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Crazy Desires of a Murderer

Crazy Desires of a Murderer

OT: I vizi morbosi di una governante
GIALLO: ITALIEN, 1977
Regie: Filippo Walter Ratti
Darsteller: Corrado Gaipo, Roberto Zattini, Isabelle Marchall, Annie Carol Edel

STORY:

Auf einem Schweizer Schloss verbringt eine Gruppe junger Leute eine dekadente Nacht mit schlüpfrigen Scharadenspielen und wo andere Schwerter zu Pflugscharen machen, machen die hier Kerzen zu Dildos. Während draußen auf den Schlossfluren ein seltsamer, traumatisierter Junge mit blutigen Händen umhergeht, gibt es in den Schlafzimmern Ringelpietz mit Anfassen. Doch dann wird eine der Besucherinnen im Bett böse massakriert …

KRITIK:

Dieser wenig bekannte Giallo aus dem Jahr 1977 muss vor und hinter der Kamera größtenteils ohne genreprominente Namen auskommen, zeigt sich dafür aber nicht zurückhaltend, was die im englischen Titel erwähnten Komponenten "Desire" und "Murder" angeht. Quantitativ gibt es hier zwar nicht viele Morde, doch der eine ist ganz schön garstig: Bluttriefender Messerstich zwischen die Frauenbrust und danach wird en detail ein Augapfel aus der Höhle geschnitten…

Davor und ein bisschen danach gibt es - wie die Synopsis schon verrät - sämtliche Darstellerinnen nackt und in Farbe.

Ohnehin scheint CRAZY DESIRES OF A MURDERER in seiner ersten halben Stunde auf dem besten Weg zum gutsleazigen Mörderreigen-Juwel zu sein. Da ist alles dabei, was abseitig Spaß macht: Sex, brutaler Mord und eben dieses gestörte Kerlchen mit den blutigen Fingern, das am liebsten in seinem stillen Kämmerlein Tiere präpariert. Genügend Kanonenfutter für den Ausbau des Killers Augapfelsammlung befände sich ja auch auf dem Kastell, aber nein! Nach dem ersten Drittel kommt die Polizei in der übergewichtigen Gestalt eines alten Inspektors aufs Schloss und CRAZY DESIRES OF A MURDERER ein bisschen ab vom Pfad der (Un-)Tugend.

Jetzt funktioniert Regisseur Ratti all die potentiellen Mordopfer zu Verdächtigen um und präsentiert uns bis zum Abspann ein Whodunit. Weil dies aber nicht gerade vor cleveren Kniffen und Winkelzügen strotzt, wäre ein Killerreigen a la MURDER MANSION, MURDER OBSESSION oder SEVEN DEATHS IN THE CAT’S EYE vielleicht der bessere Weg gewesen …

Somit hat man die Geheimtippweihen knapp verspielt, bleibt aber dennoch passable Genrekost.

Crazy Desires of a Murderer Bild 1
Crazy Desires of a Murderer Bild 2
Crazy Desires of a Murderer Bild 3
Crazy Desires of a Murderer Bild 4
FAZIT:

CRAZY DESIRES OF A MURDERER beginnt als obskurer Mördertanz voll nackter Haut und blutigem Mord und endet als eher mäßiges Whodunit. Genrefans wird’s trotzdem gefallen, denn vor allem die erste Halbzeit bietet so einiges Abseitiges zur Ergötzung…

WERTUNG: 6 von 10 chinesischen Vasen
TEXT © Christian Ade
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