearl mit Leland führt, bleiben. Spätestens wenn Lees Mithäftlinge beginnen Themen wie Rassismus und Gefängnismethoden anzuschneiden wirkt das ganze dann schon etwas überladen.

Dank der Story, der interessanten Charaktere und der durchgehend starken Schauspieler wirkt das ganze dann aber doch nicht so gestelzt oder gar hölzern und es kommt auch keine Langeweile auf. Und wenn man gerade bei den starken Schauspielern sind, Mitproduzent Kevin Spacey hat es sich nicht nehmen lassen, selbst einen kleinen Part als sarkastischer Schriftsteller und Lelands Vater in Personalunion zu übernehmen und hat ganz nebenbei eine herrliche Szene in einem Flugzeug.

Eingefangen wurde die Geschichte in schönen Bildern und auch der Soundtrack vermag zu überzeugen.

State of Mind Bild 1
State of Mind Bild 2
State of Mind Bild 3
State of Mind Bild 4
State of Mind Bild 5
State of Mind Bild 6
FAZIT:

State Of Mind erfindet das Genre der Filme über problembeladene Teenager und deren Sicht auf die Welt nicht unbedingt neu, bietet aber interessante Denkansätze und eine spannende Geschichte. Wie bei einem Puzzlespiel setzen sich einzelne Episoden, die sich um durch die Tat unmittelbar betroffene Personen drehen, zu einem überraschend homogenen Ganzen Zusammen. Der Film wirkt zwar teilweise etwas zu überambitioniert, trumpft dafür aber mit starken Schauspielern und schönen Bildern auf.

WERTUNG: 7 von 10 Blutstropfen auf dem Teppich
TEXT © Gerti
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