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Satan in High Heels

Satan in High Heels

SEXPLOITATION/DRAMA: USA, 1962
Regie: Jerald Intrator
Darsteller: Meg Myles, Sabrina

STORY:

Eine Striptänzerin vom Jahrmarkt brennt - mehr oder minder in voller Arbeitskleidung - mit den letzten Ersparnissen ihres heroinsüchtigen Mannes nach New York durch und beginnt dort eine Karriere als Jazz-Sängerin. Dabei setzt sie ihren Körper durchaus bewusst ein und verführt zunächst den Besitzer des Clubs und dann seinen Sohn...

KRITIK:

Was immer das verdienstvolle Lable 'Something Weird' ausgräbt, es ist eine Kuriosität vom Rande des Filmuniversums, kurz vor dem Vergessen entrissen. Filme, die seinerzeit für den schnellen Konsum im Drive-in-Kino gedacht waren, manche haben es nicht mal bis dahin geschafft. Arthouse erwartet sicher niemand, erst recht nicht bei dem Regisseur, der für die Sexszenen der erweiterten Fassung von THE CURIOUS DR. HUMPP verantwortlich war und schon gar nicht bei einem solchen Knallertitel wie SATAN IN HIGH HEELS.

Tja, doch manchmal ist die Welt dann doch nicht so einfach. Natürlich ist SATAN IN HIGH HEELS zunächst ein lupenreines Undergroundprodukt, das nie und nimmer von einem großen Studio finanziert worden wäre. Doch wer nun glaubt, der filmgewordenen Perversion des legendären 'Bizarre'-Magazins beizuwohnen, sieht sich bald getäuscht. SATAN IN HIGH HEELS ist eine Referenz an den Film Noir: Eine selbstbewusste Frau, die in einer Männerwelt die Männer gegenseitig ausspielt und dabei auch ihre Reize einsetzt. Klingt nach Rita Hayworth. Oder nach FRAU OHNE GEWISSEN. Klingt jedenfalls nicht "Fetischspiele und andere Sauereien". Die findet man eher bei den Extras.

Die nächste Überraschung ist das Ende - wobei man bitte nicht den Text auf der Rückseite der DVD lesen sollte, denn der erzählt nahezu die komplette Geschichte. Der Film steuert zielstrebig auf einen eruptiven Klimax hin, denn eine solch brisante Mischung kann sich nur in Sex und Gewalt entladen. SATAN IN HIGH HEELS explodiert jedoch nicht, er implodiert. Die Erwartungshaltung wird derart klar unterlaufen, dass man sich fast ein wenig betrogen fühlt. Das hat viel mit europäischen Autorenkino zu tun, und ist bisweilen auch so gedreht.

Aber egal, wie man das nun bewertet, der Film hat schöne Schauwerte, die auch die niederen Instinkte befriedigt. Denn trotz des eigenen Anspruchs ignoriert der Film nicht seine Herkunft oder seine Zuschauer, die sicher kein Tennessee-Williams-Stück sehen wollten (mich eingeschlossen).

Halten wir fest: Meg Myles ist ein Vollweib, das sicher nicht der heutigen Modellästhetik entspricht und durchaus auch ein paar Kilos zu viel an Bord hat. Andererseits ist das nicht von Nachteil, denn damit kommen die weiblichen Rundungen besser zur Geltung. Der Film konzentriert sich jedoch noch öfters auf ihre Füße, mit denen sie sehr sicher in schwindelerregend hochhackigen Pantoletten stöckelt. Singen kann sie übrigens auch noch! Auf der anderen Seite haben wir Sabrina, die Inkarnation der platinblonden Sexbombe mit Piepsstimme. Komplett künstlich und unerotisch, aber mit einer Wespentaille, bei der man ins Grübeln kommt, ob nun die Damen es den Wespen abgeschaut haben oder umgekehrt.

Satan in High Heels Bild 1
Satan in High Heels Bild 2
Satan in High Heels Bild 3
Satan in High Heels Bild 4
FAZIT:

Lederkorsagen, Peitschen und High Heels. Gelungene Jazz-Nummern. Schnittfolgen der Nouvelle Vague. Film Noir. SATAN IN HIGH HEELS ist vielschichtig, aber erfüllt nicht jede Erwartungshaltung. Ein guter Film ist es dennoch, der von 'Something Weird' in erstaunlicher Bild- und Tonqualität veröffentlicht wurde. Und was man beim Film vermisst, findet man bei den Extras.

WERTUNG: 7 von 10 cm hohen Absätzen
TEXT © Marcel
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